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Versailles

Versailles
8. Juni 2017 uwefreund

Paris - Versailles

Paris: Versailles

Das Schloss von Versailles geh√∂rt zu den sch√∂nsten und geschichtstr√§chtigsten Sehensw√ľrdigkeiten Europas. Die Pracht, die das Schloss im Inneren entfaltet, beeindruckt jeden Besucher.

Als kleines Jagdschloss von seinem Vater erbaut, lie√ü hier der Sonnenk√∂nig Ludwig XIV. einen der gr√∂√üten Pal√§ste von den Architekten Louis Le Vau und Jules Hardouin- Mansart errichten. F√ľr die Inneneinrichtung war Charles le Brun zust√§ndig, und die G√§rten wurde von dem ber√ľhmten Landschaftsarchitekten Andr√© Le N√ītre angelegt.

Durch ein imposantes Gittertor gelangt man in den Vorhof, zur ¬ĄCour des Ministres¬ď. An dessen Grenzen zur ¬ĄCour Royale¬ď befindet sich ein Reiterstandbild von Ludwig XIV. Der Eingang zum Schluss befindet sich rechts im k√∂niglichen Hof. Um die beiden L√§ngsseiten des ehemaligen Jagdschlosses herum wurde ein weiterer Geb√§udering mit den Repr√§sentationsr√§umen und den Wohnr√§umen der Thronfolger gebaut.

Beide Geb√§ude verbindet auf der Breitseite zum Schlosspark hin der Spiegelsaal. Zus√§tzlich erweiterte man das Schloss um einen S√ľd- und Nordfl√ľgel. Im S√ľdfl√ľgel waren die Wohnungen des Hochadels untergebracht, im Nordfl√ľgel befanden sich urspr√ľnglich die k√∂niglichen R√§ume. Durch den sp√§teren Anbau der ¬ĄChapelle Royale¬ď und der¬ď Op√©ra Royale¬ď erhielt Versailles seine heutige Form.

Von den vielen Räumlichkeiten sollen hier nur einige hervorgehoben werden:

¬ĄGal√©ries des Batailles¬ď – Diese 120 Meter lange und 13 Meter breite Schlachtengalerie zieht sich √ľber die gesamte L√§nge des S√ľdfl√ľgels hin. Rund 14 Jahrhunderte franz√∂sischer Geschichte werden – von 82 B√ľsten ber√ľhmter Heerf√ľhrer ges√§umt – in den Gem√§lden wiedergegeben.

¬ĄGalerie des Glaces¬ď – Der ber√ľhmteste Spiegelsaal der Welt hat eine L√§nge von 73 Metern und eine Breite von 10 Metern. Er diente als Durchgangsraum zwischen den Gem√§chern des K√∂nigs und der K√∂nigin sowie f√ľr die H√∂flinge zur t√§glichen Aufwartung. Der Saal machte Geschichte, als hier 1871 das Deutsche Reich proklamiert und 1919 der Versailler Friedensvertrag unterzeichnet wurden.

¬ĄChambre de la Reine¬ď – Das f√ľr die Gemahlin Ludwig XIV., Maria Theresia von √Ėsterreich, eingerichtete Schlafzimmer hat die Geburt von 19 Prinzen und Prinzessinnen und den Tod von vier K√∂niginnen erlebt. Hier empfingen die jeweiligen K√∂niginnen in Privataudienz.

¬ĄChambre du Roi¬ď – 1701 wurde in diesem ehemaligen Hauptsaal des Jagdschlosses das Schlafzimmer Ludwig XIV. eingerichtet. Hier gab der K√∂nig morgens und abends seine ber√ľhmten Audienzen, und hier starb er auch am 1. September 1715.

Salon d‚ÄôApollon – Der Thronsaal Ludwig XIV. ist dem Gott Apollon gewidmet, was sich u. a. an den prachtvollen Deckengem√§lden von Charles de la Fosse (Apollon auf dem Sonnenwagen) zeigt. Im Salon d‚ÄôApollon findet man √ľber dem Kamin eine Kopie des ber√ľhmten Bildes von Ludwig XIV. mit dem Hermelinmantel.

La Chapelle Royale РDie barocke Schlosskapelle war das letzte große Werk des Architekten Jules Hardouin-Mansart. Die Empore (mit hochgezogener korinthischer Kolonnade) liegt auf Höhe der Königsgemächer und war ausschließlich der königlichen Familie vorbehalten.

L‚ÄôOp√©ra Royale – In nur zweij√§hriger Bauzeit wurde das Opernhaus von Versailles zur Hochzeit des sp√§teren K√∂nigs Ludwig XVI. mit Marie-Antoinette fertig gestellt. Das Innere der Oper ist mit Marmor, Goldbronze und Spiegelw√§nden versehen und passt genau zur Innenarchitektur des Schlosses. Die Oper kann nur bei einer F√ľhrung besichtigt werden!

Versailles ist jedoch nicht nur ein Schloss. Spricht man von Versailles, so meint man dabei auch den imposanten Schlosspark und die beiden privaten Schlösser der französischen Könige, das Grand Trianon und das Petit Trianon.

Das Schloss und die G√§rten wurden bereits w√§hrend der Planung als eine geschlossene Einheit gesehen. Nicht umsonst wird der Schlosspark als das vollendete Beispiel der franz√∂sischen Gartenbaukunst des 17. Jahrhunderts bezeichnet. Entsprechend dem Ideal der franz√∂sischen Klassik sind die Wesensmerkmale des Parks symmetrische und unnat√ľrlich zurechtgeschnittene B√§ume und B√ľsche.

Den franz√∂sischen G√§rten von Le N√ītre wurden im 18. Jahrhundert die englischen G√§rten hinzugef√ľgt. Diese sind v√∂llig gegens√§tzlich in der Gestaltung, denn hier hat die unverf√§lschte Natur Vorrang.

Hervorzuheben im Schlosspark sind insbesondere:

Grand Canal und Petit Canal РDer große Kanal und der Querarm des kleinen Kanals wurden zu Zeiten Ludwig XIV. mit goldenen Gondeln (ein Geschenk der Stadt Venedig) befahren.

Parterres – Von der Steinterrasse erstrecken sich mehrere Freiterrassen, die Parterres. Man unterscheidet:

Parterre du Nord Р24 Statuen repräsentieren die kosmischen Kräfte, jeweils in Vierergruppen aufgeteilt.

Parterre d‚ÄôEau – zwei Wasserbecken mit 24 Bronzefiguren veranschaulichen allegorisch die franz√∂sischen Fl√ľsse.

Parterre du Midi – Diese Terrasse ist reich mit Blumenornamenten verziert.

Parterre de Latone – √úber f√ľnf Marmorbecken erhebt sich die Figur der Leto, Gattin des Zeus.

Bassin de Neptune – Der Brunnen entstand nach Entw√ľrfen von Le N√ītre. Neptun und seine Gemahlin bilden auf einer Muschel sitzend den Mittelpunkt des Brunnen.

Bassin d’Apollon РVon Jean-Baptiste Tuby geschaffen: Apollon sitzt auf einen Sonnenwagen inmitten des Brunnens. Das ganze stellt eine Allegorie auf den Sonnenkönig Ludwig XIV. dar.

Grand Trianon – Ludwig XIV. lie√ü neben Versailles noch ein kleineres Schloss bauen, in dem er ohne h√∂fische Etikette, zur√ľckgezogen und ganz privat leben konnte. Jeweils ein Fl√ľgel des Schlosses war ihm und seiner Lieblingsm√§tresse, Madame de Maintenon, zugedacht.

Napoléon I. ließ das fast verfallene Grand Trianon restaurieren, weshalb das Innere sich nun teilweise im Barock- und im Empire-Stil zeigt.

Petit Trianon – F√ľr seine Favoritin, Madame du Barry, lie√ü Ludwig XV. das Petit Trianon erbauen, das oftmals auch als Juwel der klassizistischen Architektur Frankreichs bezeichnet wird. Ludwig XVI. schenkte sp√§ter das Schloss Marie-Antoinette, die dessen Parkanlage (Le Hameau de la Reine) im englischen Stil v√∂llig umgestalten lie√ü.

Le Hameau de la Reine – Auf dieser englischen Parkanlage wurde auf Wunsch von Marie-Antoinette ein Miniaturdorf mit Bauernhof, einer Molkerei, M√ľhle und einem Taubenhaus errichtet. Hier zog sie sich zur√ľck und spielte – als Bauernm√§dchen verkleidet – einfaches Leben.

Versailles, Département Yvelines

RER: Versailles Rive Gauche

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