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München _
Stadtinformationen
München: Geschichte und ZahlenDie FrühgeschichteDie ersten Menschen haben sich zwischen 30000 und 10000 v. Chr. im Münchner Gebiet niedergelassen, was Funde belegen. Trotzdem wurde diese Gegend nie ein Ort der antiken Kulturverbreitung. Um 1200 v. Chr. siedelten dann Illyrer, aus Südosteuropa kommend, am Nordrand der Alpen. Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. wanderten Kelten vom Westen her in das Voralpenland ein. Zwar stießen auch die Römer um 15. v. Chr. unter Tiberius und Drusus bis zur Donau vor, jedoch ließen sie das Gebiet des heutigen Münchens auf dem Weg von Augsburg nach Salzburg links liegen. Sie errichteten lediglich einen kleinen Militärposten in der Nähe von Gauting, zogen sich aber im 5. Jahrhundert n. Chr. nach ständigen Querelen mit den Bewohnern des Voralpenlands hinter die Alpen zurück. In dieser Zeit müssen auch kurz die Ostgoten ein Gastspiel gegeben haben, die jedoch bald von den aus Böhmen kommenden Bajuwaren verdrängt wurden. Die Bajuwaren begannen im 6. Jahrhundert Siedlungen zu gründen. Ortsnamen mit der Endsilbe -ing weisen noch heute auf diesen Ursprung hin, z. B. Pasing, Schwabing, Aubing und Sendling. Es folgen 250 Jahre relativer Ruhe, in denen sich unter dem Herrschaftsgeschlecht der Agilolfinger Bayern zu einem homogenen Staat entwickelt. Die StadtgründungSehr früh begann der Einfluss der Kirche im Gebiet um München zu wachsen. 724 gründet der heilige Korbinian das Bistum Freising, und 746 entsteht das Benediktinerkloster Tegernsee. Die Mönche aus Tegernsee errichten um die Jahrhundertwende eine kleine Filiale an der Isar, genau an der Stelle der heutigen Stadtmitte Münchens. Daher rührt auch das Stadtwappen der Stadt, das einen Mönch in goldumrandeter, schwarzer Kutte zeigt. Karl der Große hatte sich 788 das prosperierende Bayern einverleibt und sprach es im Jahre 1156 Heinrich dem Löwen, einem Welfen, als Lehen zu. Als eine seiner ersten Amtshandlungen lässt dieser die Isarbrücke des Bistums Freising von seinen Soldaten abbrennen und baut bei München eine neue. Damit waren die von Reichenhall kommenden Salzfuhren genötigt, über seine Brücke zu fahren und somit an ihm die Zölle zu entrichten. Der Bischof klagt gegen dieses Frevel und am 14. Juni 1158 spricht Kaiser Friedrich Barbarossa auf dem Reichstag zu Augsburg sein Urteil: Heinrich behält die gewinnbringende Brücke und das Markt- und Münzrecht, der Bischof erhält als Ausgleich ein Drittel der Einnahmen. In der Urkunde, die das Urteil festhält, wird zum ersten Mal der Name "Munichen" erwähnt - die Stadt München war geboren. Die Geschäfte der Stadt florierten, weshalb man um 1173 eine erste Stadtbefestigung um München baut. Dieser erste Mauerring ist im Stadtbild am Verlauf alter Straßen heute noch auszumachen. 1176 wird Heinrich zu übermütig, er legt sich mit Kaiser Friedrich an. Das Ergebnis ist: Er wird geächtet, und Bayern fällt an die Wittelsbacher. 1180 wird Otto von Wittelsbach Herrscher über Bayern. Die WittelsbacherDer alte Mauerring wird bald für die florierende Stadt zu eng. 1208 wird das Heiliggeistspital direkt an der Salzstraße gebaut. Es dient jahrhundertelang als Sozialstation (heute befindet sich im Hof der Spitals der Viktualienmarkt). Die Franziskaner errichten am heutigen Max-Joseph-Platz ein Kloster, und 1368 wird die Peterskirche (Sankt Peter) erbaut. 1255, nach dem Tode von Otto II., wird Bayern unter den beiden Söhnen Heinrich XIII. und Ludwig II. (dem Strengen) aufgeteilt. Während Heinrich Niederbayern mit der Burg Landshut erhält, muss sich Ludwig mit der Pfalz und Oberbayern begnügen. Er entscheidet sich als Sitz für München und baut die Alte Veste (Alter Hof) als Regierungssitz. 1302 übernimmt Ludwigs Sohn, Ludwig der Bayer, die Regierung, wird 1314 König von Bayern und schließlich 1328 deutscher Kaiser. Unter seiner Regierung wird München weiter ausgebaut. Man errichtet einen neuen Mauerring (noch erhalten: Karlstor, Isartor und Sendlinger Tor), der die Siedlungen vor der alten Stadtmauer mit einbezieht. Auch diese zweite Stadtbefestigung kann man noch heute im Stadtplan an den Verlauf von Straßen erkennen. 1327 wird München Opfer eines verheerenden Feuers und große Teile brennen ab. Im Jahre 1397 erlebt München eine Bürgerrevolte. Handwerker und einfache Bürger erheben sich gegen die reichen Patrizier im Rathaus, sogar der Herzog wird in der Alten Veste bedroht. 1403 wird die Revolution durch die Wittelsbacher und den Militärs brutal niedergeschlagen, jedoch musste man seitdem den Handwerkszünften mehr Mitspracherecht einräumen. Die Wittelsbacher lernten daraus und bauten sich die Neuveste, die von einem Wassergraben umgeben war. In den folgenden Jahrhunderten wurde sie stetig ausgebaut und nahm die Form der heutigen Residenz an. Weitere Bauten dieser Zeit sind die Frauenkirche (ab 1468), das Alte Rathaus (1470-74). Im Laufe der nächsten 150 Jahre kommt es immer wieder durch Vererbung zu Landesteilungen und -vereinigungen. 1505, nach dem Landshuter Erbfolgekrieg, ist Bayern endgültig vereinigt und München bleibt die Hauptstadt. Eine wichtige Errungenschaft dieser Zeit war 1516 das "Reinheitsgebot des Bieres", in dem festgelegt wurde, dass im Bier nur Hopfen, Malz und Wasser enthalten sein darf. Maximilian I. und der Dreißigjährige KriegAuch in München fielen die Lutherschen Ideen auf fruchtbarem Boden. Nach anfänglichem Zögern entschied sich jedoch Herzog Wilhelm IV. für die katholische Seite und ließ sogar Protestanten verfolgen und hinrichten. 