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Arrondissements Paris

Arrondissements Paris
8. Juni 2017 uwefreund

Paris - Arrondissements Paris

Paris: Arrondissements Paris

Die Stadt ist in 20 Arrondissements unterteilt, wovon jedes wiederum vier Quartiers umfasst. Insgesamt nimmt die Stadt nur 2,2 Prozent der Gesamtfläche Frankreichs ein, wird aber von immerhin 18,8 Prozent der gesamten französischen Bevölkerung bewohnt.

1. Arrondissement (Louvre)

Das erste Arrondissement ist der Ursprung von Paris. Die Stadt entstand damals auf der „Île de la Cité“. Zuerst besiedelten die Kelten die Insel, später wurden ihre so genannte Wasserwohnungen von den Römern in richtige Wohnungen umgebaut. Diese entstanden aus den Steinen, die in den Steinbrüchen des Montmartre abgebaut wurden. Das „Lutetia Parisiorum“, das der Stadt den Namen Paris gab, war erstanden.

Im 1. Arrondissement, dem Kern der Stadt, sind zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu finden. Die Conciergerie, der Louvre als ehemalige Königsresidenz und heutiges Museum und die wunderschöne Königskapelle Sainte-Chapelle. Ferner gibt es hier die älteste Pariser Brücke „Pont Neuf“, den herrlichen Platz Vendôme und das Palais Royal. Acht Jahrhunderte Pariser Geschichte sind in diesem kleinen Arrondissement zu besichtigen. Das Wahrzeichen unseres Jahrhunderts ist schließlich das hypermoderne „Forum des Halles“.

Im 1. Arrondissement wurde eine für Paris sehr bezeichnende, aber grausige Maschine erfunden. Im Jahre 1790 arbeiteten ein gewisser Dr. Guillotine und ein deutscher Klavierbauer namens Schmidt im „Cour de Commerce Nummer 9 am Place Odéon an der Guillotine. Es grenzt schon an schwarzen Humor, dass gerade dieses Gerät, durch das so viel Menschen sterben mussten, aus humanitären Zwecken erfunden wurde. Andererseits kann man sich vorstellen, dass ein gestresster Henker nicht immer so zielsicher war, um auf einen Schlag ein Leben auszulöschen. Aus diesem Grund arbeiteten diese beiden Herren an einer „menschenfreundlichen Enthauptungsmaschine“. Anfangs hieß die Maschine nach dem Arzt, der ihre Wirkungsweise überprüfte, „Louisette“.Die ersten Köpfe, die rollten, stammten übrigens von Hammeln, an denen man die Guillotine testete. Dr. Guillotin stellte die fertige und betriebstüchtige Maschine dann der französischen Nationalversammlung vor. Sein „Werbeslogan“ war: „Sie sterben, ohne es zu merken“. Die Frage, wie er sich dessen so sicher sein konnte, bleibt offen. Während der Französischen Revolution, in der die Guillotine praktisch ständig in Einsatz war, wurde der deutsche Klavierbauer Alkoholiker und starb an den Folgen seiner Sucht.

2. Arrondissement (Bourse)

Das 2. Arrondissement befindet sich inmitten der „Grands Boulevards“ und in der Nähe der Rue Rivoli. Es ist das kleinste der 20 Arrondissements, aber deswegen nicht weniger bedeutend. Hier treffen sich das Geld und die Nachrichten. Große Zeitungshäuser sind hier angesiedelt, beispielsweise die Agentur AFP (Agence France Presse). Auch die Pariser Börse hat ihren Sitz im 2. Arrondissement. Berühmte Persönlichkeiten wie Emile Zola, F. Mistral oder Franz Liszt lebten ehemals hier.

