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Schloss Nymphenburg

Schloss Nymphenburg
8. Juni 2017 uwefreund

M├╝nchen - Schloss Nymphenburg

München: Schloss Nymphenburg

Zur Geburt seines Sohnes schenkte der stolze Vater Kurf├╝rst Ferdinand Maria seiner Frau Henriette Adelaide die 7 km nordwestlich der Residenz gelegene Hofmark Kemnaten und das Schlossgut Menzing. Die F├╝rstin beschloss, dort ein kleines Sommerschloss zu bauen. 1664 wurde der Grundstein gelegt, bis 1674 leitete Agostino Barelli die Bauarbeiten, anschlie├čend Enrico Zuccalli. Sp├Ąter f├╝hrten der Sohn, Maximilian II. Emanuel, und der Enkel der F├╝rstin (Karl Albrecht) das Werk fort, und Sie schufen eines der sch├Ânsten und elegantesten Schl├Âsser des europ├Ąischen Barock.

Der gesamte Schlosskomplex bildet eine allm├Ąhlich entstandene symmetrische Anlage von ├╝ber 600 m L├Ąnge. Das f├╝nfgeschossige Haupthaus ist durch zwei Galerien ├╝ber Arkadeng├Ąngen mit jeweils einem Seitenpavillon verbunden. Die ├Ąu├čeren Pavillons h├Ąngen durch weitere Verbindungsfl├╝gel mit dem Kavaliersbau und dem Marstall im S├╝den und mit dem ehemaligen Orangeriebau im Norden zusammen. Den Schlossplatz umschlie├čen zehn Beamtenh├Ąuser, die durch Mauern miteinander verbunden sind.

Der Nymphenburger Kanal bildet die Ost-West-Achse der Anlage. Er ergie├čt sich im Westen ├╝ber eine Kaskade in den Schlosspark, wird nach geradem Lauf in zwei Armen um den Schlosskern herumgeleitet, bildet vor dem Schloss ein Wasserbecken mit Springbrunnen und flie├čt dann schnurgerade nach Osten ab.

Wie die Anlage war auch die Aufteilung der R├Ąume symmetrisch. Im linken Fl├╝gel lagen die R├Ąume der Kurf├╝rstin, im rechten die des Kurf├╝rsten. Im Mittelbau erstreckte sich ├╝ber zwei Stockwerke der Festsaal, der sogenannte Steinerne Saal. Zwischen 1755 und 1757 gestaltete Johann Baptist Zimmermann diesen um, und machte aus dem barocken, von Joseph Effner und Fran├žois Cuvilli├ęs erbauten Saal einen Repr├Ąsentationsraum im verspielten, ├╝berschw├Ąnglichen Rokoko. Die Lichtf├╝hrung im Steineren Saal folgt dem Lauf der Sonne. Die Ausstattung der anderen R├Ąume zeigt sich in den verschiedensten Stilrichtungen, vom Hochbarock bis zum Klassizismus. Wundersch├Âne Wandteppiche, zahlreiche Schnitzereien und ber├╝hmte Bilder finden sich in den reich geschm├╝ckten Privat- und Repr├Ąsentationsgem├Ąchern. Besonders sch├Âne R├Ąume sind die Sch├Ânheitengalerie von Max Emanuel und das Lackkabinett im S├╝dfl├╝gel des Schlosses. Ber├╝hmtheit erlangte die Sch├Ânheitengalerie von K├Ânig Ludwig I. im Nordfl├╝gel. Der K├Ânig, der dem weiblichen Geschlecht sehr zugetan war, lie├č attraktive Damen seiner Zeit von Joseph Stieler portr├Ątieren. Unter den Gem├Ąlden befindet sich auch eines der Schauspielerin Lola Montez. Wegen einer Liason d┬ĺAmour mit ihr musste der K├Ânig 1848 zur├╝cktreten.

Im sogenannten Kapellenstock im zweiten n├Ârdlichen Pavillon liegt die Schlosskapelle. Diese wurde 1713 nach Pl├Ąnen des ber├╝hmten Baumeisters Viscardi erbaut. Die Kirche wurde im 2. Weltkrieg zerst├Ârt, w├Ąhrend der Rest des Schlosses unbeschadet blieb.