1555 verbot Albrecht V. die Protestanten völlig. Die Frage nach dem rechten Glauben wurde 1568 kurz verdrängt. In diesem Jahr fand die Hochzeit von Kronprinz Wilhelm mit Renata von Lothringen statt, die Festlichkeiten (Turniere, Festzüge usw.) dauerten drei Wochen. Verewigt wurde dieses Ereignis in dem weltberühmten Glockenspiel am Turm des Neuen Rathauses. Die Konflikte zwischen den Katholiken und den Protestanten verschärften sich in der Folgezeit. 1563 wurde München Sitz der Gegenreformationsbewegung, die von Maximilian I., dem ersten absolutistischen Herrscher in Bayern, stark gefördert wird. Er gründet 1609 die Katholische Liga, und führt sie im Dreißigjährigen Krieg an. Da die Liga zunächst siegreich ist, erhält Maximilian von der besiegten Pfalz die Kur, also das Recht, den Kaiser mitzuwählen. Dadurch wurden die Herzöge von Bayern zu Kurfürsten. Mit dem Eintritt der Schweden in den Dreißigjährigen Krieg dreht sich das Glück der Katholiken: 1632 stehen die Schweden vor München. Damit die Stadt nicht zerstört wird, ergibt sie sich und zahlt ein Lösegeld. Als Dank, dass München nicht zerstört wird, stiftet Maximilian die Mariensäule, die heute auf dem Marienplatz zu bewundern ist. Er ist jedoch auch maßgeblich an dem Ausbau der Neuveste beteiligt, die nun Neue Residenz heißt. Wie überall in Deutschland wütete in dieser Zeit die Pest in München, mehr als 1500 Menschen ließen ihr Leben. Daran erinnert ebenfalls das Glockenspiel am Turm des Neuen Rathauses. Der Spanische ErbfolgekriegEnde des 17. Jahrhunderts kehrte unter Ferdinand Maria für einige Jahrzehnte Ruhe in München ein, die man für den Bau von berühmten Gebäuden nutzte. So stiftete der Kurfürst als Dank für die Geburt seines Sohnes die Theatinerkirche und ließ für seine Frau Henriette Adelaide Schloss Nymphenburg bauen - als Ausgleich für ihre Leiden während der Schwangerschaft! Der Sohn, Maximilian II. Emanuel, machte sich als Kriegsherr einen Namen: 1683 rettete er Wien vor den Türken. Anschließend beteiligte er sich an den Spanischen Erbfolgekrieg und schlug sich auf die Seite der Franzosen. Leider wählte er die falsche Seite, denn die andere gewann den Krieg. So war ab 1705 Bayern und München von den Österreichern besetzt. Unter deren hohen Steuern hatte das Volk sehr zu leiden. Deshalb formierten sich am Weihnachtstag 1705 rund 3000 Bauern und Handwerker zu eine schlecht bewaffneten Armee und marschierten auf München. Sie hatten keine Chance: Die Österreicher metzelten die Freiheitskämpfer nieder. Die 250 Überlebenden konnten sich zunächst auf den Sendlinger Berg retten, wo auch sie von den Österreichern abgeschlachtet wurden. Seitdem ist der 25. Dezember 1705 als Sendlinger Mordweihnacht bekannt, ein Datum, das noch heute das bayrisch-österreichische Verhältnis beeinträchtigt. 1714 kehrte Maximilian II. Emanuel nach dem Friedensschluss aus seinem Exil nach Bayern zurück. 1722 heiratet der Kronprinz Karl Albrecht Maria Amalia von Österreich. Doch auch diese Verbindung kann nicht verhindern, daß in den Folgejahren die Österreicher immer wieder Bayern besetzen, 1742 auch wieder München. Erst Maximilian III. Emanuel gelingt einen Ausgleich mit Österreich, was einige Jahrzehnte Frieden schafft. Französische Revolution, Napoleon und das Königreich Bayern1777 trifft das bayrische Herrscherhaus erneut ein Schlag: Maximilian III. Joseph stirbt, ohne einen Erben zu hinterlassen. Der neue Kurfürst wird Karl Theodor, ein Wittelsbacher aus der (ungeliebten) pfälzischen Seitenlinie. Zwar schenkt er den Münchnern den Englischen Garten, wahrscheinlich aber um etwas von den Geschehen in Frankreich abzulenken: der Französischen Revolution. 1792 ist auch Bayern davon betroffen: Napoleon annektiert die linksrheinische Pfalz, die Heimat Karl Theodors. 1796 greift der Korse Altbayern an, das schlimmste kann jedoch mit dem Frieden von Pfaffenhofen verhindert werden. 1799 stirbt Karl Theodor und Max I. Joseph wird bayrischer König. Er kann 1800 nicht verhindern, dass die Franzosen, nach der Schlacht bei Hohenlinden, München besetzen. Erst 1801 gelingt es ihm, indem er sich von den Österreichern lossagt und sich mit den Franzosen verbündet, die Besetzung zu beenden. Die Folgejahre sind von den Ideen der Französischen Revolution geprägt. 1803 beginnt die Säkularisation, und enorm viel kirchliches Land und Besitztum wechseln in private Hände. 1805 zieht Napoleon - auf dem Weg nach Russland - friedlich in München ein, schenkt Bayern Tirol und andere Gebiete sowie noch eine Kleinigkeit - Bayern wird zum Königreich ernannt! Neue Titel erfordern neue Tätigkeiten: König Max I. Joseph lässt sich seine langen Rokokozöpfe abschneiden und reformiert mit seinem Berater Montgelas u. a. den Strafvollzug. Bereits 1791 hatte Karl Theodor die alten Verteidigungsanlagen abreißen lassen, damit München sich ausdehnen kann. 1804 baute man eine zweite Isarbrücke - 800 Jahre nach der ersten! 1812 legt der Architekt Karl von Fischer einen Bebauungsplan für die Stadterweiterung vor. Die Basis bildet das Gebiet vom Odeonsplatz bis zum Sendlinger Tor, von wo alle Straßen nach Nordwesten gehen. Zahlreiche Plätze und Parks sollen die Stadt harmonisch untergliedern. Max I. Joseph macht aus München auch eine Kulturstadt. Viele Gelder fließen in die schönen Künste und in Bauvorhaben. Nachdem Bayern glimpflich den Wiener Kongress überstanden hatte und in den Deutsche Bund eingetreten war, konnte Max I. Joseph in Ruhe weiterbauen. 