3. Arrondissement (Temple)

Zwischen dem dritten und dem vierten Arrondissement liegt das Marais, das eines der schönsten Viertel von Paris ist. Seinen Namen hat es von dem ehemaligen Sümpfen, die sich an dieser Stelle befanden (marais = „Sumpf“). Zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert war die Glanzzeit des Viertels. Damals ließen sich dort die Oberen Zehntausend von Paris, die Fürsten, Kardinäle, Höflinge und der Landadel nieder und erbauten ihre Hôtels. Unter Hôtel versteht man die Stadtpaläste der Oberschicht, die mit wunderschönen Gärten und herrlichen Portalen ausgestattet waren und zum Teil auch noch heute existieren. Gebaut wurden die Hôtels vorwiegend in der Renaissance- und Barockzeit. In der Rokokozeit zogen die meisten Hoch- und Wohlgeborenen allerdings nach Faubourg Saint-Germain oder Versailles um und das Maraisviertel erlebte seinen Niedergang. In den ehemals glanzvollen Stadtwohnungen der Reichen wurden jetzt Handwerksbetriebe errichtet und die Französische Revolution trug das ihre zur Verwüstung des Viertels bei. Zwar versuchte man im 19. Jahrhundert das Quartier ein wenig zu restaurieren, die Arbeiten änderten aber nicht sehr viel an dem traurigen Aussehen des Marais.

Erst unter Charles de Gaulles Kultusminister André Malraux bemühte man sich ab 1962 um die wirkliche Erhaltung dieses so wunderbaren alten Kerns von Paris. Noch heute wird Ihnen bei einem Spaziergang durch das Marais-Viertel der Widerspruch zwischen halb verfallenen und frisch restaurierten Gebäuden ins Auge stechen.

Nicht nur tagsüber sondern auch nachts , ist in dem alten und doch so neuen Marais-Viertel immer etwas los. Auffällig ist wie viele junge Leute sich gerne hier aufhalten. Dies bringt auch mit sich, dass im Marais an vielen Ecken Straßenkünstler ihrem Vergnügen nachgehen. In lauen Sommernächten können Sie mit etwas Glück einer imposanten Straßenaufführung vor dem Hintergrund der alten prachtvollen Häuserfassaden beiwohnen.

Ein anderes Viertel im 3. Arrondissement ist das Quartier „Le Temple“. Es steht schon immer im völligen Gegensatz zum Marais und war das Viertel der einfachen Leute. Le Temple bekam seinen Namen vom Templerorden, der ehemals hier ansässig war. Es gab auch einen Palast des Templerordens, der mit seinen spitzen türmen das Aussehen einer Burg hatte. nach der Französischen Revolution und der Zerstörung der Bastille diente der Palast übergangsweise als Gefängnis für Louis XVI. und dessen Familie. Leider existiert dieses Gebäude heute nicht mehr, denn als Baron Haussmann im Auftrag Napoleons III. der Stadt ein neues Gesicht gab musste er weichen.

Sehen Sie sich doch bei einem Rundgang durch dieses Viertel das älteste Haus von Paris an. In der Rue Volta steht seit dem 13. Jahrhundert noch ein hübsches Haus hinter einer nun schon 700 Jahre alten Fassade. Eine weitere berühmte Straße des Quartier Le Temple ist die Rue de Temple. Man kennt sie nicht zuletzt deshalb, weil Honoré de Balzac hier in seiner Jugend fünf Jahre lang lebte.

Schön ist auch die Place de la République. Schon etwas weiter vom Touristenrummel entfernt, befindet sich dieser schöne große Platz, um den die Autos im Kreisverkehr gelenkt werden. Auch hier finden Sie das Paris, das so sehr für seine schönen Häuserfassaden und Balkonen. Vor allem haben Sie hier eine große Auswahl an Cafés und Restaurants. Besuchen Sie doch eines der zahlreichen Austernlokale, die ihre Ware an einem kleinen Stand auch auf der Straße den Passanten anbieten. Schön ist z.B. das „Relais d’Eguisheim“.

