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Rom _
Gotteshäuser
San Giovanni in LaternoNicht etwa der Petersdom ist die Hauptkathedrale von Rom. Dies ist vielmehr die Lateransbasilika, als Kirche des Bischofs von Rom (und somit des Papstes). Davon kündet die Inschrift auf der Fassade: Mater et caput omnium ecclesiarum urbis et orbis (Mutter und Haupt aller Kirchen dieser Stadt und des Erdkreises). Die Kathedrale hat schon einiges an Zerstörung erleben müssen. Das erste Gotteshaus wurde von den Vandalen zerstört. Der zweite Bau fiel im 8. Jahrhundert einem Erdbeben zum Opfer. Die dritte Kirche wurde im 14. Jahrhundert von zwei Bränden vernichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Kirche und der angeschlossene Palast auch die päpstliche Residenz. Nach der Rückkehr der Päpste aus dem Avignonesischen Exil und der damit verbundenen großen Kirchenspaltung wurde der Wohnsitz des Papstes in den Vatikan verlegt. Obwohl die Lateranskathedrale so oft zerstört wurde, verströmt sie Ruhe und Gelassenheit. Die dem Petersdom nachempfundene Fassade wurde im Jahre 1735 von Alessandro Galilei geschaffen. Die mächtigen Statuen, die die Fassade bekrönen, drücken Feierlichkeit aus. Sie stellen Christus, Johannes den Täufer, Johannes den Evangelisten und die zwölf Kirchenväter dar. Links neben dem Portikus wacht eine antike Statue Konstantins. Jedoch wird ihr Eindruck durch das berühmte Hauptportal eingeschränkt. Dessen bronzene Türen befanden sich einst am Eingang der curia im Forum Romanum. Das rechte Tor wird nur anlässlich eines Jubel- oder Heiligen Jahres geöffnet. Das Innere wurde in den Jahren 1646-1650 von Borromini umgestaltet. Leider hatte er hier kaum Platz für seine architektonischen Ideen. Es überwiegt der Eindruck steriler Größe, der durch einige Kostbarkeiten etwas gemildert wird. So ziert die erste Säule im rechten Seitenschiff ein Fresko, das Papst Bonifatius VIII. zeigt, wie er das Heilige Jahr 1300 verkündet. Im Hauptschiff der Kirche befindet sich der päpstliche Altar, der Teile des Holztisches enthält, auf dem Petrus und die ersten Päpste den Gottesdienst gehalten haben. Der Tabernakel aus dem Jahre 1367 darüber hütet einen besonderen Schatz: die Schädel der Apostel Petrus und Paulus. Stufen führen zum confessio und dem Grab von Papst Martin V. hinab, auf das Gläubige nach römischen Brauch Münzen werfen. Die Apsis ist mit Mosaiken aus dem 12. Jahrhundert geschmückt, die Jacobo Torriti geschaffen hat. Zum Gebäude von San Giovanni in Laterno gehört auch eine Taufkapelle (rechte Ecke des rechten Seitenschiffs). Dieses erste Bapisterium der Christenheit besitzt einen achteckigen Grundriss. Es ist der einzige Teil der ersten Kirche, der noch erhalten ist. Der alte Taufstein besteht aus grünem ägyptischen Basalt und ist von acht Säulen aus rotem Porphyr umgeben. Das Taufbecken selbst wird von vier Kapellen umrahmt. Die bekannteste ist die Cappella di Giovanni Battista, sie befindet sich auf der rechten Seite. Durch eine kleine Tür am Ende des linken Seitenschiffs gelangt man in den Kreuzgang. Dieser zählt zu den schönsten Flecken Roms und wird als Höhepunkt der Cosmatentradition bezeichnet. Keine der vielen hundert Säulen des Bogengangs gleicht der anderen. Geschaffen haben sie Pietro und Jacopo Vassalletto in den Jahren 1215-1223.
Seiteneingang: Piazza di San Giovanni in Laterno, 4, Haupteingang: Via Vittorio Emanuele Filiberto (Stadtteil: Lateran), Tel.: 6 98 64 33
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