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San Lorenzo de El Escorial

San Lorenzo de El Escorial
8. Juni 2017 uwefreund

Madrid - San Lorenzo de El Escorial

Madrid: San Lorenzo de El Escorial

Am Fu√ü des Guadarrama-Gebirges neben der kleinen Stadt El Escorial ruht majest√§tisch die m√§chtige Klosterresidenz von San Lorenzo de El Escorial, der gr√∂√üte Renaissancebau der Welt. K√∂nig Felipe II hatte sich ganz bewusst f√ľr diese Lage in 1028 Metern H√∂he entschieden, denn wie Millionen von Madrilenen liebte auch er den R√ľckzug in die Sierra, das Madrider Gebirge, um Ruhe und Kraft zu tanken, oder einfach der sommerlichen Hitze der Stadt zu entfliehen. Sechs Wochen im Jahr zog sich hier der K√∂nig zur√ľck, um sich ausschlie√ülich den Geisteswissenschaften und der Religion zu widmen.

Es ist schon ein beeindruckender Anblick, wenn man auf der Nationalstra√üe an El Escorial vorbeif√§hrt und pl√∂tzlich der riesige Klosterbau vor den Augen aufragt. Ganze 21 Jahre, von 1563 bis 1584, hatte man ben√∂tigt, um die Schlossanlage zu vollenden. 1984 wurde sie von der UNESCO zum Weltkulturerbe deklariert. Das Kloster beherbergt gleich mehrere Einrichtungen unter einem Dach ¬Ė diverse Wohntrakte, das Mausoleum, eine Bibliothek, eine Schule, eine Kirche und eine Pinakothek. Im Mausoleum liegen24 Urnen aus Granit, in denen die Gebeine fast aller Nachfolger von Felipe II ruhen, die Spanien zwischen 1500 und 1884 regiert hatten: das Pantheon der K√∂nige. Mit seinen goldenen Ornamenten ist es das Herz der Nekropole.

Urspr√ľnglich war der Schlossbau von Juan Bautista entworfen worden. Die Ausf√ľhrungen √ľbernahm jedoch Juan Herrera, der mit dem Bau das erste Beispiel f√ľr den Desornamentado-Stil geschaffen hat. Nur der Palast im Vatikan √ľbertrifft die Grundfl√§che von 33.000 Quadratmetern, auf denen die Residenz errichtet worden ist. Felipe II hatte nach seinem Sieg √ľber das franz√∂sische Heer Heinrich II am Namenstag des heiligen Laurentius dem Heiligen versprochen, einen Bau zu seinen Ehren errichten zu lassen. Der Legende nach wurde der Grundriss des Palastes der Form des Gitterrostes nachempfunden, auf dem der M√§rtyrer einst gefoltert worden ist. Und auch der Palast von Salomon in Jerusalem ist in dem Schloss wiederzuerkennen. Die Basilika wiederum weist eine Kuppel im Osten auf, die an den Petersdom in Rom erinnert.

Ein weiteres Highlight ist die Bibliothek mit 40.000 B√§nden und Manuskripten von unsch√§tzbarem Wert. Die B√ľcherregale wurden vom Architekten Juan Herrera aus seltenen H√∂lzern entworfen. Eine wahre Augenweide sind die Deckenfresken mit ihren allegorischen Darstellungen der K√ľnste und Wissenschaften. Philosophie, Theologie, Grammatik, Rhetorik und auch Arithmetik, Geometrie und die Musik werden in kunstvoller Weise inszeniert.

Das Museum wartet mit beeindruckenden Schlachten-Fresken in der „Galer√≠a de la Reina“ auf. Das Martyrium des heiligen Mauritius wird eindrucksvoll in einem Gem√§lde von El Greco verewigt.

Unser Tipp: Einen besonders sch√∂nen Blick auf San Lorenzo de El Escorial hat man von der „Silla del Rey“, dem Sitz des K√∂nigs. Er liegt auf einem von Eichenw√§ldern umgebenen H√ľgel, von dem Felipe II die Bauarbeiten seiner Residenz √ľberwachte. Man kann den Sitz entweder zu Fu√ü vom Palast aus erreichen, oder mit dem Auto, wenn man in Richtung Toledo f√§hrt. Die „Silla del Rey“ ist ausgeschildert.

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