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Santa Maria Maggiore

Santa Maria Maggiore
8. Juni 2017 uwefreund

Rom - Santa Maria Maggiore

Rom: Santa Maria Maggiore

Die Kirche Santa Maria Maggiore ist die größte der 80 Kirchen, die der Jungfrau Maria gewidmet sind, und eine der wichtigsten Wallfahrtsorte Roms. Das Gotteshaus wurde entgegen anderer Kirchen nicht verändert und ist somit ein schönes Beispiel einer urchristlichen Basilika. Sie ist auch die einzige Kirche in Rom, in der seit dem 5. Jahrhundert jeden Tag ohne Ausnahme die Messe gelesen wurde.

Der Erbauer der Kirche war wohl Papst Sixtus III. nach dem Konzil von Ephesus (432 n. Chr.), das sich mit der Verehrung der Jungfrau Maria beschäftigte. Santa Maria Maggiore wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert. Im 13. Jahrhundert baute man eine neue Apsis, und 1377 wurde die Campanile, mit 75 m die höchste Roms, hinzugefügt. Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Kassettendecke fertiggestellt und zwei große Seitenkapellen, Cappella Sistina und Cappella Paolina, gebaut. Ferdinando Fuga gestaltete im Jahre 1740 die Fassade völlig um.

Von der Via Cavour betritt man die Kirche, indem man eine breite Treppe hinaufsteigt. Der Haupteingang, von einem Bogengang überwölbt, befindet sich auf der anderen Seite.

Im Innern wird man zunächst durch die 40 antike Säulen und den Mosaiken beeindruckt. Auf 36 Tafeln, die aus dem 5. Jahrhundert stammen, kann man Szenen aus dem Alten Testament betrachten. Aus dieser Zeit sind auch die Mosaike im Triumphbogen des Altars. Die kostbarsten Mosaike findet man jedoch in der Apsis. Ihr Erschaffer war der Franziskanermönch Jacopo Torriti. Sie gelten als Höhepunkt der römischen Mosaiktradition des Mittelalters.

Im Querschiff rechts liegt die Cappella Sistina. Sie wurde im Jahre 1585 von Domenico Fontana im Auftrag von Papst Sixtus V. erbaut, dessen Grab sich hier auch befindet. Dabei hat man leider eines der wertvollsten Kunstwerke der Kirche beschädigt, die Weihnachtskrippe (presepio). Sie stand seit dem 7. Jahrhundert außerhalb der Kirche in einem oratorio, wo die Päpste früher die Weihnachtsmesse abhielten. Papst Sixtus wollte sie jedoch in seiner Kapelle stehen haben. Beim Transport blieben nur die Figuren des Joseph, der Heiligen Drei Könige sowie Ochs und Esel unbeschädigt.

In der 1611 erbauten Capella Paolina befinden sich die reich geschmückten Grabmäler der Borghese-Päpste Clemens VII. und Paul V. Sie ließen ein kostbares und hochverehrtes Altarbild aus dem 8. Jahrhundert hierher schaffen, um das Grabmal von Papst Sixtus noch zu übertreffen.

Die Cappella Sforza, von Michelangelo entworfen und von Giacomo della Porta erbaut, befindet sich auf der linken Seite. In der Confessio unter dem Hochaltar steht eine beeindruckende Statue von Papst Pius IX. Dieser kniet vor einem Bündel mit Holzstücken, die von der Krippe in Bethlehem stammen sollen. Rechts hinter dem Altar liegt das Grab des 1299 verstorbenen Kardinals Rodriguez, das der Cosmatenkünstler Giovanni Cosmati erschaffen hat. Eine Gedenkplatte erinnert darüber hinaus an eine berühmte Künstlerfamilie, die Berninis, die hier ihr Familiengrab hat.

Piazza di Santa Maria Maggiore (Stadtteil: Esquilin)

Tel.: 48 31 95

U-Bahn: Metro A (Stazione Termini), Metro B (Via Cavour)

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