Herzog Albrecht III. ließ in den Jahren 1431-1439 an Stelle einer älteren Burg die
Pluedenburg (Blütenburg) errichten. Dieses Jagdschlößchen ist von Wehrmauern und
Wachtürmen umgeben, in einem Wassergraben umfließt die Würm Schloss Blutenburg.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Schlossgebäude zerstört. Anschließend
hat man es nur als einfachen Rechteckbau wiederaufgebaut.
Einzigartig ist die spätgotische Schlosskapelle St. Sigismund (1488). Diese nahezu
unverändert erhalten gebliebene Kirche besitzt farbige Freskenfragmente, die beispielhaft
sind. Am Hochaltar befindet sich ein Triptychon, das Jan Pollack zugeschrieben wird.
Hervorzuheben sind auch die geschnitzten Figuren der zwölf Apostel an den Wänden, aus
der Schule von Erasmus Grasser. Neben dem Sakramentshäuschen findet sich noch ein
kunsthistorisches Kleinod, die Blutenburger Madonna. Die romantische Kapelle ist ein
beliebter Ort für Hochzeiten.
Im Schloss Blutenburg ist die Internationale Jugendbibliothek untergebracht. Die Sammlung
beinhaltet Kinder- und Jugendliteratur in 110 Sprachen (derzeit rund 500.000 Bände). Das
Schloss dient vor allem im Sommer auch als Aufführungsort von angesehenen Konzerten.