1816 beginnt Leo von Klenze mit dem Bau der Glyptothek, dem ersten Museum in Deutschland. 1817 starten die Bauarbeiten an der Ludwigstraße mit den daran liegenden Bauten, wie dem Nationaltheater, der Alten und Neuen Pinakothek usw. König Ludwig I. und Maximilian II.1810 feierte man die Hochzeit des Kronprinzen Ludwig mit der sächsischen Prinzessin Therese Charlotte Luise mit einem Pferderennen. Daraus entstand das größte Volksfest der Welt: das Oktoberfest. 1825 besteigt König Ludwig I. den bayrischen Thron. Er wird von Zeitgenossen wie folgt beschrieben: kulturinteressiert, künstlerisch, liberal und erzkatholisch. Diese Eigenschaften zeigen sich in seinem Tun: Er holt die bayrische Universität von Landshut nach München und lässt ein passendes Gebäude, die Ludwig-Maximilians-Universität, bauen. Ludwig I. versucht auch die Säkularisation wiedergutzumachen und gibt der katholischen Kirche einige Gotteshäuser und Klöster wieder zurück, z. B. Kloster Andechs und Kloster Schäftlarn. Er war aber nicht religiös verbohrt: 1827 wurde die protestantische Matthäuskirche gebaut. Der König war aber nicht nur ein Förderer der Künste, sondern auch der modernen Technik zugewandt: 1840 wird die Eisenbahnlinie von München nach Augsburg eingeweiht. Ludwig I. ließ auch die Pressezensur aufheben, was ihm später einigen Ärger einbringen sollte. Denn wie alle anderen Wittelsbacher auch, war Ludwig dem weiblichen Geschlecht sehr zugetan. So ließ er die schönsten Damen (aus allen Gesellschaftsschichten) porträtieren und in seiner Schönheitengalerie in Schloss Nymphenburg aufhängen. Probleme gab es, als Ludwigs Beziehung zur Tänzerin Lola Montez bekannt wurde, deren Bild ebenfalls in der Schönheitengalerie hängt. Die Affäre (und die Bierpreiserhöhungen im Jahre 1844) beschäftigte die Münchner so, dass sie völlig die Märzunruhen übersahen, die sonst überall in Europa tobten. 1848 musste Ludwig I. auf Drängen des immer stärker werdenden Bürgertums zurücktreten, und sein Sohn Maximilian II. übernahm die Regentschaft. Maximilian war gar nicht begeistert, König zu sein. Er war Gelehrter und wäre lieber Professor geworden. Sein Hang zu den Naturwissenschaften führte aber zu einigen Neuerungen und zu zahlreichen neuen Bauten: 1849 wurde die erste Briefmarke Deutschlands herausgegeben, 1852 kommt Justus Liebig nach München. 1850 wurde die Bavaria aus Erz gegossen und über der Theresienwiese aufgestellt. Ab 1856 begann man mit dem Bau der Maximilianstraße, deren Abschluss das Maximilianeum (heute Sitz des bayrischen Landtags) bildet. Die Jahre der industriellen Revolution ließen die Stadt schnell anwachsen, zahlreiche Vororte entstanden. Einige der Orte wurden eingemeindet, angeblich um München eine Einwohnerzahl von über 100000 zu bescheren (was böse Zungen behaupteten). Resultat war eine Choleraepedemie, die über 3000 Menschen das Leben kostete. Der Märchenkönig Ludwig II.1864 wurde Ludwig II., der Sohn Maximilians, König von Bayern. Er verzaubert bis heute alle Menschen. Die Gründe hierfür sind schwierig zu definieren: für die einen war er ein Träumer und Poet, für die anderen war er ein technikbegeisterter Mensch und ein idealer Staatsmann. Was sein Gedenken auf ewig bewahren wird, sind sicherlich die Schlösser, die er errichten ließ: Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee. Auch als Mäzen machte er von sich reden: Er war der größte Förderer von Richard Wagner und ermöglichte diesem, fürstlich versorgt, sorgenfrei zu komponieren. Als Regent konnte Ludwig II. nichts vorzeigen. 1866 wurde Bayern (an der Seite von Österreich) in den Krieg gegen Preußen hineingezogen und verlor. 1870 zog Bayern mit in den deutsch-französischen Krieg, was dem Königsreich die Souveränität kostete. Bayern trat in das Kaiserreich von Wilhelm I. ein, behielt jedoch einige Sonderrechte. Natürlich hatte sich Ludwig damit keine Freunde unter den Münchnern geschaffen: 1869 erschien die erste sozialistische Zeitung, 1867 wurde die erste Gewerkschaft gegründet. Nicht nur das Leben von Ludwig II. gab Anlass für Spekulationen und Untersuchungen, sondern auch sein Tod. Aufgrund seiner zahlreichen Bauten war das Haus Wittelsbach und der Staat Bayern Pleite. Daraufhin ließ man Ludwig entmündigen, mit Hilfe von Gutachten, die Psychiater erstellt hatten, ohne den Monarchen zuvor zu sehen. Ludwig wurde nach Berg am Starnberger See verbannt, wo er wie ein Gefangener lebte. Am 13. Juni 1886 brach er mit seinem Arzt zu einem Spaziergang auf und kehrte nicht zurück. Stunden später fand man die Leichen, im See treibend. Die Münchner waren bestürzt über den Tod des Monarchen, der bis heute nicht geklärt ist. Tausende von Menschen säumten den letzten Weg von Ludwig II. Die Jahrhundertwende und der 1. WeltkriegNach Ludwigs Tod wäre eigentlich sein Bruder Otto an der Reihe gewesen, König von Bayern zu werden. Da man auch ihm Geisteskrankheit attestiert, übernimmt sein Onkel Luitpold als Prinzregent die Regierungsgeschäfte. München nimmt nun immer mehr die Züge einer modernen Großstadt an. 1893 ist sie die am besten mit elektrischem Licht versorgte Stadt Europas. Auch unter Luitpold ist München eine Stadt der Künste. Die Künstler kommen aus dem Großraum München und bilden eine eigene Münchner Kulturszene. Die Einwohnerzahl von München ist nun schon auf über 400000 gestiegen, weshalb an allen Orten geordnet und wild gebaut wird. Auch Prinzregent Luitpold erhält seine eigene Straße, die Prinzregentenstraße. Des weiteren entstehen der Justizpalast, das Müllersche Volksbad, das Prinzregententheater und das Armeemuseum. 