4. Arrondissement (Hôtel de Ville)

Das 4. Arrondissement hat wahrlich viele Seiten. Es beherbergt das moderne Centre Pompidou, das Rathaus (Hôtel de Ville), einen Teil des Marais-Viertels (siehe 3. Arrondissement), wie auch die lebhafte Rue Rivoli. In den Bereich des 4. Arrondissements fallen auch die beiden Inseln, die Île de la Cité, auf der auch die Notre Dame steht und die wunderschöne kleinere Île Saint-Louis. Die Île Saint-Louis ist eine kleine Welt für sich. Hier sind die Mietpreis am höchsten, was ihr oft den Ruf einer vornehmen Insel einbringt. Sie ist aber nur sehr widersprüchlich. Auf der einen Seite strahlt sie etwas unberührbares, fast distanziertes oder abweisendes aus, auf der anderen Seite gibt es auf ihr unzählige gute Restaurants, kleine Hotels, Boutiquen, Teehäuser und so auch eine Menge geschäftigen Treibens. Einen Spaziergang zu bzw. auf dieser kleinen Insel sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen, denn sie gilt als einer der schönsten Teile Paris. Kopfsteinpflaster und hohe Bäume entlang der Quais geben ihr ein Flair, das nicht zu beschreiben ist. Halten Sie die Augen auf und Sie werden auf der Île Saint- Louis das Paris sehen, von dem so oft gesprochen wird: das Paris der Tauben, der Verliebten und der Angler.

Die Île de la Cité ist nicht nur wegen der Kathedrale Notre Dame berühmt, auch wenn sie heute Hauptanziehungspunkt für Touristen ist. Früher befand sich hier auch die „Morgue“. Die „Morgue“ war das allen Parisern bekannte Leichenschauhaus, das unter Baron Haussmann von der Place Michel auf die Île de la Cité verlegt wurde. Bis zur nochmaligen Verlegung in eine Klinik am Ring vor ein paar Jahren konnten die Pariser seit 1864 nach ihrer Sonntagsandacht ihre lieben oder weniger lieben Verblichenen besuchen. Die Leichen waren offen und nackt aufgebahrt, oft Selbstmörder oder Nichtidentifizierte.

Kleine Gruselgeschichte aus dem 4. Arrondissement:

Im 13. Jahrhundert lebte in der Rue Mouset ein Barbier. Gleich nebenan verkaufte ein Bäcker Pasteten, die in ganz Paris bekannt und beliebt waren. Eines Tages jedoch trug es sich zu, dass vor dem Friseurladen ein Hund solange bellte, bis sich viele Neugierige versammelt hatten. Der Hund, so fand man heraus, vermisste seinen Herrn. Ein deutscher Student, der seit zwei Tagen spurlos von der Bildfläche verschwunden war. Als die Gendarme das Haus vor dem der Hund Krawall schlug durchsuchten, fanden sie überall Blutspuren. Und so kam die furchtbare Wahrheit zu Tage: Der Barbier pflegte den unbekannten unter seinen Kunden schlicht die Kehle durchzuschneiden und sie in den Keller zu verfrachten. Dieser Keller wurde aber gleichzeitig von dem Bäcker mitbenutzt, der kurzerhand Hackfleisch aus den Verblichenen machte und die Masse in seine berühmten und beliebten Pasteten füllte. (Quelle: Handwerksbuch der Zünfte aus dem Jahre 1253)

5. Arrondissement (Panthéon)

Inmitten des 5. Arrondissements liegt die berühmte Pariser Universität Sorbonne. Weiter gehören der Jardin des Plantes wie auch der größte Teil des Jardin de Luxembourg zu diesem Bezirk. Das bekannteste Viertel des 5. Arrondissements ist das Quartier Latin, das Studentenviertel. Früher war die Pariser Universität auf der Île de la Cité. Gegen Ende des Mittelalters jedoch verlegte man die Universität in das Quartier Latin, in dem heute auch die meisten der Pariser Eliteschulen (Grandes Ecoles) sind. Seinen Namen bekam das Quartier Latin einmal von den Römer, die hier früher wohnten und dann weil in der Zeit von François Villon (frz. Dichter 1431-1463, eigentlich F. de Montcorbier, bekannt als bedeutendster Dichter der Vagantendichtung) und der Gelehrten Latein die Sprache des Viertels war. Heute treffen hier französische und fremdländische Schüler und Studenten mit Touristen aus aller Welt zusammen. Im unteren Teil des Quartier Latin gibt es unzählige Kinos, Diskotheken und viele Restaurants (v.a. griechische, arabische und indonesische).

