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Schloss Charlottenburg

Schloss Charlottenburg
8. Juni 2017 uwefreund

Berlin - Schloss Charlottenburg

Berlin: Schloss Charlottenburg

Schloss Charlottenburg ist heute eines der wenigen monumentalen Bauten der Hohenzollern, nachdem die Stadtschl├Âsser in Berlin und Potsdam nach dem Krieg abgetragen wurden.

Von 1695-99 entstand der Mittelbau als Sommerresidenz der Kurf├╝rstin Sophie Charlotte, damals noch in l├Ąndlicher und bewaldeter Umgebung. Das Schloss wurde nach dem nahe gelegenen Ort Lietzow Schloss Lietzenburg genannt. Erst nach dem Tode von Sophie Charlotte wurde es ihr zu Ehren in Schloss Charlottenburg umbenannt. 1702, ein Jahr nachdem sich der Kurf├╝rst Friedrich III. selbst zum K├Ânig Friedrich I. gekr├Ânt hatte, wurde das Schloss von Eosander v. G├Âthe an beiden Seiten erweitert und mit einem Ehrenhof versehen. Dort steht heute das Reiterdenkmal des Gro├čen Kurf├╝rsten, das Werk A. Schl├╝ters (1696-97). Urspr├╝nglich befand es sich auf der Langen Br├╝cke neben dem Berliner Stadtschloss. W├Ąhrend des Krieges wollte man es nach Potsdam auslagern ┬ľ dabei sank es mitsamt dem Kahn im Tegeler Hafen. 1950 wurde es geborgen, und seit 1952 steht es nun auf dem Ehrenhof vor dem Schloss Charlottenburg.

Bis 1713 wurde das Schloss erneut erweitert. Hinzu kamen der 48 m hohe Kuppelturm ├╝ber dem Mittelbau und die an den westlichen Fl├╝gel anschlie├čende Orangerie. Friedrich der Gro├če lie├č in den Jahren 1740-47 auf der ├Âstlichen Seite einen neuen Fl├╝gel anbauen. Dieser wurde nach seinem Erbauer Knobelsdorff-Fl├╝gel benannt. C. G. Langhans baute in den Jahren 1788-91 an die Orangerie das Schlosstheater (auch als Langhans-Bau bezeichnet), wodurch Schloss Charlottenburg auf eine Gesamtl├Ąnge von 505 m anwuchs.

W├Ąhrend des 2. Weltkrieges brannte Schloss Charlottenburg fast v├Âllig aus. Jahrzehntelang wurde es wiederaufgebaut und originalgetreu restauriert. Auch die vergoldete Fortuna, die als Wetterfahne auf dem Kuppelturm steht, wurde von R. Scheibe dem Original nachgebildet.

Das Innere des Schlosses spiegelt die Repr├Ąsentationszwecke von drei preu├čischen K├Ânigen wider. Die R├Ąume im Nering-Eosander-Bau sind im barocken Stil gehalten. Das Audienzzimmer besitzt sch├Âne Stukkaturen und Fresken, das Rote Tressenzimmer ist mit rotem Damast und aufgesetzten goldenen Tressen geschm├╝ckt. In der Eichengalerie im Erdgeschoss finden auch heute noch gelegentlich Kammerkonzerte statt. Im Porzellankabinett kann man Porzellan aus China und Japan aus dem 17. Und 18. Jahrhundert sehen. Von hier f├╝hrt eine verspiegelte T├╝r in die Kapelle des Schlosses. In den R├Ąumen im Obergeschoss wohnte der Kronprinz Friedrich Wilhelm I. Heute befindet sich darin Inventar aus dem Berliner Stadtschloss und dem Schloss Monbijou.

Der Knobelsdorff-Bau diente Friedrich dem Gro├čen als Sommerwohnsitz. Er lie├č seine R├Ąume im Stile des Rokoko einrichten. Imponierend sind der 1742 fertiggestellte Speisesaal (der Wei├če Saal) sowie die 42 m lange Goldene Galerie, die zum Konzertzimmer f├╝hrt. Seiner Liebe f├╝r die Malerei des franz├Âsischen Rokoko ist es zu verdanken, dass in seinen Gem├Ąchern acht Gem├Ąlde von Watteau h├Ąngen ┬ľ die vielleicht bedeutendste Sammlung dieses Malers.

