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Schloss Charlottenburg

Schloss Charlottenburg
3. August 2016 uwefreund

Berlin - Schloss Charlottenburg

Berlin: Schloss Charlottenburg

Schloss Charlottenburg ist heute eines der wenigen monumentalen Bauten der Hohenzollern, nachdem die Stadtschlösser in Berlin und Potsdam nach dem Krieg abgetragen wurden.

Von 1695-99 entstand der Mittelbau als Sommerresidenz der Kurfürstin Sophie Charlotte, damals noch in ländlicher und bewaldeter Umgebung. Das Schloss wurde nach dem nahe gelegenen Ort Lietzow Schloss Lietzenburg genannt. Erst nach dem Tode von Sophie Charlotte wurde es ihr zu Ehren in Schloss Charlottenburg umbenannt. 1702, ein Jahr nachdem sich der Kurfürst Friedrich III. selbst zum König Friedrich I. gekrönt hatte, wurde das Schloss von Eosander v. Göthe an beiden Seiten erweitert und mit einem Ehrenhof versehen. Dort steht heute das Reiterdenkmal des Großen Kurfürsten, das Werk A. Schlüters (1696-97). Ursprünglich befand es sich auf der Langen Brücke neben dem Berliner Stadtschloss. Während des Krieges wollte man es nach Potsdam auslagern – dabei sank es mitsamt dem Kahn im Tegeler Hafen. 1950 wurde es geborgen, und seit 1952 steht es nun auf dem Ehrenhof vor dem Schloss Charlottenburg.

Bis 1713 wurde das Schloss erneut erweitert. Hinzu kamen der 48 m hohe Kuppelturm über dem Mittelbau und die an den westlichen Flügel anschließende Orangerie. Friedrich der Große ließ in den Jahren 1740-47 auf der östlichen Seite einen neuen Flügel anbauen. Dieser wurde nach seinem Erbauer Knobelsdorff-Flügel benannt. C. G. Langhans baute in den Jahren 1788-91 an die Orangerie das Schlosstheater (auch als Langhans-Bau bezeichnet), wodurch Schloss Charlottenburg auf eine Gesamtlänge von 505 m anwuchs.

Während des 2. Weltkrieges brannte Schloss Charlottenburg fast völlig aus. Jahrzehntelang wurde es wiederaufgebaut und originalgetreu restauriert. Auch die vergoldete Fortuna, die als Wetterfahne auf dem Kuppelturm steht, wurde von R. Scheibe dem Original nachgebildet.

Das Innere des Schlosses spiegelt die Repräsentationszwecke von drei preußischen Königen wider. Die Räume im Nering-Eosander-Bau sind im barocken Stil gehalten. Das Audienzzimmer besitzt schöne Stukkaturen und Fresken, das Rote Tressenzimmer ist mit rotem Damast und aufgesetzten goldenen Tressen geschmückt. In der Eichengalerie im Erdgeschoss finden auch heute noch gelegentlich Kammerkonzerte statt. Im Porzellankabinett kann man Porzellan aus China und Japan aus dem 17. Und 18. Jahrhundert sehen. Von hier führt eine verspiegelte Tür in die Kapelle des Schlosses. In den Räumen im Obergeschoss wohnte der Kronprinz Friedrich Wilhelm I. Heute befindet sich darin Inventar aus dem Berliner Stadtschloss und dem Schloss Monbijou.

Der Knobelsdorff-Bau diente Friedrich dem Großen als Sommerwohnsitz. Er ließ seine Räume im Stile des Rokoko einrichten. Imponierend sind der 1742 fertiggestellte Speisesaal (der Weiße Saal) sowie die 42 m lange Goldene Galerie, die zum Konzertzimmer führt. Seiner Liebe für die Malerei des französischen Rokoko ist es zu verdanken, dass in seinen Gemächern acht Gemälde von Watteau hängen – die vielleicht bedeutendste Sammlung dieses Malers.

