Einfach mehr sehen!

Rastro – Flohmarkt

Rastro – Flohmarkt
8. Juni 2017 uwefreund

Madrid - Rastro - Flohmarkt

Madrid: Rastro – Flohmarkt

Der Madrider Flohmarkt versammelt jeden Sonntagvormittag tausende von Besuchern an der Plaza del Cascorro, diesich von hier aus durch die engen Gassen des Rastro-Viertels drängeln, um Kleidung, Dekogegenstände, Antiquitäten, Bilder oder Haushaltsgegenstände zu Schleuderpreisen zu erstehen. Viele Leute kaufen aber auch gar nichts, sondern treffen sich erst mittags, um von hier aus durch die vielen Kneipen in der Umgebung zu ziehen und das Wochenende mit ein paar „cañas“ (Bierchen) ausklingen zu lassen.

Ursprünglich war der Rastro ein Fleischmarkt. Im 18. Jhdt. kamen dann die ersten Trödelhändler und verwandelten den Markt mit der Zeit in einen riesigen Flohmarkt, der sich über mehrere Kilometer in Richtung Süden zieht. Händler und Käufer aus aller Herren Ländern treffen sich hier jeden Sonntag zwischen neun und 14 Uhr, um zu feilschen und zu handeln. Mit den Jahren hat die „Trödelqualität“ stellenweise allerdings etwas nachgelassen; viele Haushaltwarenstände mit Plastikware haben sich angesiedelt, die mit klassischem Trödel nichts zu tun haben. Hin und wieder taucht auch Diebesgut auf, vor allem bei Händlern, die ihre Ware einfach auf dem Boden ausbreiten. Da kann es schon mal vorkommen, dass man seine Kamera nebst Ausstattung, die vor wenigen Wochen von Einbrechern aus der Wohnung gestohlen wurden, unverhofft auf dem Rastro wiederfindet…

In der Nähe der Plaza del Cascorro gibt es eine ganze Reihe von Antiquitätenhändlern, teilweise mit eigenen Geschäften, in denen man mit etwas Glück richtig tolle Einzelstücke aus längst vergangenen Zeiten zu guten Preisen finden kann. Handeln lohnt sich immer, aber man sollte immer achtsam sein, um nicht über den Tisch gezogen zu werden. In dem riesigen Menschenandrang, der gegen Mittag seinen Höhepunkt erreicht, muss man zudem vor Taschendieben aufpassen.

Wer nach dem Rundgang über den Rastro durstig geworden ist, kann in die vielen umliegenden Kneipen und Mesones einkehren und ein Glas Wein oder Bier mit einer Tapa bestellen. Besonders kultig ist die „Taverna de Antonio Sánchez“ in der Calle Mesón de Paredes, eine der ältesten Tavernen von Madrid, die sich seit dem 19. Jahrhundert in Familienbesitz befindet. Riesige ausgestopfte Stierköpfe erinnern an den Gründer der Kneipe mit angeschlossenem Restaurant, der Stierkämpfer Antonio Sánchez. Wer von Stierkämpfen nichts hält, ist in diesem Torero-Ambiente aber eher fehl am Platz.

Viele Rastro-Besucher ziehen nach dem Flohmarkt auch gerne in Richtung Plaza del Humilladero, Ecke Calle Cava Baja, oder in die Bars von La Latina, um im „Bonano“ oder im „Almendro 13“ einen Absacker zu trinken und zu Mittag zu essen.

0 Kommentare

Antwort hinterlassen