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Arrondissements Paris

Paris: Arrondissements Paris

Die Stadt ist in 20 Arrondissements unterteilt, wovon jedes wiederum vier Quartiers umfasst. Insgesamt nimmt die Stadt nur 2,2 Prozent der GesamtflÀche Frankreichs ein, wird aber von immerhin 18,8 Prozent der gesamten französischen Bevölkerung bewohnt.

 

1. Arrondissement (Louvre)

Das erste Arrondissement ist der Ursprung von Paris. Die Stadt entstand damals auf der „Île de la Cité“. Zuerst besiedelten die Kelten die Insel, spĂ€ter wurden ihre so genannte Wasserwohnungen von den Römern in richtige Wohnungen umgebaut. Diese entstanden aus den Steinen, die in den SteinbrĂŒchen des Montmartre abgebaut wurden. Das „Lutetia Parisiorum“, das der Stadt den Namen Paris gab, war erstanden.

Im 1. Arrondissement, dem Kern der Stadt, sind zahlreiche SehenswĂŒrdigkeiten zu finden. Die Conciergerie, der Louvre als ehemalige Königsresidenz und heutiges Museum und die wunderschöne Königskapelle Sainte-Chapelle. Ferner gibt es hier die Ă€lteste Pariser BrĂŒcke „Pont Neuf“, den herrlichen Platz VendĂŽme und das Palais Royal. Acht Jahrhunderte Pariser Geschichte sind in diesem kleinen Arrondissement zu besichtigen. Das Wahrzeichen unseres Jahrhunderts ist schließlich das hypermoderne „Forum des Halles“.

Im 1. Arrondissement wurde eine fĂŒr Paris sehr bezeichnende, aber grausige Maschine erfunden. Im Jahre 1790 arbeiteten ein gewisser Dr. Guillotine und ein deutscher Klavierbauer namens Schmidt im „Cour de Commerce Nummer 9 am Place OdĂ©on an der Guillotine. Es grenzt schon an schwarzen Humor, dass gerade dieses GerĂ€t, durch das so viel Menschen sterben mussten, aus humanitĂ€ren Zwecken erfunden wurde. Andererseits kann man sich vorstellen, dass ein gestresster Henker nicht immer so zielsicher war, um auf einen Schlag ein Leben auszulöschen. Aus diesem Grund arbeiteten diese beiden Herren an einer „menschenfreundlichen Enthauptungsmaschine“. Anfangs hieß die Maschine nach dem Arzt, der ihre Wirkungsweise ĂŒberprĂŒfte, „Louisette“.Die ersten Köpfe, die rollten, stammten ĂŒbrigens von Hammeln, an denen man die Guillotine testete. Dr. Guillotin stellte die fertige und betriebstĂŒchtige Maschine dann der französischen Nationalversammlung vor. Sein „Werbeslogan“ war: „Sie sterben, ohne es zu merken“. Die Frage, wie er sich dessen so sicher sein konnte, bleibt offen. WĂ€hrend der Französischen Revolution, in der die Guillotine praktisch stĂ€ndig in Einsatz war, wurde der deutsche Klavierbauer Alkoholiker und starb an den Folgen seiner Sucht.

2. Arrondissement (Bourse)

Das 2. Arrondissement befindet sich inmitten der „Grands Boulevards“ und in der NĂ€he der Rue Rivoli. Es ist das kleinste der 20 Arrondissements, aber deswegen nicht weniger bedeutend. Hier treffen sich das Geld und die Nachrichten. Große ZeitungshĂ€user sind hier angesiedelt, beispielsweise die Agentur AFP (Agence France Presse). Auch die Pariser Börse hat ihren Sitz im 2. Arrondissement. BerĂŒhmte Persönlichkeiten wie Emile Zola, F. Mistral oder Franz Liszt lebten ehemals hier.