6. Arrondissement (Luxembourg)

Der 6. Bezirk ist das Arrondissement der Bücher und Bouquinisten, der Galerien und der schönen Künste, wie auch der Cafés und Restaurants. Der Jardin de Luxembourg gehört zum Teil in dieses Arrondissement. Das bekannteste Viertel des 6. ist das Saint-Germain-des-Près. Früher waren hier nur Wiesen (prés) bis hier im 8. Jahrhundert ein Benediktinerkloster gegründet wurde, das allerdings damals noch recht entfernt von der Stadt lag. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg war diese Viertel Anziehungspunkt für viele bekannte und weniger bekannte Künstler. Man traf sich in literarischen Cafés und Größen wie Jean Paul Sartre und Simone de Beauvoir tranken mit Gleichgesinnten im „Le Flore“ oder Im „Les Deux Magots“, während Juliete Gréco sich im „Tabou“ in der Rue Dauphine die Seele aus dem Leib sang. Zwar hat sich das Saint-Germain-des-Près einen Teil seines Zaubers erhalten, die Glanzzeiten als Künstlerkolonie sind aber vorbei. Suchen Sie bitte nicht das Viertel, das Simone de Beauvoir in ihrem Roman „Les Mandarins de Paris“ beschrieb, sondern genießen Sie die heutigen Buchläden oder Cafés. Das „Le Flore“ oder „Les Deux Magots“ sind auch heute noch sehenswert, Künstler werden Sie jedoch nicht mehr finden – und die Cafés lassen sich den Ruf aus alter Zeit teuer bezahlen.

7. Arrondissement (Palais Bourbon)

Bekannt ist das 7. Arrondissement für den Eiffelturm und den Invalidendom, in dem Napoléon seine letzte Ruhestätte hat.

Im 7. Bezirk liegt das bekannte Viertel Faubourg Saint-Germain. Der Boulevard Saint-Germain ist eine kleine Prachtstraße, auch die Place Saint-Germain-des- Prés lohnt auf jeden Fall eine Stippvisite. Schon im 18. Jahrhundert siedelten sich hier die Reichen und Superreichen der Stadt an und auch heute noch lebt hier die Crème de la Crème und viele Leute aus Diplomatenkreisen. Die Neureichen fanden hier keinen Platz mehr und mussten notgedrungen in ein anderes Arrondissement, nämlich das 8. ausweichen. Ein Spaziergang durch das Viertel bietet schöne Einblicke in herrliche Gärten und parkähnliche Anwesen, auf denen meist prächtige Häuser und Villen stehen.

Möchten Sie selbst durch einen dieser Gärten lustwandeln, besuchen Sie das Musée Rodin. Das kleine Palais beherbergt die Arbeiten Rodins und Camille Claudels, im Garten stehen einige der berühmten Skulpturen des Meisters („Der Denker“, „Die Bürger von Calais“, „Balzac“). Immer gepflegt und von der Stadt wunderschön bepflanzt finden Sie hier einen „Geheimen Garten“.

8. Arrondissement (Elysée)

Dieser Bezirk hat drei ganz unterschiedliche Gesichter. Lassen Sie ihn uns so einteilen: Im westlichen Teil des 8. Arrondissements befinden sich die Champs- Elysées und der Triumphbogen wie auch die eleganteste Einkaufsstraße von Paris, die Rue du Faubourg St. Honoré. In dieser Straße steht übrigens zwischen den weltbekannten Modehäusern wie Dior, Hermès oder Cardin recht unauffällig das Palais de l’Elysée, in dem niemand anderer als der französische Staatspräsident lebt. Der südöstliche Teil des 8. Bezirks wird von einem Teil der Champs-Elysées, der sehenswerten Place de la Concorde und der Madeleine beherrscht. Der nördliche Teil des Arrondissements wird vom Parc Monceau und der Gare St. Lazare eingegrenzt. Bei einem Rundgang durch das 8. haben Sie also die freie Wahl zwischen Prunk und Reichtum, Sehenswürdigkeiten oder Pariser Flair und Erholung im Park Monceau.

