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Palacio de Linares

Palacio de Linares
8. Juni 2017 uwefreund

Madrid - Palacio de Linares

Madrid: Palacio de Linares

Die Stiftung f√ľr Hispanoamerikanische Kultur „Casa de Am√©rica“ ist im Palacio de Linares an der Plaza de Cibeles untergebracht. Hier k√∂nnen Sie alles zum Thema Lateinamerika erfahren, oder in der Cafeter√≠a gem√ľtlich etwas trinken. Spannend: Die Geschichte des Palastes, √ľber den viele gruselige Legenden berichtet werden.

Um den Palacio de Linares ranken sich viele Legenden, an die man sich vor allem in den 1990er Jahren wieder erinnert hat. 1990 sollte der bauf√§llige Palast umfangreich renoviert werden. W√§hrend der Renovierungsarbeiten kam es immer wieder zu merkw√ľrdigen Zwischenf√§llen: T√ľren √∂ffneten und schlossen sich auf magische Weise, man h√∂rte die leichtf√ľ√üigen Schritte eines Kindes und immer wieder herzzerrei√üende Schreie eines M√§dchens, die die Nachtruhe st√∂rten. Schon bald wurden die seltsamen Ph√§nomene von der Presse aufgenommen. Radio und Fernsehen berichteten √ľber die Vorf√§lle im Palacio de Linares, und ganze Scharen von angeblichen Geisterj√§gern und paranormalen Experten wollten sich den Schauplatz aus der N√§he ansehen.

Den Ursprung der Ereignisse findet man wohl in der Legende des Marquis von Linares. Jos√©, der Sohn des reichen Unternehmers Mateo Murga, verliebte sich in das arme Arbeiterm√§dchen Raimunda. Als er sie seinem Vater vorstellte, reagierte dieser ungewohnt heftig und schickte seinen Sohn nach England. Er sollte seine Studien fortsetzen und sich das junge M√§dchen aus dem Kopf schlagen. Noch w√§hrend der langen Reise nach England verstarb der Vater √ľberraschend, und Jos√© reiste umgehend nach Madrid zur√ľck. Dort heiratete er seine geliebte Raimunda und begann den Palacio de Linares zu errichten. Schon wenig sp√§ter kam der erste Nachwuchs, die kleine Tochter Raimundita.

Eines Tages fand Jos√© einen Brief seines verstorbenen Vaters, in dem dieser erkl√§rte, warum er damals so vehement gegen die Hochzeit mit Raimunda war: Mateo Murga hatte vor vielen Jahren ein Verh√§ltnis mit einer Arbeiterin aus der Tabakfabrik gehabt. Aus dieser Liaison ging Raimunda hervor ¬Ė Jos√© und Raimunda waren also Halbgeschwister.

Obwohl es verschiedene Geschichten √ľber den Fortgang der kleinen Familie gibt, berichtet die bekannteste Version, dass Jos√© und seine Frau entschlossen waren, ihr eigenes Kind zu t√∂ten. Sie waren davon √ľberzeugt, dass Raimunditas Schicksal verwunschen war. Manchmal erz√§hlte man, die Kleine sei in einer der luxuri√∂sen Marmorbadewannen ertr√§nkt worden. Eine andere Legende bezeugt, dass sie in einer Au√üenmauer des Palastes eingemauert worden sein soll. Das Paar war besch√§mt √ľber sein Schicksal und seine grauenvolle Tat und beschloss, den Rest seines Lebens in getrennten Teilen des Palastes zu leben. Viele Jahre sp√§ter soll Raimunda an gebrochenem Herzen gestorben sein. Jos√© nahm sich daraufhin das Leben. Als unseliger Selbstm√∂rder durfte er im katholischen Spanien nicht auf einem Friedhof beerdigt werden, so dass man ihn im Garten des Anwesens vergraben hatte.

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