Seit der Stadtgründung im Jahre 1158 durch Heinrich den Löwen ist der Marienplatz das
Zentrum von München. Bis 1807 verkauften hier an den Markttagen dichtgedrängt die
Händler und Metzger ihre Waren. Um dieses Chaos zu beseitigen, verlegte König Ludwig I.
die Verkaufsstände auf den Hof des Heiliggeistspitals, heute unter dem Namen
Viktualienmarkt bekannt. Auf dem Marienplatz wurden im Mittelalter aber auch Turniere
abgehalten und Sonnenwendfeuer entzündet. Die Hochzeit des künftigen Herzogs Wilhelm V.
fand 1568 ebenfalls hier statt. An die Ritterspiele erinnert das Glockenspiel im Neuen
Rathaus.
Etwa in der Mitte vor dem Neuen Rathaus steht die Mariensäule. Kurfürst Maximilian I.
stiftete diese 11 m hohe Marmorsäule mit der 2,25 m hohen vergoldeten Figur Mariens als
Dank dafür, dass die Stadt während des Dreißigjährigen Krieges nicht von den Schweden
zerstört wurde. Am Sockel der Mariensäule befinden sich noch Putti, die den Hunger, den
Krieg, den Unglauben und die Pest bekämpfen. Die Säule stellt als Zentralpunkt der
Landvermessung den Mittelpunkt von ganz Bayern dar.
In der Nordostecke des Marienplatzes steht der Fischbrunnen. Um diesen ranken sich
verschiedene Bräuche: Bis 1901 fand hier jeweils am Faschingsdienstag der sogenannte
Metzgersprung statt. Metzgerlehrlinge mussten bekleidet mit Schaffellen in den Brunnen
springen und wurden während merkwürdiger Zeremonien freigesprochen. Am Aschermittwoch
wäscht noch immer der Oberbürgermeister den leeren Geldbeutel der Stadt darin. Dieser
Brauch soll den echten Geldbeutel der Stadt bis zum nächsten Jahr gefüllt halten.
Beherrschendes Bauwerk des Marienplatzes ist das Neue Rathaus, das die gesamte Längsseite
des Platzes einnimmt. An der Ostseite steht das Alte Rathaus. Gegenüber dem Neuen Rathaus
befinden sich zahlreiche neue Bauten, in erster Linie Cafés und Kaufhäuser.
Der Marienplatz zählt zu den beliebtesten Plätzen Münchens. Das ganze Jahr über finden
sich hier Millionen von Touristen ein, um das Glockenspiel des Neuen Rathauses zu
bewundern und um in einem der Cafés gemütlich dem Treiben zuzusehen.