9. Arrondissement (Opéra)

Das Arrondissement wird auch Opéra genannt, denn in seinem Herzen steht die alte Pariser Oper, die wirklich ein Prachtstück. Ebenso der Place de l’Opéra. Viele der „Grands Boulevards“ führen durch diesen Bezirk, wie zum Beispiel der Boulevard de la Madeleine mit seinem berühmten „Café de la Paix“. Sie werden auch viel Grün in diesem Arrondissement finden, ob es sich nur um schöne alte Bäume handelt oder zahlreiche bunte Blumenstände, z. B. am Boulevard des Capucines. Noch zum Teil gehören aber auch die Place de Pigalle und die Place Blanche in dieses Arrondissement. Und dadurch hat das 9. auch noch ein anderes Gesicht. Der Boulevard de Clichy, umsäumt von Bäumen und noch sehr schönen alten Métro-Stationen ist eigentlich nichts anderes als eine 600 m lange Amüsiermeile der billigen Art. Sexshops, Spielhallen oder Pornokinos verunzieren den Boulevard, durch den täglich etliche Touristenbusse fahren.

10. Arrondissement (Enclos-Saint-Laurent)

Wenn Sie mit dem Zug nach Paris fahren , kommen sie im 10. Arrondissement an. Denn hier sind zwei der großen Bahnhöfe von Paris. Der Gare de l’Est, hier treffen Züge aus Süddeutschland oder Mitteleuropa ein und der Gare du Nord (Norddeutschland, Nordeuropa, Skandinavien und Beneluxländer). Der Bezirk hat ansonsten noch zwei schöne Triumphbögen, die Porte Saint-Denis und die Porte Saint-Matin wie auch den einzigen Kanal von Paris zu bieten. Die Porte St. Denis wurde 1672 zur Erinnerung an die Siege Ludwig XIV am Rhein erbaut. Die Porte St. Martin wurde 1674 von reichen Kaufleuten gestiftetet.

Der Canal Saint-Martin wurde in den Jahren 1822 bis 1825 gebaut. Anstelle eines Weges erschuf man hier den Kanal, um den Weg vom oberen zum unteren Seinelauf abzukürzen und so den durchreisenden einen Weg von immerhin 16 km zu sparen. Der Kanal steht heute auf Anregung von André Malraux unter Denkmalschutz, zum größten Teil verläuft er heute unterirdisch. Lassen Sie sich einen Spaziergang am Canal St. Martin nicht entgehen. Sie werden überrascht sein wie ländlich Paris noch wirken kann. Jedenfalls ist es ein herrliches Stück in Paris, um einen romantisch-nostalgischen Ausflug zu machen. Die Gegend war übrigens nicht immer so romantisch. Wenn Sie auf die Kreuzung Quai des Jammapes /Rue de la Grange-aux-Belles kommen, sollten sie wissen, dass hier im Mittelalter die Hinrichtungsstätte war, denn dort stand der Galgen Montfaucon, an dem so viele ihr Leben beschlossen. Erholen Sie sich von dem leichten Gruselschauer und flanieren Sie ein wenig am Wasser entlang.

11. Arrondissement (Popincourt)

Das 11. Arrondissement zieht vor allem aus dem 18. Jahrhundert seine Geschichte. Im Quartier St. Antoine auf der Place de la Bastille fand die Französische Revolution statt. Damals, am 14. Juli 1798 begann die Revolution mit dem Sturm auf die Bastille. Das Bauwerk ist heute nicht mehr vorhanden, es wurde vollständig abgetragen. Unter der Guillotine fanden Unzählige den Tod. Es wurde hart und unerbittlich gekämpft. Jeder Frankreichkundige kennt die normale Begrüßungsfloskel „ça va?“ (Geht’s denn?) und deren Antwort „on se défend“ (man schlägt sich durch, verteidigt sich). Dieses „on se défend“ stammt aus dem Bezirk, in dem die Revolution losbrach. Früher ein reines Handwerkerviertel, hat die Gegend nun durch den Bau der neuen Oper, der Volksoper unter François Mitterrand eine gehörigen Aufschwung erlebt und wurde in den letzten Jahren zum In-Viertel.