Nymphenburger Schlosspark. Der Nymphenburger Schlosspark wurde urspr├╝nglich als kleiner italienischer Garten angelegt. Ab 1700 hat man ihn stark vergr├Â├čert und im franz├Âsischen Barockstil umgestaltet. 1804-1823 machte dann Friedrich Ludwig von Sckell aus ihm einen Landschaftsgarten englischen Stils. Dabei lie├č er jedoch den geraden Kanallauf und die Gro├če Parterre unangetastet. Letztere befindet sich hinter dem Schloss und ist mit zw├Âlf r├Âmischen G├Âtterfiguren und Vasen aus wei├čem Sterzinger Marmor geschm├╝ckt. Im Nymphenburger Park gibt es insgesamt 658 ┬ôspringende Wasser┬ö. Die sch├Ânste Font├Ąne befindet sich im gro├čen Parterre.

Amalienburg. Dieses Jagdschl├Â├čchen im vollendeten Rokoko wurde f├╝r Kurf├╝rst Karl Albrechts Gemahlin, Maria Amalia von ├ľsterreich, in den Jahren 1734-1739 errichtet. An dem Bau waren die ber├╝hmtesten Meister des Rokoko beteiligt: Fran├žois Cuvilli├ęs lieferte den Entwurf des Schlosses, dessen Fassade betont schlicht, die Innenausstattung daf├╝r umso aufwendiger und kostbarer ist. Johann Baptist Zimmermann und Joachim Dietrich schufen die Putten und Nymphen, w├Ąhrend Peter Horemans die Bilder im Jagdzimmer malte. Der kostbarste Raum in der Amalienburg ist der runde Spiegelsaal, im ├╝berschw├Ąnglichsten Rokoko gestaltet. Maria Amalia ging vom Schl├Âsschen aus ihrer Jagdleidenschaft nach. Auf dem Dach lie├č sie sich einen Schie├čstand in Form eines Kr├Ânchens bauen, von wo aus sie Fasane schoss.

Pagodenburg. Die Pagodenburg erinnert an einen osmanischen Serail-Pavillon. Das achteckige Geb├Ąude wurde von Effner in den Jahren 1716-1719 errichtet und diente Kurf├╝rst Maximilian Emanuel als Ruheort beim Mail, einem beliebten franz├Âsischen Kugelspiel. Das Innere ist im asiatischen Stil mit Seiden- und Reisstrohtapeten, japanischen Lackmalereien und Chinoiserien ausgestattet. Die W├Ąnde des achteckigen ┬ôSalettl┬ö im Erdgescho├č sind mit holl├Ąndischen Kacheln geschm├╝ckt.

Badenburg. Die Badenburg wurde als Badeschl├Âsschen f├╝r Kurf├╝rst Maximilian Emanuel gebaut. Dieses ist einmalig in seiner Art, und kann als erstes heizbares Hallenbad Europas bezeichnet werden. Der Badesaal erstreckt sich ├╝ber zwei Stockwerke, oben befindet sich eine gitterges├Ąumte, reich verzierte Schaugalerie. Das Badebecken ist mit holl├Ąndischen Kacheln und die Galeriew├Ąnde sind mit farbigem Stuckmarmor verkleidet.

Magdalenenklause. Maximilian Emanuel lie├č sich die Magdalenenklause als Ort der geistigen Besinnung und der Meditation bauen. Er erlebte jedoch die Fertigstellung 1726 nicht mehr. Die Magdalenenklause besitzt (beabsichtigt) die Gestalt einer Ruine. Au├čer einer Kapelle befinden sich darin noch vier zellenartige Wohnr├Ąume. Die Kapelle ist mit k├╝nstlichen Korallen mosaikartig verkleidet, Deckenbilder gedenken der B├╝├čerin Maria Magdalena.

Im Nymphenburger Schloss sind verschiedene Museen untergebracht: das Marstallmuseum und das Porzellanmuseum im S├╝dfl├╝gel des Schlosses sowie das Museum Mensch und Natur im Nordfl├╝gel.

Stadtteil: Neuhausen/Nymphenburg. Telefon: 1 79 08-0. ├ľffnungszeiten: Di.-So. (Mittagspause im Marstall- und Porzellanmuseum von 12.00-13.00, ansonsten 12.30-13.30) je nach Jahreszeit: von April bis September 9.00-17.00, 1.-15. Oktober 9.00-16.00, 16. Oktober-M├Ąrz 10.00-16.00. Badenburg, Pagodenburg und Magdalenenklause sind von Oktober bis M├Ąrz geschlossen.

U-Bahn: U1 (Rotkreuzplatz), dann Tram 12 (Schloss Nymphenburg)

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