3. Arrondissement (Temple)

Zwischen dem dritten und dem vierten Arrondissement liegt das Marais, das eines der schönsten Viertel von Paris ist. Seinen Namen hat es von dem ehemaligen SĂŒmpfen, die sich an dieser Stelle befanden (marais = „Sumpf“). Zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert war die Glanzzeit des Viertels. Damals ließen sich dort die Oberen Zehntausend von Paris, die FĂŒrsten, KardinĂ€le, Höflinge und der Landadel nieder und erbauten ihre HĂŽtels. Unter HĂŽtel versteht man die StadtpalĂ€ste der Oberschicht, die mit wunderschönen GĂ€rten und herrlichen Portalen ausgestattet waren und zum Teil auch noch heute existieren. Gebaut wurden die HĂŽtels vorwiegend in der Renaissance- und Barockzeit. In der Rokokozeit zogen die meisten Hoch- und Wohlgeborenen allerdings nach Faubourg Saint-Germain oder Versailles um und das Maraisviertel erlebte seinen Niedergang. In den ehemals glanzvollen Stadtwohnungen der Reichen wurden jetzt Handwerksbetriebe errichtet und die Französische Revolution trug das ihre zur VerwĂŒstung des Viertels bei. Zwar versuchte man im 19. Jahrhundert das Quartier ein wenig zu restaurieren, die Arbeiten Ă€nderten aber nicht sehr viel an dem traurigen Aussehen des Marais.

Erst unter Charles de Gaulles Kultusminister AndrĂ© Malraux bemĂŒhte man sich ab 1962 um die wirkliche Erhaltung dieses so wunderbaren alten Kerns von Paris. Noch heute wird Ihnen bei einem Spaziergang durch das Marais-Viertel der Widerspruch zwischen halb verfallenen und frisch restaurierten GebĂ€uden ins Auge stechen.

Nicht nur tagsĂŒber sondern auch nachts , ist in dem alten und doch so neuen Marais-Viertel immer etwas los. AuffĂ€llig ist wie viele junge Leute sich gerne hier aufhalten. Dies bringt auch mit sich, dass im Marais an vielen Ecken StraßenkĂŒnstler ihrem VergnĂŒgen nachgehen. In lauen SommernĂ€chten können Sie mit etwas GlĂŒck einer imposanten StraßenauffĂŒhrung vor dem Hintergrund der alten prachtvollen HĂ€userfassaden beiwohnen.

Ein anderes Viertel im 3. Arrondissement ist das Quartier „Le Temple“. Es steht schon immer im völligen Gegensatz zum Marais und war das Viertel der einfachen Leute. Le Temple bekam seinen Namen vom Templerorden, der ehemals hier ansĂ€ssig war. Es gab auch einen Palast des Templerordens, der mit seinen spitzen tĂŒrmen das Aussehen einer Burg hatte. nach der Französischen Revolution und der Zerstörung der Bastille diente der Palast ĂŒbergangsweise als GefĂ€ngnis fĂŒr Louis XVI. und dessen Familie. Leider existiert dieses GebĂ€ude heute nicht mehr, denn als Baron Haussmann im Auftrag Napoleons III. der Stadt ein neues Gesicht gab musste er weichen.

Sehen Sie sich doch bei einem Rundgang durch dieses Viertel das Ă€lteste Haus von Paris an. In der Rue Volta steht seit dem 13. Jahrhundert noch ein hĂŒbsches Haus hinter einer nun schon 700 Jahre alten Fassade. Eine weitere berĂŒhmte Straße des Quartier Le Temple ist die Rue de Temple. Man kennt sie nicht zuletzt deshalb, weil HonorĂ© de Balzac hier in seiner Jugend fĂŒnf Jahre lang lebte.

Schön ist auch die Place de la RĂ©publique. Schon etwas weiter vom Touristenrummel entfernt, befindet sich dieser schöne große Platz, um den die Autos im Kreisverkehr gelenkt werden. Auch hier finden Sie das Paris, das so sehr fĂŒr seine schönen HĂ€userfassaden und Balkonen. Vor allem haben Sie hier eine große Auswahl an CafĂ©s und Restaurants. Besuchen Sie doch eines der zahlreichen Austernlokale, die ihre Ware an einem kleinen Stand auch auf der Straße den Passanten anbieten. Schön ist z.B. das „Relais d’Eguisheim“.

