Auf einer Landzunge am Tegernsee liegt das gleichnamige Kloster. Diese ehemals größte
Klosteranlage Bayerns erlangte Berühmtheit, weil hier die erste deutsche Übersetzung
eines angelsächsischen Gedichtes und der erste Ritterroman (Ruodlieb, 1060) geschrieben
wurden. Weithin bekannt war auch die Buch- und Glasmalerei der Tegernseer Mönche.
Die Türme und die Krypta der Klosterkirche wurden bereits im 11. Jahrhundert erbaut, der
Chor und das dreischiffige Langhaus entstanden erst im 15. Jahrhundert. Enrico Zuccalli
baute die Kirche ab 1678 im Stile des Barock um. 1820 schließlich erhielt die Fassade von
Leo von Klenze ihren klassizistischen Anstrich. Die Fresken der Kirche stammen von Hans
Georg Asam, dem Vater der beiden bekannten Künstler Cosmas Damian und Egid Quirin Asam.
1803 wütete auch im Kloster Tegernsee die Säkularisation. So blieben von den 24 Altären
der Klosterkirche nur drei erhalten, einige Gebäude wurden ganz abgetragen.