1906 findet die Grundsteinlegung zum Deutschen Museum statt. Zur Jahrhundertwende besitzt München bereits fast 500000 Einwohner und eine für Europa herausragende intellektuelle Szene. Vor allem in Schwabing entsteht eine Künstlerkolonie. Dort wird das erste abstrakte Gemälde der Welt von Wassily Kandinsky gemalt. Berühmt wird auch die expressionistische Malervereinigung "der blaue Reiter", mit den Malern Franz Marc, August Macke und Paul Klee. Prinzregent Luitpold wurde während seiner Regierungszeit zum beliebtesten Monarchen der bayrischen Geschichte. Einer der Gründe war sicherlich, dass er nicht dem Absolutismus anhing. Nach seinem Tod folgte 1912 Ludwig III., der letzte bayrische König. 1914 bricht der 1. Weltkrieg aus. München ist davon nicht direkt betroffen, jedoch spitzt sich auch hier die Versorgungslage dramatisch zu. Die Münchner beginnen immer mehr sich gegen die Obrigkeit aufzulehnen, und 1918 kommt es zu ersten Unruhen. Am 7. November findet auf der Theresienwiese eine Großdemonstration statt, während der der Sozialdemokrat Kurt Eisner die Republik ausruft. Unter seiner Führung übernimmt ein Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat die Macht in Bayern. Am 21.2.1919 wird Kurt Eisner von dem jungen Grafen Arco Vallay erschossen, und am 7.4.1919 kommt es zur zweiten Revolution. Unter der Führung der KPD wird die Räterepublik ausgerufen und eine "rote Armee" geschaffen. Am 16.4. kommt es zu ersten Kämpfen mit auf München marschierenden Freikorps. Nach erbitterten Gefechten gewinnen die Freikorps, die Räterepublik ist am Ende und die nach Bamberg geflohene bürgerliche Regierung übernimmt wieder die Macht. Doch die Stimmung bleibt auch in den nächsten Jahren explosiv. Der Nationalsozialismus und der 2. WeltkriegSo kommt es am 8.11.1923 zum Putschversuch der Nationalsozialisten. Der Marsch auf die Feldherrnhalle wird jedoch durch die bayrische Landpolizei gestoppt, 20 Nazionalsozialisten und einige Polizisten getötet. Hitler flieht, wird jedoch wenige Tage später aufgegriffen und vor Gericht gestellt. Die Gerichte waren bereits zu diesem Zeitpunkt von Nazis unterwandert, weshalb es zu extrem milden Urteilen kommt. Hitlers Mitkämpfer Ludendorff wird freigesprochen, Hitler zu Festungshaft verurteilt, allerdings nach wenigen Monaten schon wieder entlassen. Immerhin blieb ihm genügend Zeit, in Ruhe "Mein Kampf" zu schreiben. Die Münchner haben jedoch nicht nur mit politischen Unruhen zu kämpfen. Viel mehr belastet sie zu dieser Zeit die Inflation, und bald muss die Mehrheit der Bevölkerung mit Sozialhilfe versorgt werden. Ein Quell der Erheiterung waren in diesen Jahren nur Karl Valentin und seine Partnerin Liesl Karlstadt, die in den Volkssängerbühnen und in den Kammerspielen auftraten. Die Weltwirtschaftskrise spitzt die Versorgungslage noch weiter zu. 1933 kommt Hitler in Berlin an die Macht, was auch sofort Auswirkungen auf München hat. Ab jetzt führt ein Reichsstatthalter die Befehle der Zentralregierung aus, die letzten frei gewählten Stadträte werden abgesetzt und die Posten an Nazis vergeben. Im gleichen Jahr wird in Dachau das erste Konzentrationslager eingerichtet. Alle den Nazis unliebsame Personen, wie Juden, Zigeuner, Kommunisten und Oppositionelle, werden dort eingeliefert. Von den rund 206000 Häftlingen sterben fast 32000 Menschen. Viele Intellektuelle fliehen aus München ins nahe Ausland, um einer Deportation zu entgehen. 1935 erhält München den Ehrentitel "Hauptstadt der Bewegung", in Erinnerung an die ersten politischen Gehversuche Hitlers. Auch architektonisch will man ein Denkmal setzen: zahlreiche Plätze werden umgestaltet und Gebäude, wie das Haus der Kunst, erbaut. Bis 1938 gemeindet man weitere Orte der Umgebung ein, so dass München die Form erhält, die die Stadt noch heute besitzt. Am 30.09.1938 ist München der Mittelpunkt der Welt: Chamberlain, Daladier, Mussolini und Hitler unterzeichnen das Münchner Abkommen, das das Schicksal der Tschechoslowakei besiegelt. Auch in München kommt es am 09.11.1938 zur Reichskristallnacht: jüdische Geschäfte werden demoliert und geplündert, die Synagoge abgebrannt und die Juden in Sammellager in Milbertshofen und Berg am Laim zusammengetrieben. Am 08.11.1939 versucht Georg Elser im Bürgerbräukeller Hitler zu ermorden. Sieben Menschen sterben, Hitler bleibt unverletzt. Ansonsten ist auch in München der Widerstand gegen Hitler gering. Aufmerksamkeit erregt nur die "Weiße Rose" mit Flugblattaktionen an der Ludwig-Maximilians-Universität, eine Gruppe von Studenten und Dozenten, wie die Geschwister Scholl, A. Schmorell, W. Graf, Chr. Probst und Professor Huber. Verraten vom Hausmeister der Universität, werden die Mitglieder der Gruppe von den Nazis hingerichtet. 1942 werden die ersten großen Luftangriffe auf München geflogen, 1943 bei einem Angriff fast alle historischen Bauten der Stadt zerstört. Ein Jahr später ist fast ganz München in Schutt und Asche, die Infrastruktur zusammengebrochen. 