4. Arrondissement (HĂŽtel de Ville)

Das 4. Arrondissement hat wahrlich viele Seiten. Es beherbergt das moderne Centre Pompidou, das Rathaus (HĂŽtel de Ville), einen Teil des Marais-Viertels (siehe 3. Arrondissement), wie auch die lebhafte Rue Rivoli. In den Bereich des 4. Arrondissements fallen auch die beiden Inseln, die Île de la CitĂ©, auf der auch die Notre Dame steht und die wunderschöne kleinere Île Saint-Louis. Die Île Saint-Louis ist eine kleine Welt fĂŒr sich. Hier sind die Mietpreis am höchsten, was ihr oft den Ruf einer vornehmen Insel einbringt. Sie ist aber nur sehr widersprĂŒchlich. Auf der einen Seite strahlt sie etwas unberĂŒhrbares, fast distanziertes oder abweisendes aus, auf der anderen Seite gibt es auf ihr unzĂ€hlige gute Restaurants, kleine Hotels, Boutiquen, TeehĂ€user und so auch eine Menge geschĂ€ftigen Treibens. Einen Spaziergang zu bzw. auf dieser kleinen Insel sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen, denn sie gilt als einer der schönsten Teile Paris. Kopfsteinpflaster und hohe BĂ€ume entlang der Quais geben ihr ein Flair, das nicht zu beschreiben ist. Halten Sie die Augen auf und Sie werden auf der Île Saint- Louis das Paris sehen, von dem so oft gesprochen wird: das Paris der Tauben, der Verliebten und der Angler.

Die Île de la CitĂ© ist nicht nur wegen der Kathedrale Notre Dame berĂŒhmt, auch wenn sie heute Hauptanziehungspunkt fĂŒr Touristen ist. FrĂŒher befand sich hier auch die „Morgue“. Die „Morgue“ war das allen Parisern bekannte Leichenschauhaus, das unter Baron Haussmann von der Place Michel auf die Île de la CitĂ© verlegt wurde. Bis zur nochmaligen Verlegung in eine Klinik am Ring vor ein paar Jahren konnten die Pariser seit 1864 nach ihrer Sonntagsandacht ihre lieben oder weniger lieben Verblichenen besuchen. Die Leichen waren offen und nackt aufgebahrt, oft Selbstmörder oder Nichtidentifizierte.

Kleine Gruselgeschichte aus dem 4. Arrondissement:

Im 13. Jahrhundert lebte in der Rue Mouset ein Barbier. Gleich nebenan verkaufte ein BĂ€cker Pasteten, die in ganz Paris bekannt und beliebt waren. Eines Tages jedoch trug es sich zu, dass vor dem Friseurladen ein Hund solange bellte, bis sich viele Neugierige versammelt hatten. Der Hund, so fand man heraus, vermisste seinen Herrn. Ein deutscher Student, der seit zwei Tagen spurlos von der BildflĂ€che verschwunden war. Als die Gendarme das Haus vor dem der Hund Krawall schlug durchsuchten, fanden sie ĂŒberall Blutspuren. Und so kam die furchtbare Wahrheit zu Tage: Der Barbier pflegte den unbekannten unter seinen Kunden schlicht die Kehle durchzuschneiden und sie in den Keller zu verfrachten. Dieser Keller wurde aber gleichzeitig von dem BĂ€cker mitbenutzt, der kurzerhand Hackfleisch aus den Verblichenen machte und die Masse in seine berĂŒhmten und beliebten Pasteten fĂŒllte. (Quelle: Handwerksbuch der ZĂŒnfte aus dem Jahre 1253)

5. Arrondissement (Panthéon)

Inmitten des 5. Arrondissements liegt die berĂŒhmte Pariser UniversitĂ€t Sorbonne. Weiter gehören der Jardin des Plantes wie auch der grĂ¶ĂŸte Teil des Jardin de Luxembourg zu diesem Bezirk. Das bekannteste Viertel des 5. Arrondissements ist das Quartier Latin, das Studentenviertel. FrĂŒher war die Pariser UniversitĂ€t auf der Île de la CitĂ©. Gegen Ende des Mittelalters jedoch verlegte man die UniversitĂ€t in das Quartier Latin, in dem heute auch die meisten der Pariser Eliteschulen (Grandes Ecoles) sind. Seinen Namen bekam das Quartier Latin einmal von den Römer, die hier frĂŒher wohnten und dann weil in der Zeit von François Villon (frz. Dichter 1431-1463, eigentlich F. de Montcorbier, bekannt als bedeutendster Dichter der Vagantendichtung) und der Gelehrten Latein die Sprache des Viertels war. Heute treffen hier französische und fremdlĂ€ndische SchĂŒler und Studenten mit Touristen aus aller Welt zusammen. Im unteren Teil des Quartier Latin gibt es unzĂ€hlige Kinos, Diskotheken und viele Restaurants (v.a. griechische, arabische und indonesische).

