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Cablecars

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8. Juni 2017 uwefreund

San Francisco - Cablecars

San Francisco: Cablecars

Laut Anekdote sah der Ingenieur und Kabelbauer Andrew Hallidie 1869, wie einige Pferde an einem steilen H√ľgel unter ihrer Zuglast zusammenbrachen und verendeten. Vier Jahre sp√§ter, 1873, lenkte er selbst die erste Cable Car-Fahrt durch die Clay Street und pr√§sentierte einer zun√§chst noch misstrauischen √Ėffentlichkeit sein neues Verkehrmittel, das auch ohne Tierqu√§lerei die steilen H√ľgel erklimmen konnte. Die Technik, √ľber laufende¬†Zugseile W√§gen fortzubewegen, wurde bereits in den Goldminen eingesetzt – Hallidie kam als erster auf den Gedanken, nun auch Personen auf diese Art zu bef√∂rdern.

Der Wagenlenker oder „Gripman“ bedient dabei einen Hebel, der √ľber einen Greifer den Wagen in ein unterirdisch laufendes, zentral angetriebenes Kabel einklinkt. Das Cable Car wird dann mit einer konstanten Geschwindigkeit von ca. 15 km/h gezogen, bis der Fahrer den Greifer ausklinkt und die Bremsen bet√§tigt. Die T√§tigkeit des „Gripman“ erfordert einige Kraft und Geschicklichkeit (Kurven!), nur ca. ein Drittel der Anw√§rter besteht die Pr√ľfung.

Neben dem Nutzen als √∂ffentliches Verkehrsmittel konnten mit Hilfe der Cable Cars auch hochgelegene Stadtviertel wie Nob Hill erschlossen werden. Bis zum gro√üen Erdbeben von 1906 war das Streckennetz auf 180 km angewachsen, und √ľber 600 Cable Cars waren unterwegs. Nur teilweise wurden danach die besch√§digten W√§gen und Schienen wieder in Stand gesetzt –¬† im Zuge der Motorisierung veralteten sie als Transportmittel.¬†

Doch als ein B√ľrgermeister sie 1947 komplett durch Busse ersetzen wollte, f√ľhrte eine Welle der Emp√∂rung dazu, da√ü einige Strecken erhalten, die Cable Cars schlie√ülich 1964 zum National Monument erkl√§rt, und unter Denkmalschutz gestellt wurden.

Heute sind noch drei Routen in Betrieb, die √ľberwiegend von Touristen genutzt werden: die Powell-Hyde, die Powell-Mason und die California-Linie. Am beliebtesten ist erstere, die von Market Street √ľber Nob Hill und Russian Hill bis zur Beach Street entlang f√§hrt und einen wunderbaren Blick auf Chinatown und √ľber die Bucht bietet.

Wer San Francisco im Sommer besucht, kann am Union Square dem Cable-Car-Glockenläutwettbewerb zuhören.

TIPP: An den Start- bzw. Endstationen der Cable Cars stehen vor allem im Sommer lange Schlangen von Wartenden. Häufig dauert es dann mehr als eine Stunde, bis Sie endlich an der Reihe sind. Steigen Sie deshalb einfach an der ersten oder zweiten Station zu, denn es bleiben fast immer noch Plätze im Wagen oder auf den Trittbrettern frei.

Fahrzeiten: die Cable Cars fahren im Viertelstundentakt von 6 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts; Preise: pro Fahrt 2 $. Tickets gibt es beim direkt beim Schaffner, an Ticketautomaten oder bei Verkaufsstellen an den Endstationen.

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