Kleine Geschichte zum 11.Arrondissement

Eigentlich tragisch, aber auch recht komisch ist ein Ereignis, das am 10.08.1903 im 11. Bezirk passiert ist. Damals nämlich fing ein Métro-Wagen an zu brennen und als die Passagiere dann endlich noch wohlbehalten in der Métro-Station Couronne aussteigen konnten hatten sie leider nichts besseres zu tun als ihr Fahrgeld, das damals 3 Sous betrug in der Station zurückzufordern. Damit vertan sie wichtige Zeit, um sich noch vor dem sich ausdehnenden Brand auf die Straße zu retten. 77 Menschen erstickten damals im Rauch, der sich in der Métro-Station entwickelte. So kamen die Pariser zu ihrem „Dreigroschentod“, denn unter diesem Namen ging diese Episode in die Geschichte ein.

12. Arrondissement (Reuilly)

Im Westen wird der 12. Bezirk von der Place de la Bastille eingegrenzt. Die Ostgrenze ist der Bois de Vincennes, in dem sich schon König Ludwig der Heilige zu erholen pflegte. Dort liegt auch der Zoo von Paris. Ein geschichtsträchtiges, „grünes“ Arrondissement.

13. Arrondissement (Gobelins)

Das 13. Arrondissement ist seit einigen Jahren sehr im Aufschwung begriffen. Früher nur ein hässliches Betonviertel versucht man es jetzt zwar modern, aber dennoch ansehnlich zu gestalten. Hier wird auch die neue Bibliothek, in Form von vier geöffneten Büchern bald fertig gestellt sein. Sie zählt ebenfalls zu den so genannten „Grands Travaux“ unter Staatspräsident François Mitterrand. Weitere Schwerpunkte sind die Gare d’Austerlitz, die Place d’Italie, die Cité Universitaire, wo um die 5000 Studenten je nach Nationalität in verschiedenen Wohnblöcken wohnen und die Salpêtrière. Die Salpêtrière war unter König Ludwig XIII. eine Lagerhaus für Salpeter (daher der Name) und für Schießpulver. Später wurde sie als Armenasyl wie auch als Frauengefängnis und Irrenanstalt genützt. Heute ist hier die größte Universitätsklinik von Paris untergebracht. Im 13. Arrondissement befindet sich auch einer der sieben kleinen Hügel von Paris, die Butte aux Cailles.

Geschichte zur Butte aux Cailles:

Die Butte aux Cailles ist quasi die Wiege der französischen Ballonfahrt, denn die Gebrüder Montgolfière ließen hier den ersten Heißluftballon steigen, der auch auf der Butte wieder landete. Die Insassen, ein Hammel, ein Hahn und eine Ente kamen wohlbehalten wieder auf die Erde zurück.

Der Name der Butte kommt von den Wachteln (caille), die Napoléon hier früher jagte. Überhaupt scheint dieser kleine Berg immer wieder mit Federvieh zu tun gehabt zu haben. Die Geschichte erzählt von einem Fest, zu dem sich Charles VII. und seine Angestellten aus Jux teeren und federn ließen, um den Bruder des Königs zu überraschen. Als dieser die seltsamen Vögel dann näher betrachten wollte, fingen sie leider an seiner Fackel Feuer und mussten sich, aneinander gekettet wie sie waren, allesamt in einen kleinen Bach werfen.

14. Arrondissement (Observatoire)

Der 14. Bezirk beherbergt acht Krankenhäuser, den 59 Stockwerk hohen Tour de Montparnasse und den berühmten Friedhof Cimetière de Montparnasse. Bekannt ist der Bezirk vor allem für das Quartier Montparnasse, das bis zur Weltwirtschaftskrise 1929 das Künstlerviertel von Paris war. Hier traf sich alles was Rang und Namen unter den Künstlern hatte, von den Malern Utrillo, Chagall, Modigliani, Kandinsky, Matisse über die Schrifsteller J. P. Sartre, Simone de Beauvoir, Hemmingway, Henry Miller und Anaïs Nin, wie auch James Joyce und Samuel Beckett zu den berühmten französischen Sängern Edith Piaf, Maurice Chevalier oder Charles Aznavour. Treffpunkte waren u.a. die Café-Bistros „Dome“, „Coupole“ und „Rotonde“. Sie alle liegen an der Kreuzung Boulevard Raspail und Boulevard Montparnasse und laden auch heute noch zu einem Besuch ein. Besuchen Sie doch auch den Friedhof, der an sonnigen Tagen mit den vielen streunenden Katzen so gar nichts trauriges an sich hat.