6. Arrondissement (Luxembourg)

Der 6. Bezirk ist das Arrondissement der BĂŒcher und Bouquinisten, der Galerien und der schönen KĂŒnste, wie auch der CafĂ©s und Restaurants. Der Jardin de Luxembourg gehört zum Teil in dieses Arrondissement. Das bekannteste Viertel des 6. ist das Saint-Germain-des-PrĂšs. FrĂŒher waren hier nur Wiesen (prĂ©s) bis hier im 8. Jahrhundert ein Benediktinerkloster gegrĂŒndet wurde, das allerdings damals noch recht entfernt von der Stadt lag. WĂ€hrend und nach dem Zweiten Weltkrieg war diese Viertel Anziehungspunkt fĂŒr viele bekannte und weniger bekannte KĂŒnstler. Man traf sich in literarischen CafĂ©s und GrĂ¶ĂŸen wie Jean Paul Sartre und Simone de Beauvoir tranken mit Gleichgesinnten im „Le Flore“ oder Im „Les Deux Magots“, wĂ€hrend Juliete GrĂ©co sich im „Tabou“ in der Rue Dauphine die Seele aus dem Leib sang. Zwar hat sich das Saint-Germain-des-PrĂšs einen Teil seines Zaubers erhalten, die Glanzzeiten als KĂŒnstlerkolonie sind aber vorbei. Suchen Sie bitte nicht das Viertel, das Simone de Beauvoir in ihrem Roman „Les Mandarins de Paris“ beschrieb, sondern genießen Sie die heutigen BuchlĂ€den oder CafĂ©s. Das „Le Flore“ oder „Les Deux Magots“ sind auch heute noch sehenswert, KĂŒnstler werden Sie jedoch nicht mehr finden – und die CafĂ©s lassen sich den Ruf aus alter Zeit teuer bezahlen.

7. Arrondissement (Palais Bourbon)

Bekannt ist das 7. Arrondissement fĂŒr den Eiffelturm und den Invalidendom, in dem NapolĂ©on seine letzte RuhestĂ€tte hat.

Im 7. Bezirk liegt das bekannte Viertel Faubourg Saint-Germain. Der Boulevard Saint-Germain ist eine kleine Prachtstraße, auch die Place Saint-Germain-des- PrĂ©s lohnt auf jeden Fall eine Stippvisite. Schon im 18. Jahrhundert siedelten sich hier die Reichen und Superreichen der Stadt an und auch heute noch lebt hier die CrĂšme de la CrĂšme und viele Leute aus Diplomatenkreisen. Die Neureichen fanden hier keinen Platz mehr und mussten notgedrungen in ein anderes Arrondissement, nĂ€mlich das 8. ausweichen. Ein Spaziergang durch das Viertel bietet schöne Einblicke in herrliche GĂ€rten und parkĂ€hnliche Anwesen, auf denen meist prĂ€chtige HĂ€user und Villen stehen.

Möchten Sie selbst durch einen dieser GĂ€rten lustwandeln, besuchen Sie das MusĂ©e Rodin. Das kleine Palais beherbergt die Arbeiten Rodins und Camille Claudels, im Garten stehen einige der berĂŒhmten Skulpturen des Meisters („Der Denker“, „Die BĂŒrger von Calais“, „Balzac“). Immer gepflegt und von der Stadt wunderschön bepflanzt finden Sie hier einen „Geheimen Garten“.

8. Arrondissement (Elysée)

Dieser Bezirk hat drei ganz unterschiedliche Gesichter. Lassen Sie ihn uns so einteilen: Im westlichen Teil des 8. Arrondissements befinden sich die Champs- ElysĂ©es und der Triumphbogen wie auch die eleganteste Einkaufsstraße von Paris, die Rue du Faubourg St. HonorĂ©. In dieser Straße steht ĂŒbrigens zwischen den weltbekannten ModehĂ€usern wie Dior, HermĂšs oder Cardin recht unauffĂ€llig das Palais de l’ElysĂ©e, in dem niemand anderer als der französische StaatsprĂ€sident lebt. Der sĂŒdöstliche Teil des 8. Bezirks wird von einem Teil der Champs-ElysĂ©es, der sehenswerten Place de la Concorde und der Madeleine beherrscht. Der nördliche Teil des Arrondissements wird vom Parc Monceau und der Gare St. Lazare eingegrenzt. Bei einem Rundgang durch das 8. haben Sie also die freie Wahl zwischen Prunk und Reichtum, SehenswĂŒrdigkeiten oder Pariser Flair und Erholung im Park Monceau.

