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Bodemuseum

Bodemuseum
8. Juni 2017 uwefreund

Berlin - Bodemuseum

Berlin: Bodemuseum

Das Bodemuseum (bis 1956 Kaiser-Friedrich-Museum) wurde in den Jahren 1897-1904 erbaut. Konzipiert wurde der Bau von Ernst Eberhard von Ihne als kaiserlicher ReprĂ€sentationsbau im neobarocken, wilhelminischen Stile. Bei der Innengestaltung konnte sich der MuseumsgrĂŒnder Wilhelm von Bode (1845-1929) durchsetzen. So wurden erstmals in der Geschichte des Museumsbaus die EingĂ€nge zu den AusstellungsrĂ€umen auf der Fensterseite hin angelegt, so dass auf den anderen WĂ€nden eine optimale PrĂ€sentation der Objekte möglich wurde. Ein absolutes Novum war auch, dass die verschiedenen Kunstwerke einer Epoche aufeinander abgestimmt wurden. Möbel, Skulpturen, Gobelins und andere kunsthandwerkliche Arbeiten wurden integriert, so dass ein Gesamtbild einer Stilepoche entstand. Viele Museen folgten in ihrer Ausstellungskonzeption dem Vorbild des Bodemuseums, wie z. B. der Louvre in Paris.

Im Bodemuseum werden Exponate verschiedener Sammlungen gezeigt, die organisatorisch eigenstĂ€ndig sind, wie das MĂŒnzkabinett, oder zusammen mit anderen Museen eine Einheit bilden, wie das Ägyptische Museum (siehe dort), die Skulpturensammlung, die GemĂ€ldegalerie, das Museum fĂŒr SpĂ€tantike sowie das Museum fĂŒr Byzantinische Kunst in den Dahlem-Museen (siehe dort).

Ägyptisches Museum: Die im Bodemuseum gezeigten Objekte sind nicht so berĂŒhmt, wie die des Ägyptischen Museums in Charlottenburg (z. B. die Nofretete-BĂŒste), jedoch stehen sie vom Wert her nicht hinten an. In 12 RĂ€umen wird ein umfassender Überblick in die Ă€gyptische Kunst und Kultur geboten. Höhepunkte sind das ReliefbruchstĂŒck aus der Jahreszeitenkammer vom Sonnenheiligtum des Königs Neu-Ser-Re (um 2390-2360 v. Chr.) sowie die Mumie einer Frau im hölzernen Sarg. Ein eigener Saal widmet sich dem Totenkult der Ägypter. Hier befinden sich verschiedene SĂ€rge und Sarkophage, wie der Bronzesarg einer heiligen Katze (um 500 v. Chr.), sowie Objekte aus Grabkammern.

Papyrussammlung: Sie umfasst rund 30000 Exponate und ist eine der grĂ¶ĂŸten Sammlungen ihrer Art. Neben Ă€gyptischen und griechischen Schriftdokumenten befinden sich hier auch Papyri mit lateinischen, hebrĂ€ischen, aramĂ€ischen, syrischen, nubischen und Ă€thiopischen Texten.

Museum fĂŒr SpĂ€tantike und Byzantinische Kunst: Hier werden Kunstwerke aus Byzanz und kunsthandwerkliche GegenstĂ€nde aus den MittelmeerlĂ€ndern vom 3. bis 18. Jahrhundert gezeigt, wobei der Schwerpunkt auf die spĂ€tantike, frĂŒhchristliche Kunst liegt. Herausragendes Objekt ist ein 1952 restauriertes Apsismosaik aus Glas und Marmor aus der Kirche San Michele in Ravenna. Außerdem von Bedeutung sind Ikonen, koptische Kunst, Grabstelen, Keramiken und Woll- und Seidenstoffe aus Ă€gyptischen GrĂ€bern.

GemĂ€ldegalerie: Hier kann der Besucher GemĂ€lde berĂŒhmter Meister aus dem 14. bis 18. Jahrhundert betrachten. Leider sind einige wichtige Werke von van Dyck, Rubens, Tintoretto, Tizian und Caravaggio bei einem Brand kurz nach dem 2. Weltkrieg zerstört worden.

Skulpturensammlung: Im 2. Weltkrieg hat die Skulpturensammlung schwere Verluste erlitten. Außerdem befinden sich Teile in den Dahlem-Museen. Das Bodemuseum zeigt Architekturplastiken deutscher LĂ€nder, der Niederlande, aus Florenz und Venedig von der Romantik bis zum FrĂŒhklassizismus. Weitere Sammlungsgebiete sind 450 Bildwerke der SpĂ€tgotik sowie berĂŒhmte Kunstwerke italienischer Meister des 15. bis 17. Jahrhunderts, der sĂŒddeutschen Schule des 14. bis 16. Jahrhunderts und der deutschen Meister des 17. und 18. Jahrhunderts.

MĂŒnzkabinett: Die rund 500000 Exponate zeigen Beispiele aus allen Geschichtsepochen und bilden eine der grĂ¶ĂŸten MĂŒnzsammlungen der Welt. Dokumentiert wird die Entwicklung der MĂŒnztechnik vom Altertum bis zur Gegenwart. Gezeigt wird allerdings nur eine kleine Auswahl der GesamtbestĂ€nde.

Museum fĂŒr Vor- und FrĂŒhgeschichte: In fĂŒnf RĂ€umen wird in Wechselausstellungen ein Überblick der Entwicklungsgeschichte des Menschen in Europa bis zum 7. Jahrhundert gezeigt. Auf keinen Fall sollte man sich als Besucher die Sammlung trojanischer AltertĂŒmer entgehen lassen, die Heinrich Schliemann dem Museum geschenkt hatte. Die Sammlungen im Bodemuseum ergĂ€nzt das gleichnamige Museum im Schloss Charlottenburg.

In den 90er Jahren begann die Renovierung des Museums, im August 2000 schlossen sich die Bauarbeiten fĂŒr die Grundinstandsetzung an. Am 22. Oktober 2004 wurde das MĂŒnzkabinett im Bode-Museum wiedereröffnet. Seit dem 19.Oktober 2006 ist das gesamte Museum mit der Skulpturensammlung, dem MĂŒnzkabinett, dem Museum fĂŒr Byzantinische Kunst und verschiedenen Werken der GemĂ€ldegalerie wieder fĂŒr das Publikum zugĂ€nglich.

Eingang: Kupfergraben/MonbijoubrĂŒcke (Museumsinsel). Tel.: 030 20355-0

S-Bahn: S1 – S3, S5, S7, S9 (Friedrichstraße)

U-Bahn: U6 (Friedrichstraße)

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