Im Westfl├╝gel von Schloss Charlottenburg (dem ehemaligen Schlosstheater) befindet sich das Museum f├╝r Vor- und Fr├╝hgeschichte, mit Sammlungen aus Vorderasien und Europa. Ber├╝cksichtigt werden Objekte aus der ├Ąlteren, mittleren und j├╝ngeren Steinzeit, der Bronzezeit sowie der f├╝hren und sp├Ąten Eisenzeit. Dieses Museum geht vor allem auf die Kunst- und Altertumssammlungen der Hohenzollern zur├╝ck. Leider sind im Krieg wertvolle Objekte verloren gegangen, wie der Schatz des Priamos, den Schliemann fand, und auch der Goldschatz von Eberswalde, der gr├Â├čte deutsche Goldfund aus der Bronzezeit.

Im Erdgeschoss des Knobelsdorff-Fl├╝gels von Schloss Charlottenburg ist die Galerie der Romantik untergebracht. Diese Abteilung der Nationalgalerie zeigt Gem├Ąlde des Klassizismus, der Romantik und des Biedermeiers. Mit 23 Gem├Ąlden ist die Sammlung der Werke Caspar David Friedrichs die umfassendste der Welt. Auch Werke von Schinkel, Blechen, Runge, Rottmann, Dahl, Schick, Fohr, Kock, Richter, Hummel und Gaertner befinden sich in der Galerie der Romantik. Aus der Biedermeier-Abteilung sind vor allem die Arbeiten von Spitzweg (besonders Der arme Poet), Bilder von Kersting, Carus, Olivier und Kobell hervorzuheben.

Zum Schloss Charlottenburg geh├Âren aber auch noch der gro├če Schlosspark sowie einige weitere, kleinere Geb├Ąude. Der Garten wurde nach dem 2. Weltkrieg im Stil des englischen Landschaftsgartens mit gro├čen Rasenfl├Ąchen, Broderieparterre, Heckenquartier und einem achteckigen Brunnen mit Font├Ąne wieder angelegt.

Nord├Âstlich vom Schloss lie├č sich Friedrich Wilhelm III. 1824-25 nach Pl├Ąnen von Schinkel ein Sommerhaus bauen, heute als Schinkel-Pavillon bezeichnet. Darin befinden sich Gem├Ąlde, Skulpturen und kunstgewerbliche Objekte aus der Zeit Schinkels.

Vom Schlosstheater f├╝hrt eine Allee zum Mausoleum der K├Ânigin Luise. Dieses schuf Schinkel kurz nach dem Tod der K├Ânigin 1810 in Form eines dorischen Tempels. 1841 wurde das Mausoleum mit einer Kapelle versehen, 1890-91 noch einmal von A. Geyer erweitert. Beeindruckend ist der Sarkophag der K├Ânigin: Man erh├Ąlt den Eindruck, dass sie hier schlafend liegen w├╝rde. F├╝r dessen Gestaltung war C. D. Rauch zust├Ąndig, der ihn 1811-14 in Italien formte. Neben K├Ânigin Luise liegen im Mausoleum auch noch K├Ânig Friedrich Wilhelm III., Prinz Albrecht und F├╝rstin Liegnitz (die 2. Gemahlin des K├Ânigs). In einer Steinkapsel ist zwischen seinen Eltern das Herz von K├Ânig Friedrich Wilhelm IV. beigesetzt. Au├čerdem befinden sich hier die Marmorsarkophage von Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta.

Geht man durch den Park, am Karpfendeich entlang und dann ├╝ber die ├Ąlteste Eisenbr├╝cke Berlins, die Bogenbr├╝cke, so steht man vor dem Belvedere, einem dreist├Âckigen Teehaus. Dieses erbaute C. G. Langhans 1788 in fr├╝hklassizistischer Architektur, ├╝ber einem ovalen Grundriss mit geschweiftem Kuppeldach. Darin befindet sich seit 1970 eine Sammlung Berliner Porzellane des 18. Und 19. Jahrhunderts.

Luisenplatz, Spandauer Damm 22. Tel.: 32 09 1-1, 3 20 91-233 (Museum f├╝r Vor- und Fr├╝hgeschichte).

U-Bahn: U2 (Sophie-Charlotte-Platz), U7 (Richard-Wagner-Platz)

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