9. Arrondissement (Opéra)

Das Arrondissement wird auch OpĂ©ra genannt, denn in seinem Herzen steht die alte Pariser Oper, die wirklich ein PrachtstĂŒck. Ebenso der Place de l’OpĂ©ra. Viele der „Grands Boulevards“ fĂŒhren durch diesen Bezirk, wie zum Beispiel der Boulevard de la Madeleine mit seinem berĂŒhmten „CafĂ© de la Paix“. Sie werden auch viel GrĂŒn in diesem Arrondissement finden, ob es sich nur um schöne alte BĂ€ume handelt oder zahlreiche bunte BlumenstĂ€nde, z. B. am Boulevard des Capucines. Noch zum Teil gehören aber auch die Place de Pigalle und die Place Blanche in dieses Arrondissement. Und dadurch hat das 9. auch noch ein anderes Gesicht. Der Boulevard de Clichy, umsĂ€umt von BĂ€umen und noch sehr schönen alten MĂ©tro-Stationen ist eigentlich nichts anderes als eine 600 m lange AmĂŒsiermeile der billigen Art. Sexshops, Spielhallen oder Pornokinos verunzieren den Boulevard, durch den tĂ€glich etliche Touristenbusse fahren.

10. Arrondissement (Enclos-Saint-Laurent)

Wenn Sie mit dem Zug nach Paris fahren , kommen sie im 10. Arrondissement an. Denn hier sind zwei der großen Bahnhöfe von Paris. Der Gare de l’Est, hier treffen ZĂŒge aus SĂŒddeutschland oder Mitteleuropa ein und der Gare du Nord (Norddeutschland, Nordeuropa, Skandinavien und BeneluxlĂ€nder). Der Bezirk hat ansonsten noch zwei schöne Triumphbögen, die Porte Saint-Denis und die Porte Saint-Matin wie auch den einzigen Kanal von Paris zu bieten. Die Porte St. Denis wurde 1672 zur Erinnerung an die Siege Ludwig XIV am Rhein erbaut. Die Porte St. Martin wurde 1674 von reichen Kaufleuten gestiftetet.

Der Canal Saint-Martin wurde in den Jahren 1822 bis 1825 gebaut. Anstelle eines Weges erschuf man hier den Kanal, um den Weg vom oberen zum unteren Seinelauf abzukĂŒrzen und so den durchreisenden einen Weg von immerhin 16 km zu sparen. Der Kanal steht heute auf Anregung von AndrĂ© Malraux unter Denkmalschutz, zum grĂ¶ĂŸten Teil verlĂ€uft er heute unterirdisch. Lassen Sie sich einen Spaziergang am Canal St. Martin nicht entgehen. Sie werden ĂŒberrascht sein wie lĂ€ndlich Paris noch wirken kann. Jedenfalls ist es ein herrliches StĂŒck in Paris, um einen romantisch-nostalgischen Ausflug zu machen. Die Gegend war ĂŒbrigens nicht immer so romantisch. Wenn Sie auf die Kreuzung Quai des Jammapes /Rue de la Grange-aux-Belles kommen, sollten sie wissen, dass hier im Mittelalter die HinrichtungsstĂ€tte war, denn dort stand der Galgen Montfaucon, an dem so viele ihr Leben beschlossen. Erholen Sie sich von dem leichten Gruselschauer und flanieren Sie ein wenig am Wasser entlang.

11. Arrondissement (Popincourt)

Das 11. Arrondissement zieht vor allem aus dem 18. Jahrhundert seine Geschichte. Im Quartier St. Antoine auf der Place de la Bastille fand die Französische Revolution statt. Damals, am 14. Juli 1798 begann die Revolution mit dem Sturm auf die Bastille. Das Bauwerk ist heute nicht mehr vorhanden, es wurde vollstĂ€ndig abgetragen. Unter der Guillotine fanden UnzĂ€hlige den Tod. Es wurde hart und unerbittlich gekĂ€mpft. Jeder Frankreichkundige kennt die normale BegrĂŒĂŸungsfloskel „ça va?“ (Geht’s denn?) und deren Antwort „on se dĂ©fend“ (man schlĂ€gt sich durch, verteidigt sich). Dieses „on se dĂ©fend“ stammt aus dem Bezirk, in dem die Revolution losbrach. FrĂŒher ein reines Handwerkerviertel, hat die Gegend nun durch den Bau der neuen Oper, der Volksoper unter François Mitterrand eine gehörigen Aufschwung erlebt und wurde in den letzten Jahren zum In-Viertel.

