Das Kloster Steingaden besaß eine Christus-Statue, die den Mönchen aber zu
realistisch und kunstlos erschien. Die Lorybäuerin von der Wies erhielt auf ihren Wunsch
hin die Figur und baute darum eine kleine Kapelle. Am 14. Juni 1738 geschah ein Wunder:
Christus weinte! Immer mehr Menschen wallfahrten zu der Statue, um von ihr Hilfe bei
Krankheiten zu erbitten. Daraufhin beschloss das Kloster Steingaden, eine Wallfahrtskirche
zu bauen.
In den Jahren 1746 - 1757 schuf Dominikus Zimmermann diese Kirche, die viele als die
schönste Rokokokirche Europas bezeichnen. Über dem ovalen Innenraum thront eine Kuppel,
die von Johann Baptist Zimmermann, dem Bruder des Dominikus, in leuchtenden Farben
ausgemalt wurde. Der Betrachter erhält den Eindruck, direkt in den Himmel zu blicken, wo
Jesus auf einem Regenbogen sitzt. Der feine Rocaille-Stuck rund um die Kuppel und auch die
Kanzel schuf der Baumeister selbst. Im Mittelpunkt des Hochaltars steht ein Gemälde von
B. A. Albrecht, das die Menschwerdung Christi zeigt. Im unteren Teil befindet sich die
Statue Christi, die der Anlass für die Wallfahrten und für den Bau der Kirche war.
Die Wieskirche muss immer wieder renoviert werden, da im Luftraum über der Kirche
Tiefflüge durchgeführt werden. Durch die Erschütterungen bilden sich Risse in den
Mauern und die Stuckaturen werden beschädigt.