15. Arrondissement (Vaugirard)

Obwohl im 15. Arrondissement das Leben nur so pulst, hat es dem Touristen, den nur die großen Sehenswürdigkeiten interessieren, nicht viel zu bieten. Hier spielt sich das von Touristenströmen weitestgehend verschonte „normale“ Pariser Leben ab. Allerdings wird das 15. Arrondissement von zwei der berühmtesten Wahrzeichen eingegrenzt, nämlich dem Tour Eiffel im Westen und dem Tour Montparnasse im Südosten. Beide sind auf jedenfalls einen Besuch wert.

Tipp: Eine kleine Besonderheit hält das 15. aber dennoch für Sie bereit. Die Allée des Cygnes lädt Sie zu einem kleinen Spaziergang ein. Die so genannte Allee ist eine sehr schmale Mini-Insel zwischen der Pont de Birhakeim und der Pont de Grenelle. Hinter der Pont Grenelle werden Sie dann vielleicht etwas überrascht auf die Pariser Freiheitsstatue stoßen. Die amerikanische Freiheitsstatue war nämlich ein Geschenk der Franzosen an die Stadt New York, das Model behielten Sie.

16. Arrondissement (Passy)

Das 16. Arrondissement bietet Ihnen wieder unzählige Besichtigungen oder Spaziergänge an. Es ist reich an Museen, das netteste ist wohl das Musée Balzac. Begrenzt wird der Bezirk durch die Place Charles de Gaulle-Etoile, die Seine und den Bois de Boulogne. Ein weiteres Highlight ist das Palais Chaillot mit seiner prächtigen Aussichtsterasse. Das Chaillotviertel war sehr lange selbstständig. Ein kleines Dorf inmitten von Hügeln und Weinbergen. Auch heute könnte man sich bei einem Spaziergang durch das Viertel vorstellen, dass es ein eigener kleiner und sehr reicher Ort ist, der eben bis an die Pariser Stadtgrenze herangewachsen ist. Tipp: Im 16. Arrondissement liegt die weltbekannte Place Charles de Gaulle-Etoile, auf die 12 große Avenuen sternförmig zulaufen. Jeder, der schon einmal in Paris war kennt den Platz. Weniger bekannt ist ein hübsches kleineres Plätzchen im Bezirk, die Place Victor Hugo. Auch hier laufen 10 Straßen zusammen, aber alles im kleineren Rahmen und so wesentlich hübscher. Auch werden Sie hier wohl kaum auf andere Touristen treffen und können sich so „pariserischer“ fühlen.

17. Arrondissement (Batignolles-Monceau)

Dieses Arrondissement bietet Kulturbegeisterten eigentlich gar nichts. Wenn Sie aber gut essen wollen, sind Sie im 17. bestens aufgehoben. Mit Sicherheit ist es trotzdem interessant mal ein wenig durch diesen Bezirk zu bummeln. Zum Beispiel über den Boulevard Batignolles, an dessen Seiten hohe alte Kastanien stehen und wo sich schon Dichter wie Heinrich Heine oder Verlaine gerne aufhielten. Oder Sie besuchen die Denkmäler für die beiden Alexandre Dumas und Sarah Bernhardt, die an der Place Malesherbes (wörtlich „Unkrautplatz“) stehen. Sarah Bernhardt, die eigentlich Henriette- Rosine Bernhardt hieß wurde 1844 in Paris geboren und zu einer der berühmtesten Schauspielerinnen an der „Comédie Française“, die auch in vielen anderen Theatern in Paris und auf der ganzen Welt auftrat. Sie spielte meist tragische Rollen und schrieb selbst Lustspiele, Romane und Novellen. Gestorben ist die Bernhardt ebenfalls in Paris im Jahre 1923.

