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Berliner Mauer

Berliner Mauer
8. Juni 2017 uwefreund

Berlin - Berliner Mauer

Berlin: Berliner Mauer

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. Dies waren die Worte des DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 auf einer internationalen Pressekonferenz. Am 13. August 1961 jedoch riegelten Milit├Ąr und Betriebskampfgruppen die Grenze ab, lie├čen niemanden mehr passieren und begannen mit dem Bau der Berliner Mauer. Nach wenigen Tagen waren ├╝berall Stacheldrahtabsperrungen und Stra├čensperrungen errichtet worden, Betonplatten wurden verlegt, Hauseing├Ąnge und Fenster zugemauert. Bereits ein Jahr nach dem Beginn des Mauerbaus waren 41 Menschen auf der Flucht erschossen, unz├Ąhlige beim Versuch verletzt und inhaftiert worden. Insgesamt kamen 70 Menschen bei Fluchtversuchen ums Leben, mehr als 100 wurden durch Schusswaffengebrauch der DDR-Grenztruppen verletzt, ├╝ber 3000 Festnahmen wurden vom Westberliner Sektor aus beobachtet. Die Geschichte der Mauer und eine Dokumentation, was die Menschen alles versuchten, um ├╝ber oder unter die Mauer durchzukommen, zeigt das Haus am Checkpoint Charlie. Der Bau der Mauer wurde so eines der traurigsten Kapitel und der Tag ihres Falls zu dem gl├╝cklichsten der deutschen Geschichte.

Die Berliner Mauer hatte insgesamt eine L├Ąnge von 155 km, wovon 43,1 km auf den innerst├Ądtischen Bereich und 111,9 km auf die Grenze zwischen Westberlin und dem DDR-Bezirk Potsdam entfielen. Die Sperranlage bestand aus der eigentlichen Mauer (bis zu 4,10 m hoch, 16 cm starke, L-f├Âmige Betonplattenwand, mit einem dicken Betonrohr obenauf) bzw. einem Metallgitterzaun, Beobachtungst├╝rmen (293 St├╝ck), Bunkern (57), einem ca. 10 m breiten, beleuchteten Todesstreifen mit Hundelaufanlagen, Patrouillenweg und einem Kontaktzaun, der bei Ber├╝hrung akustische und Lichtsignale ausl├Âste, sowie einem 100 m breiten Sperrgebiet. 55 Stra├čen wurden durch die Berliner Mauer abgeschnitten.

Heute ist kaum noch etwas von der Mauer zu sehen. Innerhalb weniger Monate wurde sie von Mauerspechten zerkleinert und dann mit schwerem Ger├Ąt abgerissen, auch die Narben, die der Mauerbau geschlagen hatte, sind an vielen Stellen bereits ├╝berwuchert. Am deutlichsten kann man noch an der ├ľde des Potsdamer Platzes f├╝hlen, welche Wunden die Mauer geschlagen hatte.

Hinter dem Martin-Gropius-Bau am Prinz-Albrecht-Gel├Ąnde befindet sich noch ein kleines St├╝ck. Dies geh├Ârt jedoch leider nicht zu den Teilen, die von Graffiti-K├╝nstlern bunt bemalt wurden. Am Humboldthafen hinter dem Reichstagsgeb├Ąude steht noch ein Mauerst├╝ck, auf dem die Opfer der Mauer gez├Ąhlt wurden. Ein 1300 m langes St├╝ck von der Oberbaumbr├╝cke entlang der Spree wurde in j├╝ngster Seite auf Ostseite von namhaften K├╝nstlern bemalt. Diese East Side Gallery wurde Anfang 1992 unter Denkmalschutz gestellt.

Niederkirchnerstra├če (Kreuzberg), Bernauer Stra├če (Wedding), Humboldthafen (Tiergarten), Oberbaumbr├╝cke entlang der Spree.

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