Kleine Geschichte zum 11.Arrondissement

Eigentlich tragisch, aber auch recht komisch ist ein Ereignis, das am 10.08.1903 im 11. Bezirk passiert ist. Damals nĂ€mlich fing ein MĂ©tro-Wagen an zu brennen und als die Passagiere dann endlich noch wohlbehalten in der MĂ©tro-Station Couronne aussteigen konnten hatten sie leider nichts besseres zu tun als ihr Fahrgeld, das damals 3 Sous betrug in der Station zurĂŒckzufordern. Damit vertan sie wichtige Zeit, um sich noch vor dem sich ausdehnenden Brand auf die Straße zu retten. 77 Menschen erstickten damals im Rauch, der sich in der MĂ©tro-Station entwickelte. So kamen die Pariser zu ihrem „Dreigroschentod“, denn unter diesem Namen ging diese Episode in die Geschichte ein.

12. Arrondissement (Reuilly)

Im Westen wird der 12. Bezirk von der Place de la Bastille eingegrenzt. Die Ostgrenze ist der Bois de Vincennes, in dem sich schon König Ludwig der Heilige zu erholen pflegte. Dort liegt auch der Zoo von Paris. Ein geschichtstrĂ€chtiges, „grĂŒnes“ Arrondissement.

13. Arrondissement (Gobelins)

Das 13. Arrondissement ist seit einigen Jahren sehr im Aufschwung begriffen. FrĂŒher nur ein hĂ€ssliches Betonviertel versucht man es jetzt zwar modern, aber dennoch ansehnlich zu gestalten. Hier wird auch die neue Bibliothek, in Form von vier geöffneten BĂŒchern bald fertig gestellt sein. Sie zĂ€hlt ebenfalls zu den so genannten „Grands Travaux“ unter StaatsprĂ€sident François Mitterrand. Weitere Schwerpunkte sind die Gare d’Austerlitz, die Place d’Italie, die CitĂ© Universitaire, wo um die 5000 Studenten je nach NationalitĂ€t in verschiedenen Wohnblöcken wohnen und die SalpĂȘtriĂšre. Die SalpĂȘtriĂšre war unter König Ludwig XIII. eine Lagerhaus fĂŒr Salpeter (daher der Name) und fĂŒr Schießpulver. SpĂ€ter wurde sie als Armenasyl wie auch als FrauengefĂ€ngnis und Irrenanstalt genĂŒtzt. Heute ist hier die grĂ¶ĂŸte UniversitĂ€tsklinik von Paris untergebracht. Im 13. Arrondissement befindet sich auch einer der sieben kleinen HĂŒgel von Paris, die Butte aux Cailles.

Geschichte zur Butte aux Cailles:

Die Butte aux Cailles ist quasi die Wiege der französischen Ballonfahrt, denn die GebrĂŒder MontgolfiĂšre ließen hier den ersten Heißluftballon steigen, der auch auf der Butte wieder landete. Die Insassen, ein Hammel, ein Hahn und eine Ente kamen wohlbehalten wieder auf die Erde zurĂŒck.

Der Name der Butte kommt von den Wachteln (caille), die NapolĂ©on hier frĂŒher jagte. Überhaupt scheint dieser kleine Berg immer wieder mit Federvieh zu tun gehabt zu haben. Die Geschichte erzĂ€hlt von einem Fest, zu dem sich Charles VII. und seine Angestellten aus Jux teeren und federn ließen, um den Bruder des Königs zu ĂŒberraschen. Als dieser die seltsamen Vögel dann nĂ€her betrachten wollte, fingen sie leider an seiner Fackel Feuer und mussten sich, aneinander gekettet wie sie waren, allesamt in einen kleinen Bach werfen.

14. Arrondissement (Observatoire)

Der 14. Bezirk beherbergt acht KrankenhĂ€user, den 59 Stockwerk hohen Tour de Montparnasse und den berĂŒhmten Friedhof CimetiĂšre de Montparnasse. Bekannt ist der Bezirk vor allem fĂŒr das Quartier Montparnasse, das bis zur Weltwirtschaftskrise 1929 das KĂŒnstlerviertel von Paris war. Hier traf sich alles was Rang und Namen unter den KĂŒnstlern hatte, von den Malern Utrillo, Chagall, Modigliani, Kandinsky, Matisse ĂŒber die Schrifsteller J. P. Sartre, Simone de Beauvoir, Hemmingway, Henry Miller und AnaĂŻs Nin, wie auch James Joyce und Samuel Beckett zu den berĂŒhmten französischen SĂ€ngern Edith Piaf, Maurice Chevalier oder Charles Aznavour. Treffpunkte waren u.a. die CafĂ©-Bistros „Dome“, „Coupole“ und „Rotonde“. Sie alle liegen an der Kreuzung Boulevard Raspail und Boulevard Montparnasse und laden auch heute noch zu einem Besuch ein. Besuchen Sie doch auch den Friedhof, der an sonnigen Tagen mit den vielen streunenden Katzen so gar nichts trauriges an sich hat.