1945 werden täglich Luftangriffe geflogen, die Amerikaner stehen schon fast vor den Toren der Stadt. Um eine letzte sinnlose Schlacht zu verhindern, revoltiert die sogenannte Freiheitsaktion Bayern. Unter der Führung von Hautmann Gerngroß wird am 28.04.1945 der Rundfunksender Erding besetzt und die Soldaten zur Aufgabe aufgefordert. Tausende folgen diesem Aufruf, und am 30.04.1945 besetzen die Amerikaner München, der Krieg ist für die Stadt zu Ende. Das Ergebnis: 45% der Bausubstanz zerstört, 32.000 Münchner starben auf den Schlachtfeldern und bei Bombenangriffen, von Münchens Juden überleben nur 200. NachkriegszeitDie Amerikaner setzen eine Stadtverwaltung ein, und langsam entsteht etwas Ordnung in dem allgemeinen Chaos. Bereits 1946 beschäftigt man sich damit, wie die Stadt wiederaufgebaut werden soll. Im selben Jahr erhält der Freistaat Bayern seine erste demokratische Verfassung. Am 6.6.1947 findet in München eine Konferenz aller deutschen Ministerpräsidenten statt. Da kein Konsens gelingt, ist eine Teilung Deutschland nicht zu verhindern. In der Stadt dagegen beginnt das große Aufräumen. Tausende von Trümmerfrauen folgen dem Aufruf "Rama dama". 1949 besitzt die Stadt schon wieder fast 800.000 Einwohner, und bald macht sich auch in München das Wirtschaftswunder bemerkbar. Immer mehr Wohnungen werden geschaffen, und man beginnt auch mit dem Aufbau der historischen Gebäude, z. B. der Residenz. In den Sechziger Jahren sind die Schäden des Krieges fast vollständig beseitigt. Immer mehr zukunftsorientierte Industrie und Forschungsinstitute lassen sich in und um München nieder. Leider entstehen auch Wohnsilos wie in Hasenbergl und Fürstenried, die der Not gehorchend gebaut wurden, aber scheußlich und auf ihre Art unmenschlich sind. München wird jedoch nie wieder zu der Kulturstadt, die sie einst war. Lediglich das Verlagswesen kann seine führende Stellung wieder einnehmen. Einen entscheidenden Schub erhält die Stadt 1972 durch die XX. Olympischen Spiele, die in München abgehalten werden. Nicht nur das Olympiazentrum mit seinen Bauten entsteht, auch die Infrastruktur und der Nahverkehr wird ausgebaut. So eröffnet man 1971 die erste U-Bahn-Linie der Stadt. München gehört heute zu den beliebtesten Städten Deutschlands und wird oft als heimliche Hauptstadt bezeichnet. Dies zeigen u. a. die alljährlichen Besucherzahlen: mehr als 50 Mio. Tagesbesucher und 6,6 Mio. Übernachtungen werden gezählt. München in ZahlenMünchen ist die Hauptstadt des Freistaates Bayern und des Regierungsbezirkes Oberbayern. Die "Stadt mit Herz" ist nach Fläche (31.045 ha) die fünftgrößte, nach Bevölkerung die drittgrößte Stadt der Bundesrepublik Deutschland. Von vielen wird München als heimliche Hauptstadt Deutschlands bezeichnet. Schon im Mittelalter war München eine der wichtigsten Handels- und Gewerbestädte. Auch heute noch ist die Stadt eine der aktivsten Wirtschaftszentren Europas. So befindet sich in München der Sitz des Europäischen und des Deutschen Patentamtes sowie des Bundesfinanzhofes. Zwei Universitäten, mehrere Hochschulen, Akademien und renommierte Forschungsinstitute weisen München als eine Stadt der Wissenschaften aus. Weltberühmte Museen und Gemäldegalerien sowie eine abwechslungsreiche Theaterlandschaft haben Münchens Ruf als Kulturmetropole in die ganze Welt hinausgetragen. Geographie und KlimaMünchen liegt im oberbayrischen Voralpenland und wurde direkt an der Isar gebaut. Die Stadtmitte (die Frauenkirche wird als Zentrum gesehen) liegt auf 48°8´23´´ nördlicher Breite und auf 11°34´28´´ östlicher Länge. Der höchste Punkt der Stadt ist der Warnberg mit 579 m über dem Meeresspiegel im Münchner Süden (Solln). Die tiefste Stelle befindet sich im Nordosten der Stadt, in den Isarauen, mit 482 m über dem Meeresspiegel. Obwohl München kaum Hochhäuser besitzt, hat es doch seine Skyline: die Alpen. Bei Föhnwetter entsteht der Eindruck, als ob die Alpen direkt am Stadtrand beginnen würden. Landschaftlich hat das Münchner Umland viel zu bieten. Ob es nun der höchste Berg Deutschlands ist (die Zugspitze), der nur 100 km entfernt liegt, ob es die mit Wäldern umkränzte Senken des Ammersees und des Starnberger Sees oder ob es die ausgedehnten Moorflächen des Dachauer und Erdinger Moors sind, kaum eine andere Stadt Deutschlands kann derart viel Natur bieten, wie München. Die bayrische Metropole besitzt ein gemäßigtes Klima, auch wenn Heinrich Heine 1827 in einem Brief behauptet: "Das Klima hier tötet mich". Beeinflusst wird es durch die nahen Alpen. Eine Besonderheit ist der Föhn, ein von Süden kommender warmer Fallwind, der bei manchen Münchnern Kopfschmerzen und Nervosität auslöst, andere dagegen erfrischt wie eine kühle Dusche. Der Föhn kann zu allen Jahreszeiten auftreten. Er löst oftmals über dem Alpenvorland befindliche Wolken auf, und seine geringe relative Luftfeuchte sowie seine Aerosolarmut ermöglichen eine hervorragende Fernsicht. Die Durchschnittstemperaturen liegen in München bei 2 °C im Januar und 23 °C im Juli. Über das Jahr gesehen ergeben die Temperaturen ein Maximum von 12,8 °C und ein Minimum von 3,2 °C. Durchschnittlich 4,6 Stunden scheint die Sonne pro Tag, und an 129 Tagen im Jahr regnet es. BevölkerungVon den Münchnern kann man vieles behaupten, aber gesichtslos sind sie auf jeden Fall nicht! Sie gelten selbst als Sehenswürdigkeit, tragen zur Anziehungskraft Münchens bei, was ihnen durchaus bewusst ist. Der Münchner liebt es zu "granteln". Ist er auch noch so am motzen über Gott und die Welt, so ist er ganz tief im Innern doch zufrieden mit sich und ungeheuer stolz auf seine Stadt. Gar nicht mag diese Rasse, wenn man fordert, dass sie ihren polternden Worten Taten folgen lassen. Sie warten lieber ab, was andere machen. Dies zeigte sich auch in der Geschichte: Die Revolution 1918, die die Monarchie beendete, wurde nicht etwa von den Münchnern durchgeführt. Nur wenige Einheimische befanden sich unter den Leuten, die vor die Residenz zogen und der Anführer stammte gar aus Berlin: Kurt Eisner. Womit man die Münchner wirklich auf die Straße bekommt, ist eine Bierpreiserhöhung. Mit derartigen Aktionen haben