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Mexico City: Palacio Postal

Palacio Postal – zu schade, um nur Briefmarken zu kaufen

Wer seine Post an Familie, Freunde oder Geschäftspartner stilvoll aufgeben will, sollte schnell nach Mexico reisen. Das sehenswerte aus Kalkstein errichtete monumentale Hauptpostamt liegt im historischen Zentrum von Mexiko-Stadt, direkt am Eje Central in der Nähe des Palacio de Bellas Artes. Wer das Palacio Postal betritt, wird zunächst nicht glauben, dass es sich wirklich um ein Postamt handelt. Das wunderschöne Gebäude lädt – nachdem man seine Post abgegeben hat – zum Verweilen, Staunen und Kunstgenuss ein. Dieses Gebäude ist ein Wahrzeichen von Mexiko-Stadt und wird verständlicherweise von zahlreichen Touristen wie auch Kunstliebhabern gleichermaßen aufgesucht.

Ein eigenes Hauptpostamt musste her

Die Mexikaner entschieden das Postwesen als eigenständige Regierungsstelle zu etablieren. Dafür wollte man ein eigenes und vor allen Dingen angemessenes Hauptpostamt in Mexiko-Stadt errichten. Aus dem ursprünglichen Plan wurde immer mehr und er wuchs langsam über sich hinaus. Allerdings war das damalige Versenden der Post recht umfangreich und betrug zu dieser Zeit immerhin 130 Millionen Postzusendungen.

Viele Stilrichtungen, die trotzdem eine gelungene Symbiose ergeben

Adamo Boari, ein italienischer Architekt, konnte für das Projekt gewonnen werden und nach seinen Plänen wurde dieser Palast zwischen 1902 und 1907 errichtet. Das Design ist vielseitig und beinhaltet neugotische Dekorationen wie ein im Jugendstil errichtetes Treppenhaus, das mit teils freistehenden Treppen begeistert, die mit Glasschmuck und Eisenverzierungen ausgestattet sind.

Trotz der vielen Stilrichtungen erscheint das Palacio Postal ausgewogen und in seiner Präsentation sehr gut balanciert. Als Baumaterial wurden Marmor, Gips und dem weißen Cantera-Stein aus Puebla verwendet. Das Gebäude wurde mit den Stilrichtungen der spanischen Renaissance und dem Rokoko-Stil klassifiziert wie auch der elisabethanischen Gotik sowie Plateresque und der venezianischen Gotik. Damit nicht genug, ebenso findet man maurische, barocke und Art Deco Elemente. Zudem hat das Gebäude einen Stahlrahmen und ein Fundament, das auf einem enormen Gitter aus Stahlträgern aufgebaut ist. Dadurch konnte es einer Reihe von Erdbeben standhalten.

Ein architektonisches Juwel

Das Postamt besteht aus einer sehr hellen, fast durchscheinenden Sorte eines Steins namens „Chiluca“. Das Äußere ist mit dekorativen Details wie Eisen-Drachen-Leuchten und kunstvoll geschnitzten Steinen um Fenster und Dachkanten bereicherte worden. Ein Großteil der Metallarbeiten rund um die Fenster und andere Teile der Fassade bestehen aus hochglanzpoliertem Messing, das in Italien hergestellt wurde. Ein Beispiel für das komplizierte Design des Gebäudes ist, dass jede Etage Fenster in einem anderen architektonischen Stil hat. Die Einheit der Fassade wird durch die Wiederholung der Bögen erhalten. Der Haupteingang hat einen großen Baldachin aus Eisen, der typisch für den Jugendstil ist, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Mode war. Die Galerie im vierten Stock besteht aus schlanken salomonischen Säulen, die das gesamte Gebäude umgeben. Es ist verständlich, dass Mexiko mit solchen einmaligen Palästen und Gebäuden, sich dazu entschlossen hat, zur touristischen Weltmacht aufsteigen zu wollen.

 

Photo by Manuel Arroyo on Unsplash