15. Arrondissement (Vaugirard)

Obwohl im 15. Arrondissement das Leben nur so pulst, hat es dem Touristen, den nur die großen SehenswĂŒrdigkeiten interessieren, nicht viel zu bieten. Hier spielt sich das von Touristenströmen weitestgehend verschonte „normale“ Pariser Leben ab. Allerdings wird das 15. Arrondissement von zwei der berĂŒhmtesten Wahrzeichen eingegrenzt, nĂ€mlich dem Tour Eiffel im Westen und dem Tour Montparnasse im SĂŒdosten. Beide sind auf jedenfalls einen Besuch wert.

Tipp: Eine kleine Besonderheit hĂ€lt das 15. aber dennoch fĂŒr Sie bereit. Die AllĂ©e des Cygnes lĂ€dt Sie zu einem kleinen Spaziergang ein. Die so genannte Allee ist eine sehr schmale Mini-Insel zwischen der Pont de Birhakeim und der Pont de Grenelle. Hinter der Pont Grenelle werden Sie dann vielleicht etwas ĂŒberrascht auf die Pariser Freiheitsstatue stoßen. Die amerikanische Freiheitsstatue war nĂ€mlich ein Geschenk der Franzosen an die Stadt New York, das Model behielten Sie.

16. Arrondissement (Passy)

Das 16. Arrondissement bietet Ihnen wieder unzĂ€hlige Besichtigungen oder SpaziergĂ€nge an. Es ist reich an Museen, das netteste ist wohl das MusĂ©e Balzac. Begrenzt wird der Bezirk durch die Place Charles de Gaulle-Etoile, die Seine und den Bois de Boulogne. Ein weiteres Highlight ist das Palais Chaillot mit seiner prĂ€chtigen Aussichtsterasse. Das Chaillotviertel war sehr lange selbststĂ€ndig. Ein kleines Dorf inmitten von HĂŒgeln und Weinbergen. Auch heute könnte man sich bei einem Spaziergang durch das Viertel vorstellen, dass es ein eigener kleiner und sehr reicher Ort ist, der eben bis an die Pariser Stadtgrenze herangewachsen ist. Tipp: Im 16. Arrondissement liegt die weltbekannte Place Charles de Gaulle-Etoile, auf die 12 große Avenuen sternförmig zulaufen. Jeder, der schon einmal in Paris war kennt den Platz. Weniger bekannt ist ein hĂŒbsches kleineres PlĂ€tzchen im Bezirk, die Place Victor Hugo. Auch hier laufen 10 Straßen zusammen, aber alles im kleineren Rahmen und so wesentlich hĂŒbscher. Auch werden Sie hier wohl kaum auf andere Touristen treffen und können sich so „pariserischer“ fĂŒhlen.

17. Arrondissement (Batignolles-Monceau)

Dieses Arrondissement bietet Kulturbegeisterten eigentlich gar nichts. Wenn Sie aber gut essen wollen, sind Sie im 17. bestens aufgehoben. Mit Sicherheit ist es trotzdem interessant mal ein wenig durch diesen Bezirk zu bummeln. Zum Beispiel ĂŒber den Boulevard Batignolles, an dessen Seiten hohe alte Kastanien stehen und wo sich schon Dichter wie Heinrich Heine oder Verlaine gerne aufhielten. Oder Sie besuchen die DenkmĂ€ler fĂŒr die beiden Alexandre Dumas und Sarah Bernhardt, die an der Place Malesherbes (wörtlich „Unkrautplatz“) stehen. Sarah Bernhardt, die eigentlich Henriette- Rosine Bernhardt hieß wurde 1844 in Paris geboren und zu einer der berĂŒhmtesten Schauspielerinnen an der „ComĂ©die Française“, die auch in vielen anderen Theatern in Paris und auf der ganzen Welt auftrat. Sie spielte meist tragische Rollen und schrieb selbst Lustspiele, Romane und Novellen. Gestorben ist die Bernhardt ebenfalls in Paris im Jahre 1923.