sich schon viele Regenten erheblichen Ärger bei ihren Bürgern eingehandelt. Der alljährliche Disput über die Masspreise auf der Wies'n (dem Oktoberfest) füllt die Zeitungen. Der Ort, an dem heute München liegt, war schon früh besiedelt. Zwischen 30000 und 10000 vor Chr. lebten hier bereits die ersten Menschen. Um 1370 hatte die Stadt etwa 11.000, im Jahr 1500 rund 13.400 Einwohner. Die erste Volkszählung 1781 verzeichnete 37.840 Bürger. Waren es 1800 nur 500.00, so stieg die Zahl der Einwohner bis 1900 auf 500.000 an. 1957 wurde München schließlich zur Millionenstadt. Heute leben in München mehr als 1,3 Mio. Menschen. Mit der Zahl der Einwohner stieg auch hier die Zahl der Ausländer von 3% in 1946 auf 18,5% in 1992. Für die Ur-Münchner sind jedoch die meisten Einwohner Ausländer. Deshalb unterschied man bei früheren Zählungen auch zwischen Münchnern, Bayern und übrigen Deutschen. Eine demographische Besonderheit ist in München die hohe Anzahl von Ein-Personen-Haushalten. Waren 1961 knapp 15% der Einwohner Singles, so sind es heute fast 60%. Vor allem Schwabing zieht Ein-Personen-Haushalte an: Über 63% der Einwohner leben dort alleine. WirtschaftMünchen ist einer der wichtigsten Industriestandorte Deutschlands. Seine für die Wirtschaft des Landes dominierende Position hat die Stadt schon früh erreicht. Reichtum und Macht erlangte München durch seine Lage: an der Salzstraße. Dieses kostbare Gut musste durch München transportiert werden, was die Stadt sich teuer mit Zöllen bezahlen ließ. Sehr früh sorgten auch die Bierbrauer für einen Wirtschaftsaufschwung, 1280 werden sie das erste Mal in einer Urkunde erwähnt. Im Mittelalter war München eine wichtige Handels- und Gewerbestadt, jedoch gegen die Handelszentren Augsburg und Nürnberg konkurrenzlos. Der Grund: München lag nicht mehr an den Handelsrouten, und es gab keine Rohstoffe in der Nähe. So lag München 1882 mit seiner Industrie nur an neunter Stelle in Deutschland. Dies änderte sich nach dem 2. Weltkrieg. Die Auto- und Elektroindustrie dominierte nun, bekannte Firmen wie Siemens, BMW und MAN machten München zu einem wichtigen Industriestandort. Nach Frankfurt ist München aber auch die zweitgrößte Bankenstadt Deutschlands. Des weiteren finden sich in der Stadt große Versicherungen, wie die Allianz. München ist auch ein zentraler Platz der zivilen und militärischen Luft- und Raumfahrtindustrie. So haben hier die deutsche Airbus-GmbH, Dornier und MBB ihren Sitz. Neben der Industrie schlagen aber auch die Einnahmen der Touristikbranche in den Umsatzzahlen von München zu Buche. 1992 besuchten rund 2,8 Mio. ausländische Touristen die Stadt, hierbei insbesondere US-Amerikaner, Japaner und Italiener. Insgesamt wurden 6,6 Mio. Übernachtungen gezählt. Mit 50 Mio. Tagesbesuchern pro Jahr gehört München zu den wichtigsten Touristikzentren in Europa. Betrachtet man alle wirtschaftlichen Faktoren von München, so ist es nicht verwunderlich, dass München das höchste Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt von Deutschland erwirtschaftet. In dieser Stadt arbeiten die meisten Fachkräfte, und hier werden die höchsten Löhne bezahlt. Das hohe Einkommensniveau hat allerdings auch zum höchsten Preisniveau in Deutschland geführt. VerkehrMünchen zählt zu den Verkehrsknotenpunkten Deutschlands. Aus allen Himmelsrichtungen laufen sternförmig Autobahnen auf die Stadt zu. Und wer gen Süden fährt, kommt unweigerlich an München vorbei. Alljährlich zur Urlaubszeit werden denn auch hier die längsten Staus gemeldet, 50 km sind oftmals keine Seltenheit. Jedoch machen München auch die mehr als 700000 angemeldeten Autos zu schaffen. Zu den Rush-hour-Stunden erstickt die Stadt förmlich im Verkehr. Dabei hat München, wie alle anderen Großstädte, das Problem: Wohin mit den Autos? So gibt es im Bereich der Altstadt nur etwa 2500 Parkplätze. Deshalb versucht die Stadt durch eine Ausweitung des öffentlichen Nahverkehrs den Autoverkehr aus der Stadt zu bekommen. Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) bietet heute 9 S-Bahn- und 6 U-Bahn-Linien sowie 84 Straßen- und Omnibuslinien an. Ein U-Bahn-Netz mit mehr als 70 km und ein S-Bahn-Netz mit rund 410 km Gleisen transportieren täglich mehr als 1 Mio. Passagiere zu ihren Zielen. Nachteile des MVV (die auch alle anderen Städte haben) sind die hohen Preise und die schlechte Versorgung nach Mitternacht. Der Münchner Hauptbahnhof ist Knotenpunkt des internationalen und regionalen Bahnverkehrs. Alle S-Bahn-Linien fahren über den Hauptbahnhof. Seit 1991 verbindet der Hochgeschwindigkeitszug ICE München direkt mit Hamburg. 1992 wurde der neue Münchner Flughafen, Franz-Josef-Strauß-Flughafen, in Betrieb genommen. Dieser, nach Frankfurt zweitgrößte Flughafen Deutschlands, wird von mehr als 100 Fluglinien angeflogen. Jeden Tag starten 500 Maschinen und befördern pro Jahr rund 14 Mio. Fluggäste. Die Stadtbezirke im einzelnen:1992 hat man die Münchner Stadtteile (Bezirke) neu eingeteilt und von 41 auf 24 reduziert. Das gesamte Stadtgebiet besitzt eine Fläche von mehr als 31000 ha. Davon sind über 12000 ha mit Häusern bebaut, 4350 ha durch Straßen versiegelt, über 6499 ha für Gartenbau und Landwirtschaft reserviert und rund 1130 ha Waldgebiet ausgewiesen. München besitzt eine Längsausdehnung von 26,4 km und ist 20,9 km breit. Altstadt-Lehel:Der heutige 1. Bezirk entspricht etwa dem Gebiet, das Ludwig der Bayer in den Jahren 1301-1315 durch die zweite Stadtmauer eingrenzen ließ. Bei der Neueinteilung der Stadtbezirke hat man den Stadtteil Lehel zur Altstadt