18. Arrondissement (Butte-Montmartre)

Das 18. Arrondissement lässt sich in drei Teile einteilen: Zum einen. den Boulevard Clichy und den Boulevard Rochechouart, die außer billige Pornokinos und Sexshops, wie auch Striplokalen nichts zu bieten haben, wenngleich sie eigentlich mit ihrem Bestand an Grün und den alten Métro-Stationen recht hübsch sein könnten. Zum zweiten die Butte Montmartre mit der Sacré Cœur und dem Place du Tertre. Und schließlich die pittoreske und romantische, von Touristenströmen weitestgehend unberührte Nordseite des Montmartrehügels. Gehen Sie dort ein wenig spazieren und träumen Sie sich in das alte Paris zurück. Hier finden Sie übrigens auch den Weinberg von Montmartre, der den meisten Touristen nicht bekannt ist. Auch der bekannte Friedhof „Cimetière de Montmartre“ ist einen Besuch wert.

Das 18. Arrondissement im Internet: http://www.paris18.net

19. Arrondissement (Butte-Chaumont)

Das 19. Arrondissement ist eine Welt für sich. Die dort Lebenden halten sich auch nicht unbedingt zu Paris gehörig, wenn sie auch einen gewissen Stolz auf die Stadt nicht ableugnen können. In den letzten Jahren entstand hier auf dem ehemaligen Gelände eines großen Schlachthofes der neue Parc de la Villette mit seiner „Cité des Sciences et de l’Industrie“. Zu den Schönheiten des 19. Bezirks gehört der Parc des Buttes Chaumont. Ehemals wurde hier aus Steinbrüchen Kalkstein gefördert, bis man auf dem Geländ einen künstlichen See anlegte. Aus dessen Mitte ragt ein beinahe 50 m hoher Fels empor, an dessen Spitze sich eine kleine Aussichtsplattform befindet. Über eine kleine Brücke können Sie dahin gelangen. Auch künstliche Grotten und anderer kleinere Felsen umgeben den See, so dass man sich bei einem Spaziergang durch den Park schnell in eine unwirkliche herrliche Märchenwelt versetzt vorkommen kann.

Kleine Geschichte zur Butte Chaumont:

Bis in unser Jahrhundert hinein als das Aufknüpfen durch das Köpfen ersetzt wurde standen auf der Butte Chaumont Galgen. Seit dem Mittelalter starben hier Verurteilte durch den Strang. Zur Abschreckung ließ man sie bis zu sechs Wochen auch dort hängen und weil es gar so schaurig schön war, hängte man gleich die in der Stadt Hingerichteten mit dazu. Man kann sich den Geruch gut vorstellen. Höhepunkt dieses Gruselberges war der Galgen von Montfaucon. Ein wahres Wunderwerk an Standfestigkeit, zumal er später auch noch fest eingemauert wurde, konnten an ihm gleichzeitig sechzig Menschen hingerichtet werden. Fraglich also, ob die verwesenden Leichen der schon Hingerichteten wirklich so abschreckend waren.

20. Arrondissement (Ménilmontant)

Das Ménilmontant, das dem 20. Bezirk den Namen gab, existiert leider nicht mehr. Dennoch bietet das Arrondissement auch wenn es heute sehr nüchtern ist, noch schöne Blicke über die Stadt, da es zum größten teil auf einem der sieben Hügel von Paris lebt. Das alte Ménilmontant muss man sich als ein ärmliches Stadtviertel vorstellen, in dem der Spatz von Paris; Edith Piaf ihre Jugend in den Gassen verbrachte und mit ihrer später weltberühmten Stimme die ersten Sous verdiente. Ärmlich , aber doch sehr idyllisch und im Frühjahr von Fliederduft durchtränkt- dieses Ménilmontant muss man heute lange suchen, aber mit etwas Glück findet sich vielleicht noch die eine oder andere Ecke, die nicht plattgewalzt und wieder aus dem Boden gestampft wurde. Die schönste und romantischste Ecke des 20. Arrondissements ist aber immer noch der Friedhof Père Lachaise, den Sie auf keinen Fall auslassen dürfen.

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