18. Arrondissement (Butte-Montmartre)

Das 18. Arrondissement lĂ€sst sich in drei Teile einteilen: Zum einen. den Boulevard Clichy und den Boulevard Rochechouart, die außer billige Pornokinos und Sexshops, wie auch Striplokalen nichts zu bieten haben, wenngleich sie eigentlich mit ihrem Bestand an GrĂŒn und den alten MĂ©tro-Stationen recht hĂŒbsch sein könnten. Zum zweiten die Butte Montmartre mit der SacrĂ© Cœur und dem Place du Tertre. Und schließlich die pittoreske und romantische, von Touristenströmen weitestgehend unberĂŒhrte Nordseite des MontmartrehĂŒgels. Gehen Sie dort ein wenig spazieren und trĂ€umen Sie sich in das alte Paris zurĂŒck. Hier finden Sie ĂŒbrigens auch den Weinberg von Montmartre, der den meisten Touristen nicht bekannt ist. Auch der bekannte Friedhof „CimetiĂšre de Montmartre“ ist einen Besuch wert.

Das 18. Arrondissement im Internet: http://www.paris18.net

19. Arrondissement (Butte-Chaumont)

Das 19. Arrondissement ist eine Welt fĂŒr sich. Die dort Lebenden halten sich auch nicht unbedingt zu Paris gehörig, wenn sie auch einen gewissen Stolz auf die Stadt nicht ableugnen können. In den letzten Jahren entstand hier auf dem ehemaligen GelĂ€nde eines großen Schlachthofes der neue Parc de la Villette mit seiner „CitĂ© des Sciences et de l’Industrie“. Zu den Schönheiten des 19. Bezirks gehört der Parc des Buttes Chaumont. Ehemals wurde hier aus SteinbrĂŒchen Kalkstein gefördert, bis man auf dem GelĂ€nd einen kĂŒnstlichen See anlegte. Aus dessen Mitte ragt ein beinahe 50 m hoher Fels empor, an dessen Spitze sich eine kleine Aussichtsplattform befindet. Über eine kleine BrĂŒcke können Sie dahin gelangen. Auch kĂŒnstliche Grotten und anderer kleinere Felsen umgeben den See, so dass man sich bei einem Spaziergang durch den Park schnell in eine unwirkliche herrliche MĂ€rchenwelt versetzt vorkommen kann.

Kleine Geschichte zur Butte Chaumont:

Bis in unser Jahrhundert hinein als das AufknĂŒpfen durch das Köpfen ersetzt wurde standen auf der Butte Chaumont Galgen. Seit dem Mittelalter starben hier Verurteilte durch den Strang. Zur Abschreckung ließ man sie bis zu sechs Wochen auch dort hĂ€ngen und weil es gar so schaurig schön war, hĂ€ngte man gleich die in der Stadt Hingerichteten mit dazu. Man kann sich den Geruch gut vorstellen. Höhepunkt dieses Gruselberges war der Galgen von Montfaucon. Ein wahres Wunderwerk an Standfestigkeit, zumal er spĂ€ter auch noch fest eingemauert wurde, konnten an ihm gleichzeitig sechzig Menschen hingerichtet werden. Fraglich also, ob die verwesenden Leichen der schon Hingerichteten wirklich so abschreckend waren.

20. Arrondissement (MĂ©nilmontant)

Das MĂ©nilmontant, das dem 20. Bezirk den Namen gab, existiert leider nicht mehr. Dennoch bietet das Arrondissement auch wenn es heute sehr nĂŒchtern ist, noch schöne Blicke ĂŒber die Stadt, da es zum grĂ¶ĂŸten teil auf einem der sieben HĂŒgel von Paris lebt. Das alte MĂ©nilmontant muss man sich als ein Ă€rmliches Stadtviertel vorstellen, in dem der Spatz von Paris; Edith Piaf ihre Jugend in den Gassen verbrachte und mit ihrer spĂ€ter weltberĂŒhmten Stimme die ersten Sous verdiente. Ärmlich , aber doch sehr idyllisch und im FrĂŒhjahr von Fliederduft durchtrĂ€nkt- dieses MĂ©nilmontant muss man heute lange suchen, aber mit etwas GlĂŒck findet sich vielleicht noch die eine oder andere Ecke, die nicht plattgewalzt und wieder aus dem Boden gestampft wurde. Die schönste und romantischste Ecke des 20. Arrondissements ist aber immer noch der Friedhof PĂšre Lachaise, den Sie auf keinen Fall auslassen dĂŒrfen.

 

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