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Parochialkirche

Parochialkirche
8. Juni 2017 uwefreund

Berlin - Parochialkirche

Berlin: Parochialkirche

Am 15. August 1695 fand im Beisein des Kurfürsten Friedrich III. die Grundsteinlegung der Parochialkirche in der Klosterstraße statt. Die Entwürfe des ersten barocken Sakralbaus Berlins und des ersten nachreformatorischen Kirchenneubaus erstellte Johann Arnold Nering, der auch das Schloss Charlottenburg, den Marstall und das Zeughaus entwarf. Nach dessen Tod übernahm der Hofbaumeister Grünberg die Bauleitung. Trotz des Einsturzes des fast vollendeten Gewölbes 1698 wurde die Kirche bis 1703 fertiggestellt und eingeweiht. Jean de Bodt entwarf 1708 für die Kirche der reformierten Stadtgemeinde einen Turm, der Berühmtheit durch das Glockenspiel erlangte, dass Friedrich Wilhelm I. der Kirche schenkte. Diesem Glockenspiel mit 37 Glocken verdankt die Kirche den Namen Berliner Singuhrkirche. Zur halben, viertel und halben Viertelstunde ertönten Zwischenmelodien, jede Stunde Choräle. Auch Glockenkonzerte fanden in der Kirche statt. Die Parochialkirche wurde in der Folgezeit immer wieder umgebaut, so dass vom Originalentwurf Nerings nicht mehr viel übrig blieb.

Die Kirche war vollständig unterkellert und bot in 30 gewölbten Kammern, die durch kreuzförmig angelegten Gänge erschlossen waren, Raum für Gräber. Durch die gute Durchlüftung verwesten die Leichen nicht, sondern wurden mumifiziert.

Am 24. Mai 1944 wurde die Kirche bei einem Bombenangriff nahezu zerstört, nur zwei Glocken des Glockenspiels blieben erhalten. Auch die Gräber vieler berühmter Persönlichkeiten unter der Kirche wurden verwüstet. Immer wieder wurde mit dem Neuaufbau begonnen, aber nie vollendet. So diente das Kirchenschiff eine Zeit lang sogar als Möbellager. Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten schien es, als ob nun endlich der Aufbau der Kirche voranschreiten würde. Die begonnenen Baumaßnahmen wurden jedoch 1994 erneut eingestellt, als das Bundesministerium des Innern die Fördergelder strich. Seitdem sammelt eine Gesellschaft Gelder, um den Aufbau der Kirche auf diesem Wege zu finanzieren.

Klosterstraße 67. Tel.: 24 75 95 10, 24 75 95 14 (Führungen nach Vereinbarung).

U-Bahn: U2 (Klosterstraße)

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