Im Westflügel von Schloss Charlottenburg (dem ehemaligen Schlosstheater) befindet sich das Museum für Vor- und Frühgeschichte, mit Sammlungen aus Vorderasien und Europa. Berücksichtigt werden Objekte aus der älteren, mittleren und jüngeren Steinzeit, der Bronzezeit sowie der führen und späten Eisenzeit. Dieses Museum geht vor allem auf die Kunst- und Altertumssammlungen der Hohenzollern zurück. Leider sind im Krieg wertvolle Objekte verloren gegangen, wie der Schatz des Priamos, den Schliemann fand, und auch der Goldschatz von Eberswalde, der größte deutsche Goldfund aus der Bronzezeit.

Im Erdgeschoss des Knobelsdorff-Flügels von Schloss Charlottenburg ist die Galerie der Romantik untergebracht. Diese Abteilung der Nationalgalerie zeigt Gemälde des Klassizismus, der Romantik und des Biedermeiers. Mit 23 Gemälden ist die Sammlung der Werke Caspar David Friedrichs die umfassendste der Welt. Auch Werke von Schinkel, Blechen, Runge, Rottmann, Dahl, Schick, Fohr, Kock, Richter, Hummel und Gaertner befinden sich in der Galerie der Romantik. Aus der Biedermeier-Abteilung sind vor allem die Arbeiten von Spitzweg (besonders Der arme Poet), Bilder von Kersting, Carus, Olivier und Kobell hervorzuheben.

Zum Schloss Charlottenburg gehören aber auch noch der große Schlosspark sowie einige weitere, kleinere Gebäude. Der Garten wurde nach dem 2. Weltkrieg im Stil des englischen Landschaftsgartens mit großen Rasenflächen, Broderieparterre, Heckenquartier und einem achteckigen Brunnen mit Fontäne wieder angelegt.

Nordöstlich vom Schloss ließ sich Friedrich Wilhelm III. 1824-25 nach Plänen von Schinkel ein Sommerhaus bauen, heute als Schinkel-Pavillon bezeichnet. Darin befinden sich Gemälde, Skulpturen und kunstgewerbliche Objekte aus der Zeit Schinkels.

Vom Schlosstheater führt eine Allee zum Mausoleum der Königin Luise. Dieses schuf Schinkel kurz nach dem Tod der Königin 1810 in Form eines dorischen Tempels. 1841 wurde das Mausoleum mit einer Kapelle versehen, 1890-91 noch einmal von A. Geyer erweitert. Beeindruckend ist der Sarkophag der Königin: Man erhält den Eindruck, dass sie hier schlafend liegen würde. Für dessen Gestaltung war C. D. Rauch zuständig, der ihn 1811-14 in Italien formte. Neben Königin Luise liegen im Mausoleum auch noch König Friedrich Wilhelm III., Prinz Albrecht und Fürstin Liegnitz (die 2. Gemahlin des Königs). In einer Steinkapsel ist zwischen seinen Eltern das Herz von König Friedrich Wilhelm IV. beigesetzt. Außerdem befinden sich hier die Marmorsarkophage von Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta.

Geht man durch den Park, am Karpfendeich entlang und dann über die älteste Eisenbrücke Berlins, die Bogenbrücke, so steht man vor dem Belvedere, einem dreistöckigen Teehaus. Dieses erbaute C. G. Langhans 1788 in frühklassizistischer Architektur, über einem ovalen Grundriss mit geschweiftem Kuppeldach. Darin befindet sich seit 1970 eine Sammlung Berliner Porzellane des 18. Und 19. Jahrhunderts.

Luisenplatz, Spandauer Damm 22. Tel.: 32 09 1-1, 3 20 91-233 (Museum für Vor- und Frühgeschichte).

U-Bahn: U2 (Sophie-Charlotte-Platz), U7 (Richard-Wagner-Platz)

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