hinzuaddiert, so dass der 1. Bezirk nun eine Fläche von 663 ha besitzt. Dadurch kann dieser Stadtteil einen großen Teil des Englischen Gartens sein eigen nennen. Im Bezirk Altstadt-Lehel liegen die meisten Sehenswürdigkeiten Münchens, wie das Alte und Neue Rathaus, die Frauenkirche, das Hofbräuhaus, die Kirchen Sankt Lukas, Sankt Michael und die Theatinerkirche, der Viktualienmarkt usw. Das Zentrum bildet der Marienplatz. Ludwigvorstadt-Isarvorstadt:Bei der Neueinteilung der Stadtbezirke hat man die vier südlich und südwestlich von der Altstadt gelegenen Stadtteile zum 2. Bezirk zusammengefasst. Dieser besitzt nun eine Größe von 438 ha und eine Einwohnerzahl von mehr als 51800. In diesem Stadtteil leben die meisten Ausländer (31,5%). Denn die Häuser dort sind alt und stark renovierungsbedürftig, weshalb die meisten wohlhabenden Bürger weggezogen sind. Einhergehend mit dem Verfall dieses Stadtbezirkes steigen aber auch die sozialen Probleme, die dringend einer Lösung bedürfen. Maxvorstadt:Die Könige Maximilian I. Joseph und Ludwig I. waren maßgeblich an der Erweiterung dieses Stadtteils beteiligt. Sie wollten hier ihr "Athen an der Isar" schaffen, was sie mit zahlreichen Bauten rund um den Königsplatz deutlich machten. Heute ist die Maxvorstadt das Museumszentrum Münchens. Mit mehr als 48000 Einwohnern auf einer Fläche von 403 ha ist es auch der am dichtesten besiedelte Stadtteil. Schwabing-West:Der mit Abstand kleinste Bezirk ist Schwabing-West. Auf nur 128 ha Fläche leben rund 32000 Einwohner, also so dicht aufeinander, wie sonst nirgendwo in München. Jedoch zählt der 4. Bezirk zu den beliebtesten, viele Häuser werden luxussaniert und als Eigentumswohnungen verkauft. Touristisch gesehen bietet Schwabing-West - bis auf ein paar schöne Häuserfassaden - nicht viel. Au-Haidhausen:Erst mit der Eingemeindung der beiden Vororte Au und Haidhausen im Jahre 1854 wurde München zur Großstadt. Dadurch stieg die Einwohnerzahl der Stadt auf mehr als 100000. Haidhausen war im Laufe der Geschichte der Ziegellieferant für die Bauvorhaben der Stadt München, denn hier gab es die dafür notwendigen Lehmböden. Berühmt ist das Haidhausener Isarhochufer, da hier viele Brauereien ihr Bier in kühlen Gewölben lagern. Heute hat Haidhausen die Nachfolge von Schwabing angetreten: Hier trifft sich die Schickeria, zahlreiche In-Kneipen sind aus dem Boden geschossen. Die Au dagegen war stets das Arme-Leute-Viertel, auf das die reichen Bürger links der Isar gerne herabschauten. Au und Haidhausen bilden seit der Neugliederung der Stadtteile 1992 den 5. Bezirk mit mehr als 55000 Einwohner und einer Fläche von rund 400 ha. Touristische Attraktionen sind in diesem Bezirk das Maximilianeum, das Müllersche Volksbad, das Prinzregententheater und der Gasteig. Sendling:Der Stadtteil Sendling mit über 35500 Einwohnern und einer Fläche von annähernd 400 ha ist ein Arbeiterviertel mit zahlreichen Fabriken. Wichtige Versorgungseinrichtungen der Stadt (z. B. das Heizkraftwerk und die Großmarkthalle) sind hier angesiedelt. Das Bauerndorf Sendling wurde erst 1877 in München eingemeindet. Berühmtheit erlangte es durch die Sendlinger Bauernschlacht im Jahre 1705: Nachdem Bayern im Spanischen Erbfolgekrieg verloren hatte, musste es die Besatzungsmacht Österreich ertragen. Dagegen revoltierten am Weihnachtstag die Sendlinger Bauern und Handwerker, und tausende wurden bei der Schlacht von den Österreichern hingemetzelt. Heute zählt der 6. Bezirk Sendling zu den typischsten Stadtteilen von München. Für Touristen hat er allerdings nichts zu bieten. Westpark:Ehemals unter dem Namen Waldfriedhofviertel bekannt, heißt der 7. Bezirk mit über 48000 Einwohnern und einer Fläche von 805 ha heute "Westpark", denn für die Internationale Gartenausstellung hat man hier eine gleichnamige große Grünanlage angelegt. Der Waldfriedhof wurde in der Neugliederung des Stadtgebietes dem Bezirk Hadern zugesprochen. Schwanthalerhöhe-Laim:Der 8. Bezirk wird im Norden eindeutig durch die Bahngleise abgegrenzt. Diese Nähe zur Bahn führte im 19. Jahrhundert zur Ansiedlung von zahlreichen Handels- und Industrieunternehmen. Im Stadtteil Schwanthalerhöhe-Laim leben heute rund 75000 Einwohner auf einer Fläche von 809 ha. Die Einwohner der Schwanthalerhöhe werden in München allgemein als eine besondere Rasse bezeichnet - worauf diese sichtlich stolz sind. Laim dagegen hat sich mehr und mehr zu einem anonymen Wohngebiet entwickelt. Neuhausen-Nymphenburg:Im Rahmen der Neueinteilung der Stadtbezirke wurde das Viertel Neuhausen-Oberwiesenfeld mit dem Stadtteil Neuhausen-Nymphenburg zusammengefasst. Der 9. Bezirk mit einer Fläche von 1150 ha und mehr als 63100 Einwohnern wird nun von zwei großen Grünanlagen begrenzt - vom Olympiapark im Osten und vom Nymphenburger Park im Westen. Zwischen den beiden Parks liegt Neuhausen mit seinem Geschäftszentrum, dem Rotkreuzplatz. Für Touristen sind natürlich Schloss Nymphenburg sowie der Olympiaturm und das Olympiastadion im Olympiapark von Interesse. Moosach:Im Nordwesten von München liegt der 10. Bezirk: Moosach. Mehr als 70400 Einwohner teilen sich eine Fläche von 1200 ha. Moosach besitzt nur wenig Industrie. Dort befinden sich die Mustersiedlung Borstei, der Westfriedhof und das Dantebad. Milbertshofen-Am Hart:Angrenzend an Schwabing und bis zum nördlichen Stadtrand reicht Milbertshofen-Am Hart, der 11. Bezirk von München. Die Geschichte von Milbertshofen ist ebenso alt, wie die Münchens. Auch dieser Ort ist bereits im 12. Jahrhundert entstanden. Der Industriestandort