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Chueca – das schwule Madrid

Chueca – das schwule Madrid
3. August 2016 uwefreund

Madrid - Chueca – das schwule Madrid

Madrid: Chueca – das schwule Madrid

Chueca gehört zu den beliebtesten Stadtvierteln Madrids und lockt mit seinem kosmopolitischen und animierten Ambiente nicht nur die Einheimischen, sondern auch viele Touristen an. Die Gay-Community hatte in den 90er Jahren für den Umbruch gesorgt und das einst etwas heruntergekommene Viertel wieder aufgebaut. Den Anfang nahm ein Buchladen speziell für Schwule und Lesben. Später zogen Friseure, Boutiquen, Schuhläden und natürlich Bars, Cafés und Restaurants nach. Bis heute findet man hier die coolsten und trendigsten Läden Madrids. Beispiele hierfür sind Clubs wie das Why Not, Restaurants wie das Bazaar oder das Design-Hotel Room Mate Oscar.

Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts startete die Gay-Community von Madrid ein einzigartiges Projekt. Aus eigenen finanziellen Mitteln, praktisch ohne Unterstützung der Stadt, verwandelte sie das ziemlich heruntergekommene Stadtviertel Chueca in ein neues Wohnviertel mit attraktiven Geschäften, Einrichtungen und jeder Menge trendigen Bars und Restaurants. Mit gutem Geschmack und viele Liebe zum Detail wurden die alten Hausfassaden renoviert und die Wohnungen kernsaniert. Zum ersten Mal kam Design in den Madrider Alltag, avantgardistische Projekte wurden umgesetzt. Restaurants und Läden erhielten ihren Einzug, die bislang nur in Barcelona in dieser Form zu sehen waren.

Chueca wurde zum ersten offiziellen Gay-Viertel von Spanien ernannt und war in allem stets eine Nasenlänge voraus, so war es unter anderem auch das erste Wireless-Viertel des Landes. Ende Juni finden in allen Straßen diverse Acts und Veranstaltungen im Rahmen des „Orgullo Gay“ statt, Spaniens Christopher Street Day. Vom Stöckelschuhrennen bis hin zu schrillen Drag Queen-Konzerten bekannter Künstlerinnen ist alles dabei, und die Menschen stehen dicht gedrängt in den Gassen. Ein wahnsinniges Ambiente.

Was Chueca so liebenswert und charmant macht, ist die Offenheit. Es handelt sich nicht um ein reines Gay-Viertel, in dem Heterosexuelle verpönt sind, im Gegenteil. Hier mischt sich alles und jeder unters Volk, niemanden juckt es, alle haben sich lieb. In diesem Stil sind auch die meisten Kneipen aufgemacht. Jeder ist Willkommen, auch wenn die Discobar „La Fulanita de Tal“ (Conde de Xiquena 2) eigentlich eher die Mädchen anspricht, oder das „Café Acuarela“ (Gravina 10) mit seinem Adonis im Schaufenster eine klare Ansage an die Herren der Schöpfung macht. Beide Kneipen sollte man auf jeden Fall einmal gesehen haben.

Das Angebot an Kneipen und Restaurants ist riesig, deshalb stellen wir der Kürze halber eine Liste mit einigen besonders kultigen Läden zusammen. Den Rest sollte man dann selber entdecken und ausprobieren, ganz nach Lust, Laune und Geschmack. Achtung: In den meisten Bars herrscht ein gemixtes Ambiente, aber es gibt natürlich auch ein paar Ausnahmen, die sich an ein bestimmtes Zielpublikum richten!

Café Mama Inés (Hortaleza 22): Gemütliches Café, das abends zur Bar wird und eigentlich immer gut gefüllt ist. Ideal für einen Snack oder einen Drink.

Bar XXL (Vázquez de Mella, Ecke Gran Vía): Gute Musik, guter Sound, leckere Cocktails und bunt gemischtes Publikum. Auch tagsüber sehr nett.

Café Acuarela (Gravina 10): Gute Kaffeeauswahl, Cocktails, romantische Deko. Für einen netten Abend zu Zweit.

La Vinoteca (Pelayo 48): Nettes Weinlokal mit leckeren Delikatess-Toasts

Black and White (Libertad 34): Kultlokal für schwule Gäste, Spektakel inklusive

Bears Bar (Pelayo 4): Bärenbar mit Türsteher, Frauen sind hier eher fehl am Platz.

Leather Club (Pelayo 42): Leder, Military und alles, was dazugehört. Nichts für Frauen!

La Fulanita de Tal (Conde de Xiqueta 2): Lesbenambiente, Partystimmung, offen für alle.

Bazaar (Libertad 21): Restaurant im weißen Design mit unschlagbaren Preisen

La Taverna de Angel Sierra (Plaza de Chueca): Die vielleicht älteste Taverne in Chueca, hübsche Wandfliesen, traditionelles Ambiente. Unbedingt probieren: Frisch gezapften Wermut vom Fass mit einem Schuss Soda für 1,20 Euro. Kult!!

Café Belén (Belén 5): Ruhiges, romantisches Café für einen Besuch zu Zweit. Cafés, Mojitos, Wein. Manchmal legt der DJ eine Oper auf.

La Lupe (Hortaleza 51): Lounge Style, gutes Ambiente, Cocktails und Drinks.

La Sueca (Hortaleza 67): Schwedisch inspirierte Bar mit guter Musik und leckeren Drinks. Prima Ambiente. Gemixt.

Libertad 8 (Libertad 8): Kultlokal mit kleiner Bühne im hinteren Bereich, wo vorzugsweise Liedermacher auftreten. Alternatives Ambiente.

El Bocaito (Libertad 6): Andalusische Tapasbar, eine der besten von Madrid. Am besten vorne an der Bartheke im Stehen essen. Zum Fingerlecken!

Why Not? (San Bartolomé 7): Szenebar in einem alten Kellergewölbe. Ab spätestens Mitternacht wird es schwer, einen Platz zu ergattern. Super Stimmung, super Musik, gemischtes Ambiente.

Tántalo (Libertad 14): Tolle Cocktailbar, die Jungs haben es wirklich drauf, erstklassige Cocktails zu mixen! Auch die kurzen „Chupitos“ sollte man probieren. Die Stimmung ist riesig, am Wochenende wird es voll.

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