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5G und das Zukunftspotenzial

5G und das Zukunftspotenzial

Schneller, größer, besser: Je optimaler der Internetausbau ausfällt, desto mehr steigt der Bedarf nach Kapazitäten. Und jetzt, wo aufgrund der Pandemie Ausgangsbeschränkungen oder gar Sperren das Internet zum weltweiten Konferenzraum gemacht haben und die Leute online gehen, um sich fit zu halten, zu diskutieren, oder sich mit online Entertainment und Streaming die Zeit zu vertreiben, sind die Netze ausgelastet wie nie zuvor.

Bereits im vergangenen Jahr lag der Anteil der mobilen Internetnutzer in Deutschland bei 74 Prozent, und das Smartphone ist mitterweile die beliebteste Plattform fürs Surfen. Um mit den durch die Coronakrise gestiegenen Ansprüchen an die Netzkapazitäten fertig zu werden, sind enorm schnelle Datentransfers erforderlich. Deutschland ist dafür in den meisten Regionen gut aufgestellt, vor allem durch den beginnenden Ausbau von 5G.

Vor 20 Jahren wären die Möglichkeiten noch fast undenkbar gewesen. Dabei hatte sich das Internet rasch ausgebreitet, und mit sinkenden Preisen wurde außer einem vernetzten Rechner auch ein Handy zum Alltagsgegenstand. Allerdings waren die ersten Geräte tatsächlich nur zum Telefonieren gedacht und Welten erntfernt von den heutigen Smartphones, die sich zum elektronischen Alleskönner entwickelt haben. Das im Jahr 2000 eingeführte 3G-Netz, das lange Zeit der Standard war, ist heute nur noch sehr sporadisch erhalten.

Zehn Jahre später kam mit LTE die nächste Generation im Mobilfunk, die vor allem in den Städten schnell zum Standard wurde. 5G, die jüngste Generation, hat in Deutschland in den ersten Großstädten bereits Einzug gehalten. Berlin, Bonn, Köln, Darmstadt, München und Hamburg verfügen seit Monaten über die ersten Sendemasten, und der flächendeckende Ausbau soll bis Ende 2022 folgen. Dafür werden allerdings auch die Frequenzen benötigt, die derzeit von den allerletzten 3G-Türmen benutzt werden.

Während der Sprung von 3G zu LTE zumeist mit kräftigen Preissteigerungen verbunden war, soll 5G nicht mehr kosten als die vierte Generation. Hinzu kommen geringerer Stromverbrauch, deutlich höhere Zuverlässigkeit, sodass das Netz nicht gerade dann zusammenbricht, wenn die Konferenz an der wichtigsten Stelle ist, der Held im gestreamten Film in der Bredouille sitzt oder der Gamer die besten Karten in der Hand hat. Und die Geschwindigkeit ist rasant. Bis zu zehn Gbit/s sollen die Datenraten betragen. Für LTE liegt das Maß aller Dinge bei im Vergleich dazu verschwindend geringen 225 Megabit.

Hinzu kommen niedrige Latenzzeiten, Übertragung von Daten in Echtzeit, was unter anderem für Videokonferenzen ein entscheidender Vorteil ist, und 4G sowie Wlan werden entlastet.

Allerdings sind für die Nutzung von 5G auch Endgeräte erforderlich, die den neuen Standard unterstützen. Noch ist die Auswahl eher gering, und die Hardware kann ins Geld gehen.

Weil 5G nicht nur für den Freizeitgebrauch oder Firmenrechner gedacht ist, sondern auch die smarten Maschinen und autonomen Fahrzeuge der Zukunft versorgen sollen, ist ein dichtes Netz an Sendetürmen erforderlich. Das bedeutet deutlich mehr elektromagnetische Strahlung. Noch ist unbekannt, was für Folgen für die Gesundheit das haben kann.

Hinzu kommt eine steigende Abhängigkeit im Arbeitsleben, aber auch im Alltag von mobilem Netz und digitalen Anwendungen, die das ganze Land lahmlegen könnte, wenn das Netz einmal ausfällt. Wieviel vom Alltag sich digital abspielen kann, ist schon jetzt dank der Coronakrise offensichtlich geworden.