Milbertshofen erstreckt sich auf 1500 ha Fläche und besitzt über 94500 Einwohner. Schwabing-Freimann:Der 12. Bezirk setzt sich aus drei recht unterschiedlichen Stadtteilen zusammen: dem legendären Schwabing mit seiner Schickeria, den Kneipen und Cafés, der Wohnsiedlung Alte Heide und dem Industriestandort Freimann. Schwabing-Freimann besitzt rund 74000 Einwohner und erstreckt sich auf einer Fläche von 2450 ha. Bogenhausen:Der zweitgrößte Bezirk von München ist Bogenhausen. Dieser vornehme Stadtteil ist 2470 ha groß und verzeichnet mehr als 74000 Einwohner. Bogenhausen erstreckt sich von den Villen am Herzogspark über das alte Bogenhausen bis hin nach Daglfing. Der 13. Bezirk besitzt auch einige Sehenswürdigkeiten, die für Touristen von Interesse sind: den Friedensengel, die Rennbahnen in Daglfing und den Arabella Park, mit dem modernen Hypo-Verwaltungsgebäude als Zentrum. Berg am Laim:Berg am Laim lebte lange Jahre von dem, was der Boden hergab. Dies war zum einen die Landwirtschaft, aber vor allem der Lehm (daher der Name "Laim"), mit dem das alte München erbaut wurde. Die letzte Ziegelei des Ortes schloss erst vor rund 20 Jahren ihre Pforten. Heute ist Berg am Laim in erster Linie ein Wohnbezirk mit mehr als 34500 Einwohnern, die auf einer Fläche von 512 ha leben. Trudering:Trudering besteht aus drei Bauerndörfern, die im Laufe der Jahre zusammengewachsen sind: Trudering, Kirchtrudering und Waldtrudering. Benannt wurden die Orte nach Herrn Truchtaro, der vor über 1500 Jahren hier gelebt haben soll. Der 15. Stadtbezirk wurde insbesondere durch das Gebiet Riem bekannt, wo bis 1992 der Flughafen von München lag. Zukünftig wird man hierher die Messe München verlegen. Trudering besitzt eine Gesamtfläche von 2200 ha, auf der mehr als 38000 Einwohner leben. Ramersdorf-Perlach:1967 begann man mit dem Bau der Wohnsiedlung Neuperlach, wodurch sich der 16. Bezirk grundlegend verändert hat. So entstand mit mehr als 100000 Einwohnern und einer Fläche von 2000 ha eine Großstadt in der Millionenstadt München. Das alte, ländliche Perlach und der Nachbarort Ramersdorf konnten jedoch ihre eigene Identität bis heute erhalten. Obergiesing:Giesing ist noch viel älter als München und wurde erst im Jahre 1854 eingemeindet. In Giesing lebten vor allem Maurer, Zimmerer und Handlanger, die am linken Isarufer bei den reichen Einwohnern ihr Geld verdienten. Dieser 17. Bezirk von München besitzt heute mehr als 48000 Einwohner und erstreckt sich auf einer Fläche von 600 ha. Untergiesing-Harlaching:Der 18. Bezirk setzt sich aus zwei grundverschiedenen Stadtteilen zusammen: dem Arbeiterviertel Untergiesing und dem Villenvorort Harlaching. Die beiden Orte besitzen zusammen mehr als 48600 Einwohner, die auf einer Fläche von 810 ha leben. Eine Besonderheit hat dieser Bezirk: Direkt auf der Grenze zwischen beiden Stadtteilen befinden sich das Stadion des Fußballclubs 1860 München und die Geschäftsstelle des FC Bayern München. Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln:Der 19. Bezirk mischt Industrieansiedlungen, Wohngebiete und ländliche Orte. Die vier Orte Thalkirchen, Obersendling, Forstenried, Fürstenried und Solln breiten sich auf einer Fläche von 1900 ha aus, auf der mehr als 81000 Einwohner leben. Touristen finden in diesem Bezirk das Schloss Fürstenried und den Tierpark Hellabrunn, die beide einen Besuch wert sind. Hadern:Hadern hat sich insbesondere nach dem 2. Weltkrieg entwickelt. Heute leben hier rund 43600 Einwohner (vorwiegend Angestellte und Beamte) auf einer Fläche von 732 ha. Im Südwesten des 20. Bezirks befindet sich der Waldfriedhof, der ehemals zum Stadtteil Westpark gehörte. Bekanntheit erlangte Hadern durch das 1974 gebaute Klinikum Großhadern, das eines der größten und modernsten Kliniken Europas ist. Pasing-Obermenzing:Trotz langem Widerstands wurde Pasing 1938 in München eingemeindet. Jedoch wirkt dieser 21. Bezirk noch immer wie eine eigene Stadt: Er hat ein eigenes Rathaus, einen Bahnhof, einen Stadtpark und sogar einen eigenen Marienplatz mit einer kleinen Mariensäule. Pasing ist vor allem zum Einkaufen beliebt. Wer die Größe von München und die Unübersichtlichkeit der Geschäfte scheut, findet hier alles, was er braucht, an einem Ort. Obermenzing ist ein Villenort, der an den Nymphenburger Park angrenzt. Zusammen mit Pasing besitzt dieser Stadtbezirk mehr als 60300 Einwohner und eine Fläche von 1800 ha. Aubing-Lochhausen-Langwied:Der flächenmäßig größte Bezirk von München besitzt gleichzeitig auch den geringsten Anteil an Einwohnern. So leben auf einer Fläche von 3300 ha nur rund 37000 Einwohner. Der 22. Bezirk begrenzt München im Westen und war die letzte große Gebietserweiterung der bayrischen Metropole. Unter den Nationalsozialisten (1942) verloren Aubing, Lochhausen und Langwied ihre Selbständigkeit. Allach-Untermenzing:Auch die Orte Allach und Untermenzing sind älter als die Stadt München. Deren bäuerliche Vergangenheit ist zum Teil heute noch sichtbar. Allach hat sich jedoch auch zu einem Industriestandort entwickelt. Firmen wie MAN, MTU, Diamalt und Krauss-Maffei haben hier ihren Sitz. Der 23. Bezirk besitzt eine Fläche von 1600 ha und mehr als 26000 Einwohner. Feldmoching-Hasenbergl:Der 24. Bezirk zählt zu den dünn besiedelten Bezirken von München. Auf 2800 ha Fläche leben nur rund 50170 Einwohner. In erster Linie hat noch die Landwirtschaft und vor allem die Erholung Vorrang: hier liegen der Feldmochinger See, der Fasanerie See und der Lerchenauer See. |
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