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Alte Pinakothek

Alte Pinakothek
8. Juni 2017 uwefreund

MĂŒnchen - Alte Pinakothek

MĂŒnchen: Alte Pinakothek

Die Alte Pinakothek zĂ€hlt weltweit eindeutig zu den bedeutendsten GemĂ€ldegalerien. Dies hat sie der ungeheuren Sammelfreude der Wittelsbacher zu verdanken: So befanden sich bereits 1598 in dem sogenannten Ficklerschen Inventar rund 3040 registrierte Objekte, Anfang des 19. Jahrhundert umfaßte die königliche Sammlung mehr als 8500 GemĂ€lde.

Darunter waren seit KurfĂŒrst Maximilian einige DĂŒrer-GemĂ€lde, seit Maximilian Emanuel auch Rubens-GemĂ€lde. Die SĂ€kularisation stockte den königlichen Besitz um rund 1500 GemĂ€lde aus kirchlichen Besitz auf, und zu Zeiten Ludwig I. kamen die Sammlungen BoiserĂ©e und Oettingen-Wallerstein mit altdeutscher und altniederlĂ€ndischer Malerei hinzu.

Da das GaleriegebĂ€ude am Hofgarten fĂŒr die königlichen Sammlungen viel zu klein geworden war, erbaute Leo von Klenze im Auftrag von König Maximilian I. Joseph in den Jahren 1826-1836 ein neues GebĂ€ude. Er hielt sich hierbei an den Stil venezianischer Renaissance-Bauten und schuf mit seiner Galerie das Vorbild fĂŒr andere in Europa. Das HauptgebĂ€ude mit seinen beiden kurzen SeitenflĂŒgeln ist 127 m lang und 37 m breit. 24 Statuen von Ludwig Schwanthaler schmĂŒckten die sĂŒdliche Fassade. Sie wurden jedoch zusammen mit dem GebĂ€ude wĂ€hrend des 2. Weltkriegs nahezu vollstĂ€ndig zerstört. Lange Zeit war es fraglich, ob die Alte Pinakothek völlig abgerissen werden wĂŒrde. Erst in den Jahren 1953-1963 baute man sie wieder auf und bestĂŒckte sie mit den wĂ€hrend des Krieges ausgelagerten (und somit geretteten) Exponaten.

Zu den Sammlungen: Die GemĂ€lde der Alten Pinakothek reprĂ€sentieren alle Schulen der europĂ€ischen Malerei vom Mittelalter bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Insbesondere in der altdeutschen und altniederlĂ€ndischen sowie der flĂ€mischen Sammlung befinden sich Bilder der berĂŒhmtesten KĂŒnstler.

Alle bedeutenden Werke der Alten Pinakothek hier vorzustellen, wĂŒrde ein eigenes Buch (bzw. CD-ROM) fĂŒllen. Deshalb an dieser Stelle nur einige herausragende GemĂ€lde der Sammlungen:

Altdeutsche Malerei. Im 15. und 16. Jahrhundert hatte die deutsche Malerei im wesentlichen sakralen Charakter und gehörte zum Interieur kirchlicher RĂ€ume. Nach der SĂ€kularisation gelangten einige bedeutende Werke in die königlichen Sammlungen, u. a. Jan Polacks Altarbild “Tod des heiligen Korbinian” und Stephan Lochners “Maria mit dem Kind vor der Rasenbank”. PortrĂ€ts aus dem 16. Jahrhundert hatten dann schon einen dokumentarischen Aspekt, wie die Werke von Barthel Beham und Grien. In der Alten Pinakothek befinden sich auch 10 GemĂ€lde von Lukas Cranach d. Älteren, z. B. der “Selbstmord der Lucretia”. Den Ruf der Alten Pinakothek begrĂŒndeten jedoch die Werke Albrecht DĂŒrers. Hier hĂ€ngen u. a. die GemĂ€lde “Vier Apostel” (1526), “Selbstbildnis” (1500), “Beweinung Christi” (um 1500). Weitere herausragende GemĂ€lde der altdeutschen Malerei sind: “Die heiligen Erasmus und Mauritius” (1520) von Matthias GrĂŒnewald, “Alexanderschlacht” (1529) von Albrecht Altdorfer.

NiederlĂ€ndische Malerei.Sie besaß bereits im 15. und 16. Jahrhundert eine bisher unbekannte Leuchtkraft und Transparenz der Farben, durch die Verwendung von Öl als Bindemittel. Beispiele: “Dreikönigsaltar” (1460) von Rogier van der Weyden, “Schlaraffenland” (1567) und “Portrait einer alten BĂ€uerin” (1567) von Pieter Brueghel d. Ä. Die niederlĂ€ndische Malerei des 17. Jahrhunderts zeigt zahlreiche neue Ausdrucksvarianten, zu sehen in den GemĂ€lden “Willem van Heythuysen” (1625) von Franz Hals, “Selbstbildnis” (1629) und “Passionszyklus” (ab 1633) von Rembrandt.

FlĂ€mische Malerei. Ein Schwerpunkt der Alten Pinakothek ist die flĂ€mische Malerei, mit ihren bedeutendsten Vertretern Peter Paul Rubens und Anthonis van Dyck. Zu sehen sind u. a. die GemĂ€lde “Geißblattlaube” (1610) und “Raub der Töchter des Leukippos” (1618) von Rubens sowie “Ruhe auf der Flucht nach Ägypten” (1627) von van Dyck.

Italienische Malerei. Herausragend sind hier insbesondere Maler und GemĂ€lde des 15. und 16. Jahrhunderts, wie Leonardo da Vinci (“Maria mit dem Kinde”, um 1436), Raffael (“Madonna Tempi”, um 1507), Sandro Botticelli (“Beweinung Christi”, nach 1490) und Tizian (“Dornenkrönung”, 1570).

Spanische Malerei. Diese Sammlung ist die bedeutendste in Deutschland. Hervorzuheben sind “Entkleidung Christi” (1577) von El Greco, “Junger spanischer Edelmann” von VelĂĄzquez und “Trauben- und Melonenesser” von BartolomĂ© EstĂ©ban Murillo.

Französische Malerei. Beispiele der französischen Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts runden die Sammlungen der Alten Pinakothek ab. Zu nennen wĂ€ren: “Beweinung Christi” von Nicolas Poussin, “Seehafen bei aufgehender Sonne” von Claude Lorrain, “Ruhendes MĂ€dchen” von François Boucher und die “RĂŒbenputzerin” von Jean Baptiste Chardin.

Lage: Barer Straße 27, Stadtteil: Maxvorstadt. Telefon: 23 805-215.

U-Bahn: U2 (Königsplatz)

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