Einfach mehr sehen!

Pantheon

Pantheon
8. Juni 2017 uwefreund

Rom - Pantheon

Rom: Pantheon

Das Pantheon ist das besterhaltenste GebĂ€ude der römischen Antike in Rom. Seine heutige Form erhielt es in den Jahren 119 bis 128 n. Chr. Erbauer war Hadrian, der damit einen vom Marcus Agrippa im Jahre 27 v. Chr. errichteten Tempel weitgehend ersetzen ließ. Denn dieser war im Jahre 80 n. Chr. durch einen Brand stark zerstört worden. Jedoch blieb in Inschriften der Name des Marcus Agrippa als Erbauer erhalten.

Das Pantheon war den 12 olympischen Göttern des klassischen Griechenlands geweiht. Der Grundriss des Tempels war von Schlichtheit geprÀgt und verband den Kreis mit einem Quadrat. Die römische Rundkuppel verschmilzt mit dem griechischen Tempelgeviert.

Am 1. November 609 n. Chr. (so enstand ĂŒbrigens das Fest Allerheiligen!) wurde das Pantheon als christliche Kirche geweiht, nachdem der byzantinische Kaiser Phokas das GebĂ€ude dem Papst Bonifatius IV. geschenkt hatte. Dadurch durfte das Pantheon nicht zerstört werden und blieb somit vor PlĂŒnderung verschont. Fortan hieß das GebĂ€ude Santa Maria ad Martyres und war der Mutter Jesu und allen christlichen MĂ€rtyrern geweiht. Deshalb verlegte man viele Gebeine von MĂ€rtyrern hierhin.

Ganz verschont blieb jedoch auch dieses GebĂ€ude nicht. Kaiser Konstantin ließ 667 die Bronzeabdeckung der Kuppel entfernen, um davon MĂŒnzen prĂ€gen zu lassen. Und Bernini ĂŒberredete Papst Urban VII., die BronzebeschlĂ€ge zu entfernen, die die hölzernen Tragbalken des SĂ€ulengangs umhĂŒllten. Davon wurde der Baldachin von Sankt Peter hergestellt und angeblich noch 60 Kanonen gegossen. Bernini baute rechts und links neben dem Pantheon als Verschönerung zwei kleine KirchtĂŒrmchen, die von den Römern bis zu ihrer Entfernung im Jahr 1883 als Berninis Eselsohren bezeichnet wurden. Original dagegen sind die beiden BronzetĂŒren, wunderschöne Zeugen des antiken Roms.

Steigt man die Stufen hinab (frĂŒher musste man noch eine Rampe hinaufsteigen – so stark hat sich das Straßenniveau verĂ€ndert!), gelangt man in eine Vorhalle (dem Portikus) mit 16 korinthischen GranitsĂ€ulen. Geht man dann in das Innere, so ist man ĂŒberwĂ€ltigt von der Pracht, die einem entgegenschlĂ€gt. Vor allem der Kuppelraum raubt dem Betrachter schier den Atem. Mit seiner Spannweite von 43 m ĂŒbertrifft er noch Sankt Peter. Das GebĂ€ude erhĂ€lt seine Harmonie durch seine vollendete Geometrie: Der Durchmesser des Pantheons entspricht genau der Höhe (43,20 m), die Seitenmauern sind exakt halb so hoch wie die Kuppel. Theoretisch wĂŒrde als eine Kugel genau in den Innenraum passen.

Die ziegelverkleideten SteinmörtelwĂ€nde sind 7 m breit, die Sockelbreite verjĂŒngt sich nach oben immer mehr, bis sie nur noch 1 m betrĂ€gt. Dadurch hat man geschickt die Traglast des Fundaments verringert. Außerdem verwendeten die Baumeister der Antike unten schweren Kalktuff, in der Mitte leichten vulkanischen Tuff und oben leichten Bimsstein. Des Weiteren leiten Außenböden und hohle KassettenfĂ€cher in der Kuppel den großen Druck ab. Das bestechenste Merkmal des GebĂ€udes ist jedoch das runde, 9 m durchmessende Loch. Es sollte sowohl der Sonne wie auch dem Regen Einlass in den Tempel gewĂ€hren. So entstand auf natĂŒrlicher Weise eine Beleuchtung des Innenraums.

Der Innenraum ist sehr schlicht gehalten. Der Marmorboden wurde 1873 originalgetreu im römischen Design restauriert, wie auch die achte Schreine und die sechs Nischen im Rundwall, in denen einst Statuen der olympischen Götter sowie des Hadrian und Augustus standen. Diese wurden entfernt und statt dessen versuchte man ein Pantheon großer Italiener einzurichten. So befinden sich hier nun die GrĂ€ber von Raffael (gestorben 1520) und den italienischen Königen Viktor Emanuele II. und Umberto I. Der Sarg des letzteren besteht zum Teil aus den Kanonen, die Urban VIII. von der Bleiummantelung der SĂ€ulen des Pantheons gießen ließ.

Piazza della Rontonda (Stadtteil: Piazza della Rontonda), Tel.: 68 30 02 30

Bus: 46, 62, 64, 90 (Piazza S. Andrea della Valle), 26, 87, 94

